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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft05.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Das Monster von Loch Ness war möglicherweise ein Riesen-Aal +++ Nicht alle Städte lassen sich auf die gleiche Weise abkühlen +++ Eichhörnchen belauschen Vögel, um zu erfahren, wann keine Gefahr mehr droht +++ Resistenzen können sich auch ohne den Einsatz von Antibiotika verbreiten +++ Krebs löst Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache ab

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Das Monster von Loch Ness war möglicherweise ein Riesen-Aal

Zu diesem Schluss kommen Genetik-Experten aus Neuseeland, die mit Hilfe von DNA-Analysen eine Inventur der Lebewesen in dem schottischen Hochlandsee durchgeführt haben.

Da die Forscher eine große Menge an Aal-Erbgut gefunden haben, sei es denkbar, dass es im Loch Ness riesige Aale gebe, sagte der Projektleiter. Die Theorie, dass es sich bei dem vermeintlichen Monster um solch einen Fisch handelt, wird schon länger verfolgt.

Einer anderen Theorie zufolge könnte ein Pleiosaurier oder ein anderes urzeitliches Reptil in dem See überlebt haben. Für die Gegenwart eines solchen Wesens lieferte die DNA-Analyse keine Hinweise.

Für ihre Untersuchungen entnahmen die Wissenschaftler rund 300 Wasserproben aus dem See, die Fragmente von Haut, Schuppen, Federn, Fell, Kot oder Urin der Seebewohner enthielten. Aus diesen isolierten sie DNA und konnten so ableiten, welche Tiere es im Loch Ness gibt.

Quelle: BBC


Nicht alle Städte lassen sich auf die gleiche Weise abkühlen

Von Wärmeinseln spricht man, wenn die Temperaturen in einer Stadt regelmäßig höher sind als in ihrer Umgebung. Dieses Phänomen nimmt zu, je größer eine Stadt ist und je mehr Niederschlag in der Region fällt. Denn mehr Niederschlag macht die Umgebung pflanzenreicher und damit kühler als die Stadt. Ein internationales Forscherteam hat untersucht, ob zusätzliche Pflanzen auch die Städte kühlen könnten und wie viele Grünflächen es dafür konkret bräuchte. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachjournal Nature vor.

Demnach könnten Städte in sehr trockenen Regionen durchaus von mehr Pflanzen profitieren, denn im Vergleich zu ihrer oft wüstenartigen Umgebung reicht gezielte Bepflanzung aus, um die Temperaturen entsprechend zu senken. Städte in tropischen Regionen, die zum Beispiel von Regenwäldern umgeben sind, profitieren dagegen nicht von mehr Bepflanzung. Denn zur tatsächlichen Senkung der Temperatur im Verhältnis zur Umgebung wären sehr viele Grünflächen nötig. Mehr Pflanzen erhöhen aber auch die Luftfeuchtigkeit. Hier sind andere Maßnahmen wie Windzirkulation, Schatten oder hitzeabweisende Materialien geeigneter, schreiben die Forscher.

Quelle:Nature


Eichhörnchen belauschen Vögel, um zu erfahren wann keine Gefahr mehr droht


Das berichten US-amerikanische Biologinnen im Fachmagazin "PLOS ONE". Zuvor war schon bekannt, das Eichhörnchen auf Rufe von Vögeln achten, mit denen diese sich vor jagenden Vögeln warnen. Jetzt haben die Forschenden gezeigt, dass die Tiere auch die entspannten Konversationen belauschen, um die Sicherheitslage einzuschätzen.

Dazu spielten sie frei lebenden Eichhörnchen zuerst den Ruf eines Jagdvogels vor, der sowohl Eichhörnchen als auch kleine Vögel frisst. Die Nager reagierten darauf mit erhöhter Aufmerksamkeit und Zeichen von Stress.

Spielten ihnen die Wissenschaftlerinnen anschließend entspanntes Gezwitscher kleiner Vögel vor, nahm das Stressverhalten schnell ab. Hörten sie dagegen beliebige Geräusche ohne Gezwitscher, blieben sie länger in Alarmbereitschaft.

Quelle: PLOS ONE


Resistenzen können sich auch ohne den Einsatz von Antibiotika verbreiten

Bisher ging man davon aus, dass Bakterien die Gene, die sie unempfindlich gegenüber antibiotischen Wirkstoffen machen, besonders dann weitergeben, wenn sie diesen ausgesetzt sind. Forschende der ETH Zürich haben jetzt einen weiteren Mechanismus entdeckt, mit dem Resistenzen weitergereicht werden können - und das sogar an Bakterien anderer Arten, wie die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature" schreiben.

Einige der resistenten Bakterien sind sogenannte Persister: Sie können ihren Stoffwechsel herunterfahren und in einer Art Dämmerzustand längere Zeit im Körper überleben. Wachen sie später wieder auf, geben sie die Resistenzen an andere Bakterien weiter, unabhängig davon, ob gerade Antibiotika zugegen sind oder nicht.

Um die Verbreitung von Resistenzen einzudämmen, reicht es also nicht aus, weniger Antibiotika einzusetzen. Darüber hinaus müsste auch die Verbreitung der resistenten Bakterienarten bekämpft werden, schreiben die Forscher.

Quelle: Nature


Krebs löst Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache ab

In reichen Industrienationen sterben rund zwei Mal so viele Menschen der Altersgruppe bis 70 Jahre an einer Tumorerkrankung wie an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das geht aus einer Studie kanadischer Wissenschaftler hervor, die im Fachjournal The Lancet erschienen ist. Und das, obwohl die Risikofaktoren für Herz- und Gefäßleiden wie Übergewicht oder Rauchen in reichen Ländern weiter verbreitet sind als in Staaten mit geringem Einkommen.

Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Trend vor allem mit verbesserten Möglichkeiten zur Prävention und Behandlung von Herzinfarkten und anderen koronaren Krankheiten zu tun hat. Denn davon profitieren vor allem Menschen in Ländern mit guter Gesundheitsvorsorge.

Quelle: The Lancet

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