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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 25.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Genetiker klären den Ursprung der europäischen Kartoffel +++ In Nord- und Ostdeutschland gibt es Dürren +++ Der Mars was schon früher lebensfreundlicher als bislang bekannt +++ Stammzellen im Magen können sich gut verteidigen +++ SpaceX hat Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht +++ Monarchfalter in Gefangenschaft verlieren die Orientierung +++ Kapuzineraffen blicken auf eine lange Handwerkstradition zurück

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Genetiker klären den Ursprung der europäischen Kartoffel

Bislang war unklar, ob die europäische Kartoffel aus Chile oder den Anden stammt. Um das zu klären, hat ein schwedisch-deutsches Genetikerteam das Erbgut von 88 historischen und modernen Kartoffelpflanzen der vergangenen 350 Jahre analysiert. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution" darlegen, stammten die ersten Kartoffeln auf europäischen Feldern aus dem Ursprungsgebiet in den Anden. Ab dem späten 18. Jahrhundert wurden chilenische Sorten eingekreuzt. Die nächste bedeutsame Veränderung gab es im 20. Jahrhundert mit der Einkreuzung wildwachsender Kartoffelarten. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, unterschiedliche Sorten sowie Arten aus wilden Beständen zu erhalten, um für widrige Umstände im Zuge des Klimawandels oder der Ausbreitung neuer Krankheitserreger gewappnet zu sein, so die Studienautoren.

Quelle: Nature Ecology & Evolution | MPG


In Nord- und Ostdeutschland gibt es Dürren

Das geht aus dem Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hervor, bei dem die Bodenfeuchte berechnet wird. Während in der Südhälfte Deutschlands die Trockenheit weniger ausgeprägt ist, fehlt in der Nordhälfte Wasser im Boden. Im Norden und Osten sei der Boden bis 25 Zentimeter Tiefe zu trocken. In tieferen Schichten bis 1,80 Meter zeigt der Monitor sogar großflächig eine außergewöhnliche Dürre an. In den betroffenen Regionen könnten sich aus dem Wassermangel erhebliche Probleme ergeben, vor allem für die Landwirtschaft, die Wälder und die Frachtschifffahrt, erklärte Klimaforscher Andreas Marx. Mit dem vergangenen Jahr sei die Lage jedoch nicht zu vergleichen. Die Dürre von 2018 sei ein Extremereignis gewesen.

Quelle: UFZ


Der Mars was schon früher lebensfreundlicher als bislang bekannt

Bekannt war bereits, dass lange Zeit auf dem Mars große Meteoriten eingeschlagen sind. Einer Studie zufolge, die Astronomen aus Kanada nun im Fachblatt NATURE Geoscience vorstellen, waren diese Einschläge bereits vor rund 4,5 Milliarden Jahren vorbei – und damit rund 700 Millionen Jahre früher als bislang angenommen. Demnach könnte das Fenster für die Entwicklung von Mikroorganismen auf dem Mars deutlich eher aufgegangen sein als bisher vermutet. Grundlage der neuen Daten waren Meteoritenfragmente vom Mars, die 2012 in Marokko aufgeschlagen waren. Die Gesteinsanalysen der so genannten Zirkone zeigten, dass diese höchstwahrscheinlich von der Oberfläche der südlichen Halbkugel des Mars stammen und seit rund 4,5 Milliarden Jahren nur wenig Veränderung erfahren haben.

Quelle: NATURE Geoscience


Stammzellen im Magen können sich gut verteidigen

Forscher vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie haben in Mäusen Infektionen mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori untersucht. Dieser Keim kommt in etwa der Hälfte der Weltbevölkerung chronisch vor und gilt als ein Auslöser von Magenkrebs. Diese Bakterien können tief in die Basis der Magendrüsen eindringen, wo sich die Stammzellen der Magenschleimhaut befinden. Wie die Forschenden im Fachblatt "Nature Cell Biology" schreiben, können diese Stammzellen nicht nur neue Tochterzellen erzeugen, sondern sich auch aktiv gegen die Eindringlinge verteidigen und zwar, indem sie antimikrobielle Moleküle absondern. Diese Ergebnisse könnten bei der Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn nützlich sein, von denen angenommen wird, dass sie auf ein Versagen des natürlichen Schutzmechanismus zurückzuführen sind.

Quelle: NATURE Cell Biology | MPG


SpaceX hat Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht

Im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums hat eine Falcon Heavy-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX heute 24 Satelliten ins Weltall gebracht. Die Rakete habe erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben, teilte SpaceX mit. Die Satelliten kommen von verschiedenen Behörden und Organisationen und sollen Wetter- und Klimadaten sammeln oder auch neue Teleskop-Techniken testen. SpaceX versucht bei jedem Start, Teile der Raketen zur Erde zurückzubringen und wiederzuverwenden. Zwei Raketenstufen landeten diesmal sicher auf Land, eine weitere verfehlte einen Landeplatz auf einem Schiff. Erstmals kehrte die Verkleidung der Raketenspitze intakt zur Erde zurück, wo sie von einem aufgespannten Netz aufgefangen wurde.

Quelle: SpaceX | Agenturen  


Monarchfalter in Gefangenschaft verlieren die Orientierung

Monarchfalter leben im Sommer in Nordamerika, überwintern jedoch in Mexiko. Wie diese Schmetterlinge über eine so große Distanz zielgenau ihre Winterquartiere finden, hatten US-Forscher 2016 aufgeklärt. Die Insekten besitzen eine Art Sonnenkompass, der auf Basis von Tageszeit und Sonnenstand die Richtung weist. Biologen der Universität von Chicago haben nun Monarchfalter untersucht, die in Gefangenschaft zur Nachzucht gehalten werden. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS schreiben, waren diese Insekten bei Experimenten nicht mehr in der Lage, Richtung Süden zu fliegen. Zwar zeigten diese Falter genetische Unterschiede im Vergleich zu Wildtieren, jedoch konnten die Wissenschaftler nicht klären, welche genetischen Merkmale für die Migrationsfähigkeit verantwortlich sind. Offenbar sind die biologischen Grundlagen der Migration weitaus komplexer und fragiler als bislang angenommen. Diese Daten geben neue Hinweise auf Schutzmaßnahmen, notieren die Forscher. Monarchfalter gelten in den USA als bedrohte Tierart.

Quelle: PNAS


Kapuzineraffen blicken auf eine lange Handwerkstradition zurück

Die in Brasilien lebenden Neuweltaffen sind seit Jahrzehnten als geschickte Werkzeugnutzer bekannt. Mithilfe von Steinen knacken sie Nüsse oder nutzen diese als Grabwerkzeug. Ein internationales Forschungsteam hat in Brasilien mehr als 120 Artefakte der äffischen Werkzeugnutzung ausgegraben, datiert und analysiert. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution schreiben, sind die ältesten Belege rund 3.000 Jahre alt. Die Tradition der Steinhammernutzung bei diesen Kapuzineraffen reicht demnach schon rund 450 Generationen zurück. Ebenso sahen die Forscher, dass die frühen Hammersteine kleiner und leichter waren als jene, die die Primaten heute zum Nüsse-Knacken verwenden. Offenbar hat sich die Art der Werkzeugnutzung bei diesen Tieren im Laufe der Zeit mehrfach gewandelt.

Quelle: NATURE Ecology & Evolution

           

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