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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft19.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft beschließt Maßnahmen gegen den Hirnforscher Niels Birbaumer +++ Der Bluttest auf Trisomie soll in Zukunft Kassenleistung werden +++ Tumorzellen im Gehirn bilden Synapsen mit gesunden Neuronen +++ Ingenieure entwickeln das schwärzeste Schwarz +++ Der Geburtsweg von Babys entscheidet über ihre ersten Mitbewohner +++ Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist weltweit so niedrig wie nie zuvor

Von Magdalena Schmude

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Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft beschließt Maßnahmen gegen den Hirnforscher Niels Birbaumer

Birbaumer, der zuletzt an der Universität Tübing tätig war, darf demnach fünf Jahre lang keine Anträge bei der DFG stellen oder für sie als Gutachter tätig sein. Außerdem wird er aufgefordert, zwei Publikationen aus den Jahren 2017 und 2019 zurückzuziehen sowie Fördergelder zurückzuzahlen, die mit diesen Arbeiten in Verbindung gebracht werden können.

Konkret ging es dabei um die These, dass es möglich sei, mithilfe von Messungen der Gehirnaktivität mit komplett gelähmten und sprachunfähigen Menschen zu kommunizieren.

Birbaumer sowie einem Mitarbeiter wird wissenschaftliches Fehlverhalten vorgeworfen. Die Forscher sollen in den beiden Veröffentlichungen Falschangaben zur Datenerhebung gemacht und die  Daten nur unvollständig ausgewertet haben. Der Beschluss stellt aber keine Aussage über die Validität der untersuchten These dar, heißt es in einer Mitteilung der DFG.

Quelle: DFG


Der Bluttest auf Trisomie soll in Zukunft eine Kassenleistung werden

Das hat der gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen heute in Berlin beschlossen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist das Vorliegen einer Risikoschwangerschaft und die ärztliche Beratung der Schwangeren.

Mit dem Test, der Erbgutschnipsel des ungeborenen Kindes im Blut der Mutter analysiert, können Trisomie 21, 13 und 18 vor der Geburt  eines Kindes mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Bisher war das nur durch invasive Methoden wie eine Fruchtwasseruntersuchung möglich. Die birgt aber ein deutlich höheres Fehlgeburtsrisiko.

Die Regelung wird voraussichtlich 2021 in Kraft treten. Bis dahin muss noch  das Bundesgesundheitsministerium zustimmen.

Quelle: Agenturen


Tumorzellen im Gehirn bilden Synapsen mit gesunden Neuronen

Das haben Neurowissenschaftlerinnen der US-amerikanischen Standford University gezeigt. Wie die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature berichten, sind besonders bösartige Gehirntumore, sogenannte Gliome, auch deshalb so schwer zu behandeln, weil sie sich durch die direkten Verbindungen zwischen den Zellen in das Gehirn einweben.

Durch die Synapsen  erreichen die elektrischen Signale des gesunden Gehirns auch die Krebszellen und regen deren Wachstum an. Blockierten die Wissenschaftlerinnen die Signalweiterleitung mit Medikamenten, konnten sie in Versuchen mit Mäusen das Tumor-Wachstum stoppen. Solche Medikamente werden schon heute gegen Epilepsie eingesetzt und könnten in Zukunft auch Gliom-Patienten helfen.

Quelle: Nature


Ingenieure entwickeln das schwärzeste Schwarz

Die neuartige Farbe besteht aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die auf einer speziell behandelten Aluminiumfolie dicht nebeneinander stehen. Diese Kombination schluckt  99,995 Prozent des auftreffenden Lichts. Rillen oder Beulen in der Folie sind dadurch quasi unsichtbar, egal aus welchem Winkel sie betrachtet werden. Die Folie wirkt komplett flach. Ihre Entwicklung stellen die Forscher des MIT in Boston im Fachjournal Applied Materials and Interfaces vor. Anwendungen für solche lichtschluckende Beschichtungen gibt es in der Astronomie und Raumfahrt, wo Kameras und Teleskope möglichst wenig Streulicht auffangen sollen.

Das neue Schwarz ist ein Zufallsfund. Eigentlich wollten die Wissenschaftler die elektrische Leitfähigkeit von Kohlenstoff-Nanoröhrchen verbessern und ließen sie deshalb auf verschiedenen Materialien wachsen, darunter auch die speziell geätzte Aluminiumfolie.

Quelle: ACS- Applied Materials and Interfaces


Der Geburtsweg von Babys entscheidet über ihre ersten Mitbewohner

Die Bakteriengemeinschaft im Darm von Neugeborenen, das sogenannte Mikrobiom, unterscheidet sich, je nachdem ob ein Baby per Kaiserschnitt oder vaginal geboren wurde. Das berichten britische Forscher in der Fachzeitschrift Nature.

Bei vaginal geborenen Kindern fanden die Forscher eine, zwei und drei Wochen nach der Geburt sowie im späteren Säuglingsalter vor allem Bakterien, die aus dem mütterlichen Mikrobiom sowie deren Vaginalflora stammten. Bei Kindern, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen waren, kamen deutlich öfter Bakterien vor, die aus der Krankenhausumgebung übertragen worden waren. Darunter potentiell krankmachende Keime sowie solche, die unempfindlich gegenüber Antibiotika sind. Welche Folgen die frühen Unterschiede für die spätere Gesundheit der Kinder hat, konnten die Wissenschaftler nicht erkennen.

Nach etwa einem Jahr waren die Unterschiede im Mikrobiom weitgehend verschwunden.

Quelle: Nature


Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist weltweit so niedrig wie nie zuvor

Das geht aus einem Bericht des Kinderhilfswerks Unicef und der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Demnach starben im Jahr 2018 weltweit 5,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Das sind noch etwa halb so viele wie im Jahr 2000. Die Zahl der Todesfälle bei schwangeren oder gebärenden Frauen sank um mehr als ein Drittel. Als Grund nennt der Bericht den verbesserten Zugang zu guter medizinischer Versorgung.

Nach wie vor sind die Überlebenschancen für Mütter und Kinder aber global sehr ungleich verteilt. 2018 starb im südlichen Afrika immer noch eins von 13 Kindern unter fünf Jahren. Die Müttersterblichkeit ist 50 Mal höher als in Industrieländern.

Quelle: Unicef

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