Montag, 09.12.2019
 
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 04.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Gegenspieler der biblischen Hebräer stammten aus Europa +++ Ein Algorithmus kann neue Lösungen in alten Publikationen finden +++ Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in China weiter aus +++ Im Golf von Kalifornien leben nur noch zehn Schweinswale +++ Honduras hat den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen

Von Sophia Wagner

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die Gegenspieler der biblischen Hebräer stammten ursprünglich aus Europa

Forschende des Max-Planck Institutes für Menschheitsgeschichte in Jena haben die Herkunft der Philister aufgeklärt. Dieses Volk, das ab dem zwölften Jahrhundert vor Christus auf dem Gebiet des heutigen Israel lebte, tritt in der Bibel als Gegner der Hebräer auf. Die Philister werden in verschiedenen Quellen als Eindringlinge bezeichnet. Obwohl ihr architektonischer Stil Einflüsse aus der Ägäis aufweist, konnte der Ursprung des Volkes bisher nicht klar nachgewiesen werden. Die Analyse von Erbmaterial aus antiken Philister-Knochen könnte das jetzt ändern. Sie zeigt, dass zeitgleich mit der vermuteten Ankunft des Volkes auch europäisches Genmaterial in den Nahen Osten kam. Dies deute darauf hin, dass die Vorfahren der Philister in der frühen Eisenzeit über das Mittelmeer kamen, vermutlich aus Südeuropa. Das berichten die Forschenden aus Jena in der Fachzeitschrift Science Advances. Das Volk der Philister wurde im sechsten Jahrhundert vor Christus von den Babyloniern ausgelöscht, ihre Erinnerung lebt aber weiter. Zum Beispiel im geographischen Begriff "Palästina", der sich im Laufe der Jahrhunderte aus "Philister" entwickelt hat.

Quelle: Science Advances


Ein Algorithmus kann neue Lösungen in alten Publikationen finden

Forschende der Universität Berkeley haben einen Algorithmus namens Word2vec entwickelt. Das Programm liest naturwissenschaftliche Publikationen und kann darin bisher unentdeckte Verbindungen finden. Im Fachmagazin Nature wird beschrieben, wie der Algorithmus dabei vorgeht. Demnach analysiert das Programm den Zusammenhang zwischen verschiedenen Wörtern und kann dieses Wissen dann als Formel auf andere Zusammenhänge übertragen. Zum Beispiel auf die Verbindung zwischen der Struktur und den Eigenschaften eines Materials. Um das Programm zu testen, wurden dem Algorithmus Veröffentlichungen aus dem Bereich der thermoelektrischen Forschung gegeben, die vor dem Jahr 2000 publiziert wurden. Nach dem "lesen" schlug Word2vec verschiedene Materialien vor, deren thermoelektrisches Potential im Jahr 2000 noch nicht untersucht war. Von den ersten fünf Vorschlägen sind drei mittlerweile als thermoelektrische Stoffe bekannt. Die anderen Beiden sind aus praktischen Gründen ungeeignet, weil sie sehr seltene oder giftige Elemente enthalten.

Quelle: Nature


Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in China weiter aus

Obwohl sich die Ausbreitung der Krankheit verlangsamt hat, ist die Situation immer noch nicht unter Kontrolle. Laut dem Vize-Landwirtschaftsminister Yu Kangzhen hätten einige Lokalbehörden versäumt, Ausbrüche zu melden, oder diese einzudämmen. Seit dem erstmaligen Auftreten der Seuche im August letzten Jahres wurden 144 Ausbrüche bekannt. 32 der 34 chinesischen Provinzen sind betroffen. Neben China haben laut der Weltorganisation für Tiergesundheit auch Kambodscha, Laos, Nord Korea und vor allem Vietnam mit Ausbrüchen der Tierseuch zu kämpfen. Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, gilt für Schweine aber als hochansteckend. An Impfungen gegen die Krankheit wird geforscht.

Quelle: dpa / oie


Im Golf von Kalifornien leben nur noch zehn Schweinswale

Die UNESCO hatte das Inselarchipel im Golf und die umliegenden Meeresschutzgebiete für den kalifornischen Schweinswal im Jahr 2005 zum Welterbe erklärt. Von den damals 300 Schweinswalen sind heute aber nur noch zehn übrig. Deshalb wurde das zu Mexiko gehörende Gebiet jetzt auf die Liste des gefährdeten Naturerbes gesetzt. Schuld am Rückgang der Schweinswalpopulation ist laut der UNESCO die illegale Fischerei mit Stellnetzten. Mit der Aufnahme in die Welterbe-Liste verpflichten sich Staaten, die Orte zu schützen und für zukünftige Generationen zu bewahren. Mit der Veränderung des Status soll auf den dringenden politischen Handlungsbedarf hingewiesen werden. Auf der List des bedrohten Naturerbes stehen aktuell 53 Stätten.

Quelle: UNESCO


Honduras hat den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen

Auslöser ist eine Denguefieber-Epidemie, die in diesem Jahr bereits das Leben von 44 Menschen gefordert hat. Insgesamt seien mehr als 15.000 Erkrankungen gemeldet worden. Damit liege die  Zahl der Erkrankung in diesem Jahr bereits über der Gesamtzahl der Fälle des letzten Jahres. Denguefieber wird von der Ägyptischen Tigermücke übertragen. Um die Epidemie zu stoppen, setzen die Behörden deshalb auf eine verstärkte Bekämpfung des Insektes. Sollten die Notfallmaßnahmen nicht wirken, werde sich die Epidemie voraussichtlich verstärken. In Südamerika ist gerade Regenzeit. Neben Honduras haben auch Länder wie Mexiko, Nicaragua und Brasilien mit einer hohen Zahl von Krankheitsfällen zu kämpfen.

Quelle: dpa

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