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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft24.10.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Astronomen haben zum ersten Mal ein chemisches Element identifiziert, das durch die Verschmelzung zweier Neutronensterne gebildet wurde +++ An der Universität Zürich wurde ein neues Antibiotikum entdeckt +++ Manchmal sehen wir nicht, was wir sehen +++ Drosophila-Fliegen besitzen einen Schalter für ihren Zuckerhaushalt +++ Physiker haben schwimmende Flüssigtransporter erzeugt

von Kathrin Baumhöfer

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Nature

Astronomen haben zum ersten Mal ein chemisches Element identifiziert, das durch die Verschmelzung zweier Neutronensterne gebildet wurde.

Es handelt sich um das Erdalkalimetall Strontium. Auch das konnten die Forscherinnen und Forscher nachweisen. Ihre Berechnungen und Schlussfolgerungen sind nachzulesen in der Fachzeitschrift Nature.

Ihre Entdeckung bringt Licht in die Frage, wie Elemente entstanden sind, die schwerer sind als Eisen – also etwa Blei, Uran oder auch Gold.

Dahinter steckt ein Mechanismus, bei dem sich freie Neutronen an bereits bestehende Bausteine anlagern – und zwar in rasender Geschwindigkeit, deshalb sprechen die Wissenschaftler hier auch von "schnellem Neutroneneinfang".

Dass Neutronenstern-Fusionen dafür die richtigen Bedingungen bieten, war bereits vermutet worden. Diese Arbeit ist der erste Nachweis, dass bei einer solchen Kollision schwere Elemente entstehen können.

Quelle: Nature


An der Universität Zürich wurde ein neues  Antibiotikum entdeckt.

Das ist insbesondere deshalb spannend, weil es einen Wirkmechanismus hat, den man noch nicht kennt und damit auch sogenannten gramnegativen Bakterien zu Leibe rücken kann, denen sonst eher schwer beizukommen ist.

Die Substanz wirkt an zwei Molekülen dieser gramnegativen Keime. Beide sitzen in der äußeren Hülle der Bakterien, und beide sind für den Aufbau dieser Membran unentbehrlich.

Wenn das neuartige Antibiotikum bindet, wird diese Hülle zerstört – das Bakterium platzt. Der neue Wirkstoff wird zurzeit daraufhin geprüft, ob er in Studien bei Menschen eingesetzt werden kann.

Quelle: Nature


Manchmal sehen wir nicht, was wir sehen.

Wissenschaftler der Georgetown University in den USA würden sagen: Es wird uns nicht bewusst. Sie haben erforscht, was passiert, wenn unser Gehirn zu viele wichtige visuelle Informationen auf einmal bekommt. Wie die Wissenschaftler im Journal of Vision schreiben, werden die Daten dann zwar noch aufgenommen - sie werden uns aber nicht mehr bewusst.

Die Informationen über das, was wir sehen, legen im Gehirn eine Art Schleife zurück, hin zum visuellen Cortex im Großhirn und wieder zurück. Wird der Rückweg gestört – etwa, weil schon die nächste wichtige Information kommt – stört das die Wahrnehmung und die Fähigkeit, das Gesehene zu kategorisieren.

Die Experimente umfassten jeweils mehrere Versuchsreihen, bei denen die Hirnströme der Probanden aufgezeichnet wurden, während sie verschiedene Aufgaben erfüllen mussten.

Quelle: Journal of Vision


Drosophila-Fliegen besitzen einen Schalter für ihren Zuckerhaushalt.

Nach Erkenntnissen südkoreanischer Forscher handelt es sich um eine einzelne Nervenzelle – die allerdings besondere Eigenschaften hat. So gabelt sich das Axon, also der Zellfortsatz, mit dem sie Befehle übermitteln kann. Die eine Seite endet an Zellen, die das Fliegen-Äquivalent zu Insulin produzieren. Der andere Fortsatz führt zu Zellen, die das Hormon ausschütten, das bei Drosophila unserem Glucagon entspricht.

Wird die Zelle durch einen erhöhten Glukosespiegel angeregt, sendet sie zwei Signale aus: ein stimulierendes an die insulinproduzierenden Zellen und ein hemmendes an die für das Glucagon. Beide Hormone wirken als Antagonisten: Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, Glucagon erhöht ihn.

Umgekehrt funktioniert das auch, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature schreiben.

Beides weist darauf hin, dass die beiden entscheidenden Hormone für den Zuckerhaushalt von einem einzelnen Neuron kontrolliert werden.

Quelle: Nature


Physiker haben schwimmende Flüssigtransporter erzeugt.

Sie sehen aus wie Zellen, schwimmen wie Zellen – gehorchen aber ausschließlich den Gesetzen der Physik: Die Mini-Transporter bestehen aus einem Öltröpfchen, in das ein oder mehrere Wasserkerne eingeschlossen sind. Ein solches Konstrukt schwimmt von allein los, wenn man es in eine konzentrierte Seifenlösung setzt, bevor es sich langsam auflöst.

Damit der Schwimmer nicht platzt, nahmen die Physiker ein Öl, bei dem die Moleküle sich auch in flüssigem Zustand an eine bestimmte Ordnung halten.

Die Forschenden schreiben im Fachblatt Physics, dass ihr Modellschwimmer damit in der Lage wäre, Substanzen von A nach B zu transportieren – denkbar für Anwendungen in der Medizin.

Indem sie dem Tropfen zwei Wasserkerne verpassten, konnten die Forschenden das Schwimmverhalten steuern: von einem Zickzack-Kurs mit einem Kern zum Geradeaus-Schwimmer mit zweien.

Quelle: Physics

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