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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft16.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Ein Kunstmaterial könnte eine Landwirtschaft auf dem Mars ermöglichen +++ Magersucht hat auch genetische Ursachen +++ Künstliche Intelligenz schlägt Menschen auch beim Lösen des Zauberwürfels +++ Muttermilch half in Notzeiten auch abgestillten Kindern +++ Der Meeresspiegel in der Arktis steigt jedes Jahr +++ Die Zahl der Aids-Todesfälle ist leicht gesunken

Von Michael Stang

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Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

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Ein Kunstmaterial könnte eine Landwirtschaft auf dem Mars ermöglichen

Die Marsoberfläche ist extrem lebensfeindlich. Für eine erfolgreiche Besiedlung des Roten Planeten ist die Produktion von Lebensmitteln dort eine Grundbedingung. Im Fachblatt NATURE Astronomy präsentieren drei US-Forscher eine Lösung in Form einer knapp drei Zentimeter dicken Schicht aus dem künstlichen Material Aerogel. Diese soll den Boden vor Strahlung schützen, zudem steigt unter dem Material die Temperatur durch den Treibhauseffekt um rund 50 Grad. Dadurch würden Bedingungen entstehen, unter denen Pflanzen überleben könnten, so die Studienautoren.

Quelle: NATURE Astronomy


Magersucht hat auch genetische Ursachen

Ein internationales Forschungsteam hat bei einer Genom-weiten Studie das Erbgut von 17.000 Anorexie-Betroffenen und mehr als 55.000 gesunden Kontrollpersonen analysiert. Dabei konnten die Wissenschaftler acht Genbereiche identifizieren, die an der Entstehung von Magersucht beteiligt sind, heißt es im Fachblatt NATURE Genetics. Bemerkenswert sei dabei, dass die betroffenen DNA-Abschnitte auch eine Rolle für den Stoffwechsel spielen. Die Daten deuten darauf hin, dass die als Magersucht bezeichnete Essstörung nicht ausschließlich auf psychischen Faktoren beruht. Ebenfalls könnten metabolische Störungen eine Rolle bei der Anorexie spielen.

Quelle: NATURE Genetics


Künstliche Intelligenz schlägt Menschen auch beim Lösen des Zauberwürfels

Der Rubik-Würfel ist ein dreidimensionales Drehpuzzle. Geübte Spieler können die Farben den jeweiligen Seiten binnen weniger Sekunden zuordnen. Computerwissenschaftler der Universität von Kalifornien in Irvine haben im Rahmen des DeepCubeA-Projekts einen Algorithmus trainiert, der schnelle Lösungen mit wenigen Zugfolgen finden sollte. Wie die Forscher im Fachblatt NATURE Maschine Intelligence schreiben, können Menschen bei diesem Spiel nicht mehr gegen diese Künstliche Intelligenz bestehen. Bei den Experimenten löste DeepCubeA alle 100 Aufgaben in einem Minimum an Zeit und Zügen. Während die besten menschlichen Teilnehmer rund 50 Züge benötigten, reichten dem Algorithmus meist nur 20 Zugfolgen zur Lösung.

Quelle: NATURE Machine Intelligence


Muttermilch half in Notzeiten auch abgestillten Kindern

Ein internationales Paläontologieteam hat die Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus untersucht. Die Forschenden wollten herausfinden, ob und wie sich die Nahrungsaufnahme im Kindesalter vor mehr als zwei Millionen Jahren verändert hat, schreiben sie im Fachblatt NATURE. Den chemischen Analysen zufolge stillten die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder das gesamte erste Lebensjahr. Zu seiner Überraschung konnte das Team nachweisen, dass die Kinder aber auch später noch - in Notzeiten, etwa während Trockenphasen, wenn die Nahrungsmittel knapp waren - mit Muttermilch versorgt wurden. Die intensive, langjährige Mutter-Kind-Beziehung wird als eine der Ursachen für die geringe Zahl an Nachkommen bei menschlichen Vorfahren interpretiert.

Quelle: NATURE| Senckenberg


Der Meeresspiegel in der Arktis steigt jedes Jahr

In den vergangenen 22 Jahren ist der Meeresspiegel in der Arktis um durchschnittlich 2,2 Millimeter pro Jahr gestiegen. Der Anstieg dort lag damit unter dem globalen Mittel von etwa drei Millimetern pro Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt ein dänisch-deutsches Forschungsteam im Fachblatt Remote Sensing. Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe eigens entwickelter Algorithmen 1,5 Milliarden Radarmessungen verschiedener Satelliten ausgewertet. Die Messungen deuten auf große regionale Unterschiede hin. Während der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sank, stieg er nördlich von Grönland, Kanada und Alaska innerhalb des sogenannten Beaufort-Wirbels in 22 Jahren um mehr als zehn Zentimeter.

Quelle: Remote Sensing TU München


Die Zahl der Aids-Todesfälle ist leicht gesunken

Laut dem heute in Paris veröffentlichten Jahresbericht des UNO-Programms UNAIDS starben im vergangenen Jahr rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit. Das ist ein Rückgang um ein Drittel im Vergleich zum Jahr 2010. Besorgniserregend sei die Situation weiterhin in Osteuropa und Zentralasien. 2018 erhöhte sich dort die Zahl der Menschen, die mit dem Aids-Erreger infiziert sind, um 29 Prozent. Dort sind inzwischen 1,7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Auch im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Lateinamerika stiegen die Neuinfektionen. Weltweit haben sich im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Menschen neu mit HIV angesteckt. Das ist ein Rückgang um 16 Prozent seit 2010. Schätzungen zufolge waren 2018 knapp 38 Millionen Menschen HIV positiv. Nur gut 60 Prozent der Infizierten wurden demnach mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt.

Quelle: UNAIDS                               

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