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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft05.11.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Voyager 2 hat den Einflussbereich der Sonne verlassen +++ Prognosen gehen von einem gewaltigen Meeresspiegelanstieg im Zuge des Klimawandels aus +++ Auch Vögel können komplexe Gesellschaften bilden +++ Auf der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es jetzt Rotwein +++ Zwei Pflanzenfresser erhalten die Diversität +++ Forschende warnen vor einem globalen Klima-Notfall +++ Nanostäbchen verhalten sich wie Blumen

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Voyager 2 hat den Einflussbereich der Sonne verlassen

1977 war die NASA-Raumsonde Voyager 2 gestartet, um das äußere Planetensystem zu erkunden. Am 5. November 2018 hatte sie die sogenannte Heliosphäre verlassen und war damit in den interstellaren Raum vorgedrungen. Die dabei erhobenen Daten haben fünf internationale Forschungsteams nun ausgewertet und präsentieren sie im Fachblatt NATURE Astronomy. Demnach scheint die Außengrenze des Sonnensystems ein erstaunlich schmaler Bereich zu sein, denn die Sonde hat die Grenze der Heliosphäre in nur einem Tag passiert. Die Schwestersonde Voyager 1 hatte diese Grenze bereits 2012 überquert. Beide Sonden werden nun voraussichtlich Milliarden Jahre lang durch das Weltall driften.

Quelle: NATURE Astronomy


Prognosen gehen von einem gewaltigen Meeresspiegelanstieg im Zuge des Klimawandels aus

Ein internationales Forschungsteam hat erstmals berechnet, wie stark der Meeresspiegel steigen wird, selbst wenn die im Pariser Klimaabkommen formulierten Ziele erreicht würden. Demnach würden allein die zwischen 2016 bis 2030 emittierten Treibhausgase den Meeresspiegel bis zum Jahr 2300 um 20 Zentimeter ansteigen lassen, sollten die Regierungen ihre Selbstverpflichtungen nicht noch einmal deutlich nachbessern, heißt es im Fachblatt PNAS.

Quelle: PNAS | PIK  


Auch Vögel können komplexe Gesellschaften bilden

In der Wissenschaft waren mehrschichtige Gesellschaften bisher nur bei Säugetieren mit großem Gehirn beschrieben worden, etwa bei Menschen, Elefanten, Giraffen oder Delfinen. Ein Verhaltensbiologieteam in Konstanz konnte nun erstmals eine mehrschichtige Gesellschaftsform auch bei Vögeln mit kleinem Gehirn beobachten. Im Fachblatt Current Biology notieren die Forschenden, dass Geierperlhühner (Acryllium vulturinum) den Überblick über soziale Vereinigungen mit Hunderten anderer Individuen behalten können, also Familienstrukturen oder Partnerschaften erkennen. Demnach ist ein großes Gehirn nicht die Voraussetzung für die Bildung komplexer Gesellschaften.

Quelle: Current Biology | MPG


Auf der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es jetzt Rotwein

Gestern haben zwölf Flaschen mit französischen Rotwein die ISS sicher erreicht. Der Wein soll jedoch nicht verköstigt, sondern im Auftrag der luxemburgischen Firma Space Cargo Unlimited zu Forschungszwecken untersucht werden. Nach Angaben des Konzerns soll der Wein dort ein Jahr verbleiben, damit Forschende anschließend die Auswirkungen von Schwerelosigkeit und kosmischer Strahlung auf den Alterungsprozess des Weins untersuchen können. Ziel sei etwa die Entwicklung neuer Geschmacksrichtungen, hieß es.

Quelle: Space Cargo Unlimited


Zwei Pflanzenfresser erhalten die Diversität

Ein Team der Sao Paulo State University hat für eine Studie ausgerechnet, wie sich die Biodiversität verändern würde, sollten die beiden größten heimischen Pflanzenfresser Brasiliens aussterben: das zu den Nabelschweinen gehörende Weißbartpekari sowie der Flachlandtapir. Wie die Forschenden im British Ecological Society's Journal of Ecology schreiben, würde die Diversität der Wälder erheblich leiden, da beide Tierarten für die Ausbreitung vieler Pflanzenarten verantwortlich sind. In den vergangenen Jahren sind die Verbreitungsgebiete der beiden Arten, unter anderem durch Brandrodung, erheblich geschrumpft. Die Wechselwirkung zwischen der Diversität der Wälder und dem Lebensraum der Tiere sei bisher kaum verstanden, so die Studienautoren.

Quelle: Eurekalert  


Forschende warnen vor einem globalen Klima-Notfall

Mehr als 11.000 Forschende aus über 150 Ländern warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einem weltweiten "Klima-Notfall". Wenn sich das menschliche Verhalten, das zu Treibhausgasemissionen und anderen den Klimawandel begünstigenden Faktoren führt, nicht grundlegend und anhaltend verändere, sei ein "unsägliches menschliches Leid" nicht mehr zu verhindern, heißt es in der heute veröffentlichten Erklärung. Die Autoren fordern in ihrem Beitrag im Fachblatt BioScience Veränderungen vor allem in sechs Bereichen: den Umstieg auf erneuerbare Energien, eine Reduzierung des Ausstoßes von Stoffen wie Methan und Ruß, einen besseren Schutz von Ökosystemen wie Wäldern und Mooren, den Konsum von mehr pflanzlichen und weniger tierischen Produkten, zudem eine nachhaltige Veränderung der Weltwirtschaft sowie eine Eindämmung des Anwachsens der Weltbevölkerung.

Quelle: Climate Emergency| Agenturen


Nanostäbchen verhalten sich wie Blumen

Ein Team der Universität von Kalifornien in Los Angeles hat Nanostäbchen aus einem neuartigen Polymer entwickelt, die sich ähnlich wie Sonnenblumen verhalten. Wie die Forschenden im Fachblatt NATURE Nanotechnology schreiben, richten sich die rund einen Zentimeter langen Stäbchen ähnlich wie ihre biologischen Vorbilder nach einem Lichtstrahl aus. Das SunBOT genannte System nimmt Licht auf und wandelt es in Wärme um. Durch die hohe Temperatur zieht sich die lichtzugewandte Seite des Stäbchens zusammen, sodass es sich zum Licht hinbewegt. Das neue Material könnte bei Solarsystemen, smarten Fenstern, medizinischen Operationen oder Solarsegeln in der Raumfahrt zum Einsatz kommen, hoffen die Studienautoren.

Quelle: NATURE Nanotechnology

 

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