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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft01.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Springspinne nach Karl Lagerfeld benannt +++ Zuverlässige Medikamententests im Labor +++ Die Wildkatze hat das komplette Saarland für sich erobert +++ Die Nasa hat einen kleinen Asteroiden aufgespürt, der kurz danach auf die Erde stürzte +++ Schleichende Ölpest verheerender als gedacht

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Forscher haben eine Springspinne nach Karl Lagerfeld benannt

Die neue Art wurde in Australien entdeckt. Andere Vertreter ihrer Gattung weisen Rot- und Blautöne auf. Nicht so die jetzt gefunden Spinne. Sie hat schwarz und weiß gefärbte Beine und Tastorgane. Die Forscher aus Hamburg, Brisbane und Melbourne erinnerte dieses farbliche Understatement an den Stil Karl Lagerfelds. Und so benannten sie die im Magazin Evolutionary Systematics beschriebene Spinne nach dem Modeschöpfer. Sie trägt jetzt offiziell den Namen Jotus karllagerfeldi.

Quelle: Evolutionary Systematics


Medikamententests im Labor könnten zuverlässiger werden

Bevor ein neuer Wirkstoff auf den Markt kommt, wird er ausgiebig getestet. Eine wichtige Frage ist dabei, ob der Stoff der Leber schadet. Um sie zu beantworten, greifen Wissenschaftler heutzutage zu Tierversuchen oder zu Tests mit Leberzellen in Kulturschalen. Aber deren Ergebnisse sind schwer zu deuten. Nicht immer ist klar, was die Wirkung in einer Zellkultur über die tatsächliche Wirkung in der menschlichen Leber verrät.

Ein internationales Team wollte das ändern. Die Forscher haben 28 Substanzen, deren Wirkung auf die Leber bereits bekannt ist, in Zellkulturen untersucht. So konnten sie zum Beispiel feststellen, welche Gene in den Kulturen für die Beurteilung der Wirkstoffe besonders wichtig sind. Diese Erkenntnisse haben sie in den Archives of Toxicology niedergeschrieben. Die Arbeit könnte dabei helfen, schädliche Wirkstoffkandidaten relativ früh auszusortieren, und dadurch auf lange Sicht die Zahl von Tierversuchen verringern.

Quelle: Archives of Toxicology


Die Wildkatze hat das komplette Saarland für sich erobert

Das teilte der Naturschutzverband BUND heute mit. Die Experten haben in allen größeren Wäldern des Bundeslandes Wildkatzen aufspüren können. Dafür nutzten sie so genannte Lockstöcke mit Baldrianduft. Die Katzen reiben sich daran und hinterlassen Haare, die dann wiederum genetisch analysiert werden. Der Verband setzt sich für eine bundesweite Vernetzung von Wäldern ein, damit die Wildkatzen sich weiter ausbreiten können. Neben dem Saarland seien die Tiere auch in der Lüneburger Heide und in Rheinland-Pfalz auf dem Vormarsch.

Quelle: dpa


Die Nasa hat einen kleinen Asteroiden aufgespürt, der kurz danach auf die Erde stürzte

Drei Messungen spielen bei dieser Entdeckung eine Rolle. Die erste erfolgte vorletzten Samstag. Das Nasa-System Atlas, das potentiell gefährliche Asteroiden aufspüren soll, meldete einen Treffer: 500 000 Kilometer von der Erde entfernt hatte es einen etwa fünf Meter großes Objekt aufgespürt. Damit war es zu klein, um eine Gefahr darzustellen.

12 Stunden später kam die nächste Messung: Ein Wettersatellit hatte über der Karibik einen Blitz registriert. Nasa-Forscher vermuteten, dass es sich dabei um den zuvor entdeckte Asteroiden gehandelt haben könnte, der in der Atmosphäre verglühte. Jedoch konnten sie das mit den vorhandenen Daten nicht zweifelsfrei belegen, heißt es in einer Mitteilung der Weltraumagentur.

Die dritte Messung brachte schließlich Klarheit: Ein Teleskop auf Maui hatte zuvor den Himmelsteil fotografiert, auf dem der Asteroid noch vor der Atlas-Messung sichtbar gewesen sein müsste. Tatsächlich fanden die Nasa-Forscher ihn auf dieser Aufnahme. Die daraus berechnete Flugbahn zeigte, dass das Alarmsystem tatsächlich einen Asteroiden auf Kollisionskurs aufgespürt hatte.

Quelle: Mitteilung der Nasa


Eine schleichende Ölpest im Golf von Mexiko ist womöglich verheerender als gedacht

Im September 2004 zerstörte Hurricane Ivan eine Ölbohrplattform vor der Küste Louisianas. Seitdem entweichen dort laut dem Betreiber jeden Tag elf Liter Erdöl aus dem Boden ins Meer. Amerikas Ozean- und Klimabehörde NOAA kommt nun aber zu einer ganz anderen Einschätzung: Vielmehr seien es 1400 bis 17 000 Liter, die dort täglich austräten. Das schreibt die Behörde in einem jüngst veröffentlichten Bericht.

Sie fordert daher, dass die offenen Bohrlöcher versiegelt werden sollen. Für ihre Einschätzung haben die Forscher der NOAA gemeinsam mit Kollegen der Florida State University vor Ort Messungen angestellt. Dazu gehörten unter anderem Ton- und Videoaufnahmen, Ölmessungen im Wasser sowie Sedimentproben.

Im Jahr 2008 hat der Betreiber bereits einige Rohre versiegelt und Kuppeln über drei der aufsteigenden Ölfahnen konstruiert. Die US-Küstenwache betreibt seit letztem Jahr ein Abschirmungssystem, das täglich einen Teil des austretenden Öls einsammelt.

Quelle: dpa, CNN, Berichte der NOAA

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