Sonntag, 20.10.2019
 
Seit 10:05 Uhr Gottesdienst
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft16.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße gibt den Astronomen Rätsel auf +++ Die australische Fauna hat Außergewöhnliches zu bieten +++ Kinder von Flüchtlingen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung haben ein erhöhtes Risiko für eigene psychische Erkrankungen +++ Es gibt zu wenig realistische Experimente zu den Folgen des Klimawandels für Ökosysteme +++ Das schwimmende Atomkraftwerk aus Russland hat sein Ziel erreicht

von Kathrin Baumhöfer

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße gibt den Astronomen Rätsel auf.

Wie Messungen der Universität von Kalifornien zeigen, strahlte es am 19. Mai plötzlich doppelt so hell wie auf allen übrigen Aufnahmen, die in den vergangenen 24 Jahren gemacht wurden. Eine Erklärung dafür gibt es noch nicht.

Der Helligkeitsausbruch ist für die Astronomen ein Zeichen dafür, dass Materie in den Schwerkraft-Strudel des Schwarzen Loches gezogen wird. Wenn das passiert, erhitzt sie sich und leuchtet auf.

Ein großer Asteroid könnte diese Materie sein; auch Gaswolken, die zwischen den Sternen existieren, werden von den Astronomen genannt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Sterne, die das Schwarze Loch in der Milchstraße umkreisen, ihm möglicherweise zu nahe gekommen sind und so ein Teil ihrer Gashülle förmlich eingesogen wurde.

Das schwarze Loch ist 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt – gefährlich werden kann es unserem Planeten also nicht.

Quelle: Astrophysical Journal Letters


Die australische Fauna hat Außergewöhnliches zu bieten.

Das gilt nach Erkenntnissen von Paläontologen der Griffith University in Brisbane insbesondere für eine ausgestorbene Art von Riesen-Beuteltieren, die bis vor etwa 10.000 Jahren auf der Hauptinsel des Kontinents und auf der Insel Tasmanien lebten. Die Wissenschaftler haben deren Fossilien untersucht und daraus ein mögliches Aussehen der bis zu 1.000 Kilogramm schweren Tiere rekonstruiert.

Wie sie im Fachmagazin Plos One schreiben, hatten die Tiere einen langgezogenen Schädel, kleine Augen und auffallend große und starke Vordergliedmaßen, an deren Enden säbelartige Klauen saßen. Das Ellbogengelenk dieser Arme aber war steif, sodass Graben damit schwierig gewesen sein dürfte. Ihre lange Zunge konnten sie weit herausstrecken, ähnlich wie das heute Giraffen tun.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es generell nur wenige Exemplare dieser Riesen-Beuteltiere gab und dass sie als Einzelgänger lebten.

Quelle: Plos One


Kinder von Flüchtlingen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung haben ein erhöhtes Risiko für eigene psychische Erkrankungen.

Das geht aus einer dänischen Studie hervor, die sich auf Daten der dortigen Einwanderungsbehörden und des Zentralen Psychiatrischen Forschungsregisters stützt. Demnach war das Risiko für Kinder um 75 Prozent erhöht, wenn beide Eltern an einer posttraumatischen Belastungsstörung litten. War nur ein Elternteil betroffen, ergab sich ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Nach den Erkenntnissen der Forschenden sind auch Kinder betroffen, die in Dänemark geboren wurden und damit nicht selbst Krieg oder Flucht erlebt haben. Nachzulesen ist die Untersuchung im Fachmagazin The Lancet Public Health.

Bei den Kindern am häufigsten diagnostiziert wurden Verhaltens-, Entwicklungs-  und emotionale Störungen.

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung – kurz PTSD – handelt es sich um eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis. Betroffene sind im täglichen Leben oft stark eingeschränkt und leiden etwa unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Flashbacks.

Quelle: The Lancet Public Health


Es gibt zu wenig realistische Experimente zu den Folgen des Klimawandels für Ökosysteme.

Zu diesem Schluss kommt ein Team von Biodiversitätsforscherinnen und -forschern, nachdem es mehr als 70 Studien über den Zusammenhang zwischen Klimafaktoren wie Temperatur und Niederschlag und deren Folgen für die Pflanzengemeinschaften ausgewertet hat. Den meisten dieser Studien lägen keine Klimavorhersagen für die jeweilige Region zugrunde, schreiben sie in ihrem Fachartikel in der Zeitschrift Global Change Biology. Deshalb gebe es noch eine große Wissenslücke auf diesem  Gebiet, die vor allem durch Freilandversuche gefüllt werden müsse.

Die Experten fordern deshalb gemeinsame Standards für künftige Experimente.

Quelle: Global Change Biology


Das schwimmende Atomkraftwerk aus Russland hat sein Ziel erreicht.

Wie der russische Atomkonzern Roskosmos mitteilte, legte die "Akademik Lomonossow" im Hafen der Stadt Pewek an. Abgelegt hatte das schwimmende Kraftwerk in Murmansk. Dazwischen liegen gut drei Wochen Zeit und rund 5.000 Kilometer Strecke.

Das schwimmende Atomkraftwerk hat zwei Reaktoren an Bord, die im Dezember in Betrieb gehen sollen. Die Energie ist gedacht zur Versorgung der Menschen, die in der schwer zugänglichen Region im Nordosten Russlands leben. Außerdem soll die Anlage Energie für Gas- und Ölbohrinseln in der Nähe liefern.

Das millionenschwere Projekt ist sehr umstritten. Umweltschützer sagen, es sei unmöglich, das Kraftwerk vollständig vor äußeren Bedrohungen wie Stürmen zu schützen und warnen vor möglichen Katastrophen.

Die "Akademik Lomonossow" wiegt 21.000 Tonnen, ist 144 Meter lang und 30 Meter breit. Die beiden Reaktoren an Bord werden von 70 Arbeitern betrieben.

Quelle: Agenturen

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk