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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft26.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Schon vor 5.000 Jahren wurden Babys aus Trinkflaschen gefüttert +++ Auf dem Weg ins Wasser warfen Wale genetischen Ballast ab +++ Der Feinwaschgang belastet die Umwelt am stärksten +++ Bakterien bauen ihre Zellwand ab, um sich vor Antibiotika zu schützen +++ Ein neues Verfahren macht Aluminium wasser- und eisabweisend

Von Magdalena Schmude

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Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

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Schon vor 5.000 Jahren wurden Babys aus Trinkflaschen gefüttert

Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam aus England. Die Gefäße waren aus Ton, fünf bis zehn Zentimeter groß und hatten einen dünnen Auslass, aus dem getrunken werden konnte. Bisher war allerdings unklar, ob die Flaschen für Babys oder als Schnabeltassen für alte und kranke Menschen verwendet wurden. Chemische Analysen von Nahrungsmittelresten zeigen jetzt, dass sie Milch von Schafen, Ziegen oder Kühen enthielten. Das berichten die Wissenschaftlerinnen in der Fachzeitschrift Nature. Für die Studie hatten sie Trinkgefäße untersucht, die in Kindergräbern aus der Eisen- und Bronzezeit gefunden worden waren.

Mit dem Übergang zu einer bäuerlichen Lebensweise änderte sich auch die Art, wie Babys ernährt wurden, schlussfolgern die Forscherinnen. Dass ähnliche Flaschen von einem Fundort in Österreich wie kleine Tiere geformt sind und an Spielzeuge erinnern, bekräftigt ihre Theorie.

Quelle: Nature


Auf dem Weg ins Wasser warfen Wale genetischen Ballast ab

Wale stammen, genau wie Delfine, von luftatmenden Säugetieren ab, die an Land lebten. Vor etwa 50 Millionen Jahren passten sich ihre Vorfahren jedoch an ein dauerhaftes Leben im Ozean an, was große körperliche Veränderungen mit sich brachte. Zum Beispiel den Verlust von Beinen, um Flossen Platz zu machen. Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft haben jetzt untersucht, wie sich die Umstellung im Erbgut der Tiere zeigt und dafür nach Mutationen gesucht, die einzelne Gene ausschalteten. Im Vergleich mit Flusspferden und Kühen, den engsten Verwandten der Meeresbewohner, fanden die Forscher 85 solcher Genverluste, wie sie in Fachmagazin Science Advances schreiben.

Verloren ging dabei unter anderem ein Gen, das an der Speichelsekretion beteiligt ist. Denn unter Wasser benötigten die Tiere keinen Speichel mehr, um Nahrung zu schlucken.

Auch alle Gene, die die Bildung des schlafregulierenden Hormons Melatonin steuern, wurden so abgeschaltet. Anders als an Land, schläft unter Wasser immer nur eine Gehirnhälfte, während die andere Atmung und Bewegung kontrolliert.

Quelle: Science Advances


Der Feinwaschgang belastet die Umwelt am stärksten

Denn dabei gelangen pro Waschgang durchschnittlich 800.000 Kunststofffasern mehr ins Abwasser als beim Standard-Waschprogramm. Das haben Forschende aus England herausgefunden. Grund für den erhöhten Kunsstoffeintrag ist das zusätzliche Wasser, das im Schonprogramm zum Waschen und Spülen verwendet wird. Ursprünglich gingen die Wissenschaftler davon aus, dass vor allem die Schleudergeschwindigkeit und Anzahl der Richtungswechsel, die die Waschtrommel vollführt, Einfluss auf das Auswaschen der Fasern hat. Diese Annahme konnten sie allerdings nicht bestätigen, wie sie im Fachmagazin Environmental Science and Technology schreiben.

Quelle: Environmental Science and Technology


Bakterien bauen ihre Zellwand ab, um sich vor Antibiotika zu schützen

Denn viele dieser Substanzen, wie zum Beispiel Penicillin, wirken, indem sie die Zellwand angreifen. Fehlt die äußere Hülle, sind die Bakterien zwar insgesamt geschwächt, aber gleichzeitig resistent gegen das entsprechende Medikament. Ist kein Wirkstoff mehr vorhanden, bauen die Keime ihre Zellwand in nur fünf Stunden wieder auf. Wissenschaftler aus Newcastle haben gezeigt, dass dieser Mechanismus ein Grund für immer wiederkehrende Erkrankungen wie Harnwegsinfekte bei älteren Patienten sein könnte. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachjournal Nature Communications vor.

Für die Therapie von hartnäckigen Infektionen bedeutet das, dass eine Kombination von Wirkstoffen nötig ist, um auch die zellwandlosen Bakterien anzugreifen. Diese sogenannte L-Form nutzen die Bakterien außerdem, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken. Denn die Zellwand enthält spezifische Moleküle, die von Immunzellen erkannt werden.

Quelle: Nature Communications


Ein neues Verfahren macht Aluminium wasser- und eisabweisend

Ingenieure der Technischen Universität Dresden haben die Methode entwickelt, bei der die Oberfläche des Metalls mit einem Laser graviert wird. Die aufgebrachten Strukturen sind nur wenige Mikrometer stark und damit  ein Zehntel so groß wie ein menschliches Haar. Sie sorgen dafür, dass Wasser abperlt und Vereisung stark verzögert wird. Ihre Entwicklung präsentieren die Wissenschaftler im Fachjournal Scientific Reports.

Derartig bearbeitetes Aluminium könnte für den Bau von Tragflächen, Triebwerken oder Sensoren von Flugzeugen verwendet werden. Auch Rotorblätter für Windkraftanlagen oder Tanks für Flüssigkeiten in der Lebensmittelindustrie könnten durch die Mikrogravur optimiert werden. Bisher werden für diese Anwendungen Verbundwerkstoffe verwendet oder die Oberflächen chemisch beschichtet. Durch das neue Verfahren sind keine zusätzlichen Chemikalien oder Reinraumbedingungen bei der Herstellung mehr nötig.

Quelle: Scientific Reports

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