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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft12.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Viele Badeverboten wegen Dünger +++ Alzheimer zerstört Hirnzellen, die Menschen wach halten +++ Proteste in Hawaii erschweren Astronomen die Arbeit +++ Zeugnisse der Eroberung Jerusalems ausgegraben +++ Roboter müssen ihre Umgebung begreifen

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Dünger und Hitze haben letztes Jahr zu besonders vielen Badeverboten geführt

Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Demnach habe es letztes Jahr wegen Blaualgen 47 Badeverbote in deutschen Gewässern gegeben. Das sei deutlich mehr als in den Jahren zuvor.

Die Blaualgen, oder auch Cyanobakterien, können Gifte produzieren, die für Menschen gefährlich sind. Laut dem Ministerium ist eine massenhafte Entwicklung der Bakterien bei hohem Nährstoffgehalt im Wasser zu erwarten. Der ist wiederum auf Phosphate zurückzuführen, die als Dünger verwendet werden.

Quelle: dpa


Alzheimer zerstört Hirnzellen, die Menschen wach halten

Dass Alzheimerpatienten tagsüber vergleichsweise viel schlafen, ist bekannt. Manche Forscher haben das bislang damit erklärt, dass die Krankheit zu Schlafstörungen in der Nacht führt, welche die Patienten tagsüber kompensieren.

Ein Forscherteam aus den USA und Brasilien kommt nun zu einem anderen Schluss. Die Neurologen haben in den Gehirnen von Alzheimerpatienten drei Hirnregionen untersucht, die für die Steuerung des Wachzustandes zuständig sind. In diesen Regionen fanden sie große Ablagerungen von Tau-Proteinen – einem Anzeichen für Alzheimer – und deutlich weniger Nervenzellen als bei den Gehirnen von Menschen, die nicht an der Krankheit litten.

Alzheimer greift demnach direkt Hirnregionen an, die Menschen wach halten, notieren die Forscher in einem Fachblatt für Demenz-Erkrankungen. Da dies schon relativ am Anfang des Krankheitsverlaufs passiert,  könnte übermäßiges Schlafen am Tag als ein frühes Warnzeichen für Alzheimer dienen.

Quelle: Alzheimer's & Dementia


Proteste in Hawaii erschweren Astronomen die Arbeit

In elf Observatorien auf dem Mauna Kea, dem höchsten Berg Hawaiis, haben die Forscher in den letzten Wochen nicht arbeiten können. Das habe sie insgesamt 2000 Beobachtungsstunden gekostet, wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet.

Grund sind Proteste von indigenen Volksgruppen, die sich gegen den Bau eines weiteren Teleskops auf einem für sie heiligen Gipfel richten. Am 15. Juli haben die Demonstranten eine wichtige Straße in der Gegend blockiert. Die Astronomen hätten dadurch befürchtet, nicht regelmäßig zu ihren Teleskopen zu kommen, um etwa auf unvorhergesehene Wetterereignisse zu reagieren. Aus Sicherheitsgründen hätten sie die Arbeit daher komplett eingestellt, heißt es in dem Artikel. Nun wollen sie sich mit den Demonstranten absprechen, um problemlos zu den Teleskopen zu gelangen und die Beobachtungen wieder aufzunehmen.

Quelle: AP via phsy.org


Archäologen wollen Zeugnisse der Eroberung Jerusalems ausgegraben haben

Im 6. Jahrhundert vor Christus soll der Neubabylonische König Nebukadnezar Jerusalem erobert haben. Das Ereignis findet sich in jüdischen Bibeltexten und wird auch auf Tontafeln aus der Zeit erwähnt.

Ein archäologischer Fund, den amerikanische und israelische Forscher nun vermelden, könnte diese historischen Zeugnisse ergänzen. In einer Pressemitteilung berichten die Forscher von Ascheschichten, Pfeilspitzen, Schmuck und Alltagsgegenständen, die sie nahe der alten Verteidigungslinie Jerusalems ausgegraben haben.

Der Fundort und die Mischung der Artefakte sprechen dafür, dass es sich um Spuren der Eroberung handele, so die Forscher.

Quelle: Pressemitteilung


Roboter müssen die Umgebung, in der sie arbeiten, begreifen

Das fordern Ingenieure aus mehreren Ländern im Magazin Nature Machine Intelligence. Wenn die Maschinen eng mit Menschen zusammenarbeiten sollen, müssten sie wissen, warum sie ein Objekt greifen, um die Aufgabe korrekt zu erfüllen.

Als Beispiel nennen die Wissenschaftler einen Roboter, der einem Menschen einen Schraubenzieher reichen soll. Wenn die Maschine den Kontext nicht kennt, würde sie den Schraubenzieher am Griff packen und dem Menschen hinhalten. Das sei jedoch gefährlich und nicht zielführend. Stattdessen müsste der Roboter wissen, warum er den Schraubenzieher aufnimmt, und ihn dem Menschen dadurch auf sicherere Art in die Hand drücken.

Die Forscher kritisieren mit diesem Beispiel, dass ein traditionell in der Robotik als erfolgreich angesehenes Zupacken der Maschine im echten Leben ein Fehlschlag sein kann.

Quelle: Nature Machine Intelligence

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