Sonntag, 18.08.2019
 
Seit 05:05 Uhr Auftakt
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 08.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Birkenspanner-Raupen können mit der Haut sehen +++ Forscher finden Wachstumshelfer für Nervenzellen +++ Bis zu einem Drittel der neuen Asthmafälle bei Kindern in Europa könnten vermieden werden +++ Schon vor 289 Millionen Jahren machten Viren Tiere krank +++ In den letzten vierzig Jahren sind 88 Prozent der großen Süßwassertiere verschwunden

Von Magdalena Schmude

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Birkenspanner-Raupen können mit der Haut sehen

Birkenspanner-Raupen passen die Farbe ihrer Haut der Farbe des Untergrundes an, auf dem sie sitzen. Dieser Tarnmechanismus funktioniert auch dann, wenn sie mit den Augen nichts sehen können, wie Forscherinnen aus Liverpool und Jena herausgefunden haben. Setzten sie Raupen, deren Augen geschwärzt worden waren, auf weiße, grüne, braune oder schwarze Zweige, glichen die Tiere ihre Färbung dem jeweiligen Zweig an. Das berichten die Wissenschaftlerinnen im Fachmagazin Communications Biology.

Genanalysen zeigten außerdem, dass die Gene, die bei den Raupen für das Sehen verantwortlich sind, nicht nur im Kopf im Bereich der Augen sondern auch in der Haut aller Körpersegmente aktiv sind. Wie genau die Farbwahrnehmung über die Haut funktioniert, ist aber noch unklar.

Quelle: Communications Biology


Forscher finden Wachstumshelfer für Nervenzellen

Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Proteinen, die vor allem in jungen Nervenzellen aktiv ist. Sie sorgen dafür, dass die jungen Neuronen wachsen und lange Ausläufer bilden können, sogenannte Axone, mit denen sie mit anderen Nervenzellen in Verbindung treten. Wie Neurologen aus Bonn jetzt entdeckt haben, könnten die Proteine dabei helfen, auch ältere Nervenzellen zum Wachstum anzuregen, die eigentlich keine neuen Verbindungen mehr ausbilden. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler im Fachmagazin Neuron vor.

Die Forscher haben außerdem herausgefunden, dass die Proteine auf das molekulare Stützgerüst der Nervenzellen wirken. Sie bauen Teile davon ab und ermöglichen es der Zelle so, ihre Form zu verändern, zu wachsen und damit auch zu regenerieren.

Quelle: Neuron


Bis zu einem Drittel der neuen Asthmafälle bei Kindern in Europa könnten vermieden werden

Das folgern Forscherinnen und Forscher aus ihrer Studie, für die sie bereits aufgezeichnete Luftreinheitsdaten und die Zahl der Asthmafälle in 18 europäischen Ländern verglichen haben, auch aus Deutschland. Europaweit könnten demnach 33 Prozent der Asthma-Neuerkrankungen verhindert werden, wenn die Luftverschmutzung auf den niedrigsten Wert gesenkt werden würde, den die Fachleute in der Literatur gefunden hatten. Die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation für Feinstaub, Stickoxide und Ruß einzuhalten, würde immerhin jeden zehnten neuen Asthma-Fall verhindern, wie die Wissenschaftler im European Respiratory Journal schreiben.

Den größten gesundheitlichen Nutzen hätte dabei die Senkung der Feinstaubemissionen, gefolgt von Stickoxiden.

Quelle: European Respiratory Journal


Schon vor 289 Millionen Jahrne machten Viren Tiere krank

Das haben Forscher vom Berliner Museum für Naturkunde entdeckt. An den Knochen eines eidechsenähnlichen Tieres, das in der Permzeit lebte, fanden die Wissenschaftler Spuren einer Knochenkrankheit, die der Paget-Krankheit beim Menschen ähnelt. Dabei gerät der Knochenstoffwechsel aus dem Gleichgewicht, was zu erhöhtem Wachstum und damit zu Verdickung des Knochens führt. Weil die Paget-Krankheit von Viren ausgelöst wird, interpretieren die Forscher den Fund als Hinweis auf die Existenz von urzeitlichen Viren. Die Viren selbst konnten sie allerdings nicht nachweisen. Ihren Fund präsentieren die Wissenschaftler im Fachmagazin PLOS ONE.

Quelle: PLOS ONE


In den letzten Jahren sind 88 Porzent der großen Süßwassertiere verschwunden

Der Schwund ist damit weltweit doppelt so hoch wie bei Wirbeltieren an Land oder im Meer. Das ist das Ergebnis einer Studie von Experten vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, die in der Fachzeitschrift Global Change Biology erschienen ist. Zur sogenannten Süßwasser-Megafauna gehören alle Süßwassertierarten, die 30 Kilogramm oder mehr wiegen. Also zum Beispiel Flussdelfinarten, Biber, Krokodile, Riesenschildkröten und Störe.

Besonders betroffen sind von dem Rückgang große Fischarten wie Störe, Lachsfische und Riesenwelse, mit einem Rückgang von 94 Prozent. Gefolgt von Reptilien mit 72 Prozent. Hauptgrund für das Schrumpfen der Populationen sind laut der Studie Übernutzung der Bestände für den Fleisch- oder Kaviarkonsum sowie die Verbauung von Fließgewässern, die die Lebensräume der Tiere zerstört.

Quelle: Global Change Biology

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk