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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft14.08.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Afrikas Tropen sind keine CO2-Senken mehr +++ Die Teleskope auf Hawaii sind wieder in Betrieb +++ Tempo sortiert Mäusesperma +++ Crispr-Cas wird zur Multi-Genschere +++ In Neuseeland lebten einst Riesenpinguine

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Afrikas Tropen sind keine CO2-Senken mehr

Im Jahresverlauf gelangt im tropischen Afrika heute deutlich mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre, als von der Vegetation gebunden wird. Bisher galten die Tropen wegen ihrer ausgedehnten Waldflächen noch als Senken im globalen CO2-Kreislauf. Doch diese pauschale Annahme muss zumindest für Afrika revidiert werden. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin Nature Communications. Die Wissenschaftler analysierten Satellitendaten aus den Jahren 2015 und 2016. Diese zeigen: Dichte Regenwälder wie etwa im Kongo absorbieren immer noch weit mehr CO2 als sie freisetzen. In anderen Regionen im westlichen und östlichen Afrika überwiegen aber die Emissionen. Auf den gesamten Tropengürtel Afrikas gerechnet fällt die CO2-Nettobilanz ebenso positiv aus. Die Forscher gehen davon aus, dass der treibende Faktor dafür eine veränderte Landnutzung ist.

Quelle: Nature Communications


Die Teleskope auf Hawaii sind wieder in Betrieb

Rund vier Wochen lang hatten Astronomen an einem Dutzend Observatorien auf dem Mauna Kea, dem höchsten Berg Hawaiis, nicht arbeiten können. Jetzt sind sie wieder zurückgekehrt. Staatliche Behörden handelten dafür einen Deal mit indigenen Volksgruppen aus. Diese kämpfen gegen den Bau eines weiteren Riesenteleskops auf einem für sie heiligen Gipfel. Aus Protest hatten sie die wichtigste Zufahrtstraße zu den Teleskopen wochenlang blockiert. Der Deal sieht unter anderem vor, dass sie registrierte Fahrzeuge, die nachweislich nichts mit dem Bau des sogenannten Thirty-Meter-Telescope (kurz: TMT) zu tun haben, passieren lassen. Über den Bau des TMT auf dem Mauna Kea wird seit Jahren gestritten. Die Situation ist so festgefahren, dass die Projektleitung mittlerweile auch einen Alternativstandort für das Teleskop auf der spanischen Kanareninsel La Palma ins Auge fasst. Dort wurde pro forma bereits ein Bauantrag gestellt.

Quelle: Science


Tempo sortiert Mäusesperma

Normalerweise liegt das Geschlechterverhältnis bei der Geburt von Säugetieren bei 50 zu 50 männliche und weibliche Tiere. Japanische Forscher haben eine Möglichkeit gefunden,  wie sie zumindest bei Mäusen diese Verteilung ganz einfach in die eine oder andere Richtung verschieben können. Dafür nutzen sie Substanzen, welche ein bestimmtes Gen auf dem Geschlechts-Chromosom X der Mäuse aktiviert. Das Gen ist auf dem Y-Chromosom nicht vorhanden. Spermien, die ein X-Chromosom enthalten, schwimmen dann deutlich langsamer. Spermien mit dem männlichen Y-Chromosom bleiben so schnell wie normal. Die Forscher konnten die Mäusespermien für eine künstliche Befruchtung anhand der Tempo-Unterschiede sortieren. Nutzten sie nur die schnellsten Samenzellen, stieg der Anteil männlicher Mäusenachkommen auf 90 Prozent. Verwendeten sie die langsamen Spermien, kamen zu 80 Prozent weibliche Mäuse zur Welt. Die Studie ist im Fachjournal PLoS Biology erschienen.

Quelle: PLoS Biology


Crispr-Cas wird zur Multi-Genschere

Forschende der ETH Zürich haben die biotechnologische Crispr-Cas-Methode weiterentwickelt. Nun lassen sich damit nicht nur einzelne, sondern gleich Dutzende von Genen auf einmal in einer Zelle verändern. Die Genschere Crispr-Cas besteht aus einem Enzym namens Cas und einem kleinen RNA-Molekül. Die RNA bestimmt dabei wie eine Art Adressaufkleber, wo das Cas-Enzym als Schere an der Erbsubstanz DNA wirksam wird. Die Schweizer Wissenschaftler fanden eine Möglichkeit, ein einzelnes Cas-Enzym gleich mit einer Vielzahl von RNA-Adressmolekülen auszustatten. Wie mit einer Art Adressliste können so viele Gene gleichzeitig angesteuert werden. Für die neue Technik verwenden die Forscher allerdings nicht das Enzym Cas9, das üblicherweise als Genschere zum Einsatz kommt, sondern ein verwandtes Enzym namens Cas12a. Ihre Studie ist im Fachjournal Nature Methods erschienen.

Quelle: Nature Methods


In Neuseeland lebten einst Riesenpinguine

Die Vögel waren fast so groß wie heute ein erwachsener Mensch. Das geht aus einer Studie in der palaeontologischen Fachzeitschrift Alcheringa hervor. Forschende des Canterbury Museums in Christchurch berichten darin von dem Fossil eines solchen Riesenpinguins der Art Crossvallia Waiparensis. Hobby-Fossiliensammler hatten es im vergangenen Jahr auf der Südinsel Neuseelands entdeckt. Die Knochen wurden auf ein Alter von 56 bis 66 Millionen Jahren datiert. Der längst ausgestorbene Pinguin war rund 1,60 Meter groß und 80 Kilogramm schwer – 40 Zentimeter größer und vier Mal so schwer wie ein heutiger Kaiserpinguin. Neuseeland ist bekannt für eine Reihe ausgestorbener Riesenvögel. Erst in der vergangenen Woche hatte das Canterbury Museum die Entdeckung eines rund einen Meter großen Riesenpapageis bekannt gegeben.

Quelle: Alcheringa

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