Seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Mittwoch, 21.08.2019
 
Seit 23:10 Uhr Das war der Tag
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 01.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die DNA-Fahndung soll erweitert werden +++ Saure Böden machen Bäume und Pflanzen durstiger +++ Ein autonomes Fahrrad vereint das Beste aus zwei Welten +++ Ein neuartiges Pflaster imitiert Schlangenbisse +++ Makaken können logische Rückschlüsse ziehen +++ Künstliche Intelligenz warnt frühzeitig vor akutem Nierenversagen

Von Magdalena Schmude

Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Die DNA-Fahndung soll erweitert werden

Zeitungen berichten, dass das Bundesjustizministerium einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt hat. Danach soll die Polizei zukünftig die Haut-, Haar und Augenfarbe sowie das Alter eines flüchtigen Täters aus eventuellen DNA-Spuren wie Blut, Hautschuppen oder Haaren herauslesen dürfen. Bisher ist nur die Feststellung des Geschlechts und der Identität anhand der DNA erlaubt. Die Erweiterung sei zwar ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht, aber in der konkreten Ausgestaltung verhältnismäßig, heißt es in dem Entwurf. Weiterhin verboten bleiben soll es, die biogeografische Herkunft einer Person zu ermitteln, also woher jemand laut seines Erbgutes stammt.

Quelle: AFPD


Saure Böden machen Bäume und Pflanzen durstiger

Bis zu zehn Prozent mehr Wasser verbrauchen Bäume, die in versauerter Erde wachsen im Vergleich zu Bäumen, die auf unbelastetem Boden stehen. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie von Forschenden aus den USA, die im Fachmagazin Science Advances erschienen ist.

Saurer Regen verändert die Bodenchemie dauerhaft, auch dann, wenn längst kein saurer Regen mehr fällt. Wie die Wissenschaftler schreiben, fehlt den Böden zum Beispiel Kalzium, das für die Regulation des pflanzlichen Wasserhaushaltes wichtig ist. Können die Pflanzen nicht genügen Kalzium aus dem Boden aufnehmen, bleiben die Poren in den Blättern dauerhaft geöffnet, die für den Gasaustausch verantwortlich sind. So verdunstet mehr Wasser, das die Pflanzen dann über die Wurzeln wieder aufnehmen müssen.

Quelle: Science Advances


Ein autonomes Fahrrad vereint das Beste aus zwei Welten

Das Zweirad wird von einem neuartigen Chip gesteuert, der zwei Arten von Künstlicher Intelligenz vereint. Die neuronale Künstliche Intelligenz, die die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nachahmt und die computerbasierte KI, die auf selbstlernenden Algorithmen basiert.

Bisher wurden die Ansätze nur einzeln genutzt, da sie technisch nicht auf der gleichen Plattform ausgeführt werden konnten. Diese Einschränkung haben chinesische Forscher jetzt aufgehoben, wie sie im Fachmagazin Nature berichten. Ihr Hybrid-Chip ermöglicht es, sowohl Algorithmen für Maschinenlernen als auch künstliche neuronale Schaltkreise zu nutzen.

Das Fahrrad reagiert auf gesprochene Kommandos, kann selbständig die Balance halten, eine Person erkennen und ihr folgen und Hindernissen ausweichen.

Quelle: Nature


Ein neuartiges Impfpflaster imitiert Schlangenbisse

Die Mikronadeln des Pflasters, die Impflösung oder andere medizinische Flüssigkeiten unter die Haut transportieren, ähneln den Giftzähnen bestimmter Schlangen. Diese besitzen eine spezielle Rille, durch die das Gift nach einem Biss durch Kapillarkräfte schnell in die Bisswunde des Opfers transportiert wird. Bei den Mikronadeln sorgen sechs solcher Rillen dafür, dass die Flüssigkeit zur Nadelspitze und unter die Haut befördert wird. Leichter Druck mit dem Daumen ist dafür ausreichend, während Impfpflaster mit herkömmlichen Mikronadeln ein zusätzliches Pumpsystem benötigen. Ihre Entwicklung stellen Wissenschaftler aus Korea im Fachjournal Science Translational Medicine vor.

Die Effizienz des neuartigen Pflasters konnten die Forscher an Mäusen und Meerschweinchen zeigen. In 15 Sekunden gelangte genug Impflösung unter die Haut der Tiere, um eine schützende Impfung gegen Influenza-Viren zu verabreichen.

Quelle: Science Translational Medicine


Makaken können logische Rückschlüsse ziehen

Das folgern US-amerikanische Psychologen aus Versuchen, bei denen die Affen die korrekte Reihenfolge verschiedener gezeigter Objekte ableiten mussten. Also zum Beispiel erkennen, dass in der Reihe A – B – C A vor  C steht, wenn bekannt ist, dass A vor B und B vor C kommt.

Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science Advances berichten, waren die Affen selbst dann in der Lage, die gestellte Aufgabe zu lösen, wenn es für die Auswahl der richtigen Reihenfolge eine kleinere Belohnung gab als für eine ebenfalls angebotene falsche Lösungsmöglichkeit.

Das zeige, dass die Antwort der Tiere nicht durch die Höhe der Belohnung gelenkt sei sondern mit Hilfe simpler Logik entstanden, schlussfolgern die Forscher.

Quelle: Science Advances


Künstliche Intelligenz warnt frühzeitig vor akutem Nierenversagen

Das System kann berechnen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass in den nächsten 48 Stunden ein Nierenversagen eintritt. Wird ein Grenzwert überschritten, schlägt es Alarm und ermöglicht so eine frühzeitige Behandlung. Da akutes Nierenversagen mit den aktuellen Standardtests meist erst erkannt wird, wenn schon Schäden am Organ entstanden sind, könnte die Entwicklung die Überlebenschancen für Patienten deutlich verbessern. Wie ein internationales Forscherteam im Fachjournal Nature berichtet, ließen sich in ihrer Studie 55 Prozent der auftretenden Fälle von Nierenversagen im Vorfeld erkennen.

Die Vorhersage des Systems basiert auf den spezifischen Blutwerten von mehr als 700.000 Patienten sowie weiteren medizinischen Daten. Weil darunter nur sechs Prozent Frauen waren, könnte die Übertragbarkeit des Systems auf die Gesamtbevölkerung allerdings eingeschränkt sein, schreiben die Forscher. Auch falsch-positive Ergebnisse kamen noch häufig vor.

Quelle: Nature

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk