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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft15.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Europas Satellitennavigationssystem Galileo ausgefallen +++ Struktur eines der grundlegenden Mechanismen des Lebens entschlüsselt +++ Biodiesel-Produktion in Europa beschleunigt Abholzung in Asien +++ Die WHO zieht negative Impfbilanz +++ Forscher haben das Fossil eines winzigen Affen entdeckt

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Europas Satellitennavigationssystem Galileo ist ausgefallen

Bereits am Donnerstag war es zu einer ersten Störung gekommen, seit dem Wochenende ist das System komplett ausgefallen. Lediglich der Such- und Rettungsdienst Galileos ist laut der EU-Agentur GSA nicht von der Störung betroffen.

Die genaue Ursache des Ausfalls ist noch nicht bekannt. Wie die Agentur mitteilt, liege das Problem bei der Boden-Infrastruktur und nicht bei den Satelliten im All. Der Branchendienst Inside GNSS berichtet unter Berufung auf eine Person, die mit dem Galileo-Programm vertraut ist, dass es ein Problem in der Precise Timing Facility in Italien gebe. Dort stehen hochgenaue Zeitmesser, die für den Betrieb des Systems wichtig sind.

Quelle: dpa, Inside GNSS


US-Biologen haben die Struktur eines der grundlegenden Mechanismen des Lebens entschlüsselt

Ein entscheidender Prozess für das Leben ist die Vervielfältigung des Erbguts. Dabei spielt ein spezielles Enzym eine wichtige Rolle: Es dröselt die in sich verdrehten DNA-Stränge auf und trennt sie voneinander. Forscher haben die Struktur dieses Enzyms nun erstmals mit einer atomaren Auflösung abgebildet. Das Ergebnis haben sie im Magazin Nature Communications veröffentlicht. Ihre Analyse offenbart beispielsweise, dass die DNA-Stränge mit einer Art Flaschenzug-Mechanismus durch das Enzym hindurchgezogen werden.

Quelle: Nature Communications


Die Biodiesel-Produktion in Europa beschleunigt die Abholzung von Wäldern in Asien

Diesen Zusammenhang stellen Experten einer britischen Beratungsfirma in einem Bericht auf. Der Grundgedanke ist folgender: Das Vereinigte Königreich importiert gebrauchtes Speiseöl aus Asien und stellt daraus Biodiesel her. Den Produzenten winken dabei Vergünstigungen beim CO2-Handel, weil sie ein Abfallprodukt nutzen.

Diese Importe sollen jedoch eine Schattenseite haben: In Asien wird das gebrauchte Öl eigentlich an Tiere verfüttert. Durch den globalen Handel ist es jetzt aber günstiger, das gebrauchte Öl zu exportieren und frisches Palmöl als Futter zu verwenden. Diese neue Nachfrage könnte dazu geführt haben, dass massenweise Wälder in Indonesien, Malaysia und Thailand abgeholzt würden, um dort Palmöl anzubauen. Das legt der Bericht nahe.

Das britische Verkehrsministerium widerspricht laut der BBC dieser Einschätzung. Die gestiegene Nachfrage nach Palmöl habe nichts mit der Politik rund um Biodiesel aus Abfallprodukten zu tun, heißt es.  

Quelle: BBCBericht von NNFCC


Die WHO zieht eine negative Impfbilanz

Fast 20 Millionen Kinder weltweit hätten im letzten Jahr wichtige Impfungen wie gegen Masern, Diphterie oder Tetanus nicht erhalten. Die meisten Betroffenen lebten in Konfliktregionen oder in armen Ländern. Das teilten die Weltgesundheitsorganisation und das UN-Kinderhilfswerk heute mit.

Auch der Einfluss von Impfgegnern in sozialen Medien mache der WHO-Impfabteilung Sorgen.

Im Vergleich zu den letzten Jahren sehen die Experten keine positive Entwicklung. Die weltweite Impfquote gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Masern verharre seit Jahren bei rund 86 Prozent. Um Ausbrüche der Krankheiten zu verhindern, sei aber eine Quote von 95 Prozent nötig.

Quelle: dpa


Forscher haben das Fossil eines winzigen Affen entdeckt

Der Fund gelang Wissenschaftlern aus Kenia und den Vereinigten Staaten in Kenia. Das Tier, das vor etwa 4,2 Millionen Jahren lebte, war etwa so groß wie ein Kaninchen und gehörte zu den Meerkatzen. So beschreiben es die Forscher im Journal of Human Evolution. Das Besondere an der Entdeckung ist der Fundort. Die Region im Osten Afrikas ist von trockenem Grasland gekennzeichnet. Die heutigen Verwandten des kleinen Affen leben eher in tropischen Wäldern.

Zwergwuchs ist bei der Gattung keine Neuheit, die heute lebende Zwergmeerkatze ist ähnlich klein wie das nun entdeckte fossile Exemplar. Jedoch zeigt der Fund laut den Wissenschaftlern, dass Zwergwuchs bei den Meerkatzen deutlich früher auftrat als bislang gedacht. Das und der Fundort sollen dabei helfen, die komplizierte Evolutionsgeschichte der Meerkatzen zu entschlüsseln.

Quelle: Pressemitteilung zur Veröffentlichung

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