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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft12.11.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Moore werden immer häufiger zu Treibhausgasquellen +++ SpaceX hat weitere Satelliten ins Weltall geschickt +++ Das Vietnam-Kantschil ist doch nicht ausgestorben +++ Die EU-Kommission hat erstmals einen Impfstoff gegen Ebola zugelassen +++ Der Frühling startet in der Stadt +++ Bestäuberinsekten gab es schon früher als bislang bekannt

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Moore werden immer häufiger zu Treibhausgasquellen

Moore bieten vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause, zudem sind sie auch Treibhausgassenken. Doch viele Millionen Hektar Moorlandschaften haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu Treibhausgasquellen gewandelt. Einer Studie eines Forschungsteams aus England und der Schweiz im Fachblatt NATURE Climate Change zufolge könnte sich bis zum Ende des Jahrhunderts die Menge emittierter Treibhausgase aus Mooren im Vergleich zum Jahr 2015 sogar noch verdreifachen. Grund dafür sind menschliche Aktivitäten, da Moore entwässert werden, um landwirtschaftlich nutzbare Flächen zu schaffen. Sollten diese Landschaften nicht renaturiert werden, könnten die Moore Treibhausgase in einer Menge emittieren, die bis zu 40 Prozent des noch zur Verfügung stehenden Budgets der Pariser Klimaschutzziele ausmachen.

Quelle: NATURE Climate Change


SpaceX hat weitere Satelliten ins Weltall geschickt

Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX hat gestern zum zweiten Mal eine Falcon 9-Trägerrakete mit 60 Satelliten an Bord vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral aus ins Weltall gebracht. Ziel ist der Aufbau eines weltumspannenden Netzwerks namens Starlink, das jeden Punkt auf der Erde mit schnellem und bezahlbarem Breitband-Internet versorgen soll. Dazu will das Unternehmen in den kommenden Jahren womöglich mehr als 40.000 Satelliten ins Weltall bringen. Die Satelliten sollen dann Daten von Bodenstationen erhalten und diese untereinander mit Hilfe von Lasern weiterleiten.

Quelle: SpaceX


Das Vietnam-Kantschil ist doch nicht ausgestorben

Das letzte bekannte Exemplar aus der Familie der Hirschferkel wurde 1990 von einem Jäger erschossen. Seither galt die Tierart (Tragulus versicolor) in Vietnam als verschollen. Jetzt, nach knapp 30 Jahren, hat ein internationales Forschungsteam erstmals wieder ein Vietnam-Kantschil in freier Wildbahn gesichtet. Das etwa hasengroße Huftier wurde im Osten Vietnams mithilfe einer Kamerafalle fotografiert, notieren die Forschenden im Fachblatt NATURE Ecology & Evolution. Mittlerweile hätten dutzende Fotofallen die Tierart mit dem silbergrauen Rücken mehr als 200 Mal unabhängig voneinander festgehalten. Wie viele Tiere dieser Art in der Region leben, ist nicht bekannt.

Quelle: NATURE Ecology & Evolution


Die EU-Kommission hat erstmals einen Impfstoff gegen Ebola zugelassen

Damit folgt sie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), die den Impfstoff Ervebo untersucht und im Oktober dessen Marktzulassung empfohlen hatte. Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika 2014 und 2015 starben rund 11.000 Menschen. Im vergangenen Jahr breitete sich der Erreger in der Demokratischen Republik Kongo aus; mindestens 2.100 Menschen sind dort seither an Ebola gestorben.

Quelle: EU Kommission


Der Frühling startet in der Stadt

Zumindest blühen vor allem in Nordeuropa Stadtpflanzen bis zu drei Tage früher als jene auf dem Land. Das geht aus einer Studie hervor, die drei Wissenschaftler aus Innsbruck und Bozen im Fachblatt NATURE Ecology & Evolution vorstellen. In diesen Gebieten wachsen die Pflanzen auch länger. Das bedeutet, dass der Herbstanfang sich dort ebenso nach hinten verschiebt. Die Forscher hatten Datensätze aus den Jahren 1981 bis 2010 ausgewertet. Dazu studierten sie die Erhebungen von mehr als 250 Pflanzenarten an knapp 20.000 Standorten in Europa. Dabei sahen sie, dass aber nur in höheren Breitengraden die Pflanzen früher blühen als auf dem Land. In wärmeren Gefilden hingegen startete der Frühling in den Städten mitunter später. 

Quelle: NATURE Ecology & Evolution


Bestäuberinsekten gab es schon früher als bislang bekannt

Ein Team der chinesischen Akademie der Wissenschaften hat in einem etwa einen Zentimeter großen Bernstein aus Myanmar ein Insekt entdeckt. Bei dem Tier handelt es sich um einen bisher unbekannten Vertreter aus der Gruppe der Stachelkäfer. Das Besondere an dem Fund ist zum einen das ungewöhnlich hohe Alter, das die Forscher im Fachblatt PNAS mit 99 Millionen Jahren angeben. Zum anderen handelt es sich um den frühesten Nachweis eines Bestäuberinsekts. Denn das Tier weist typische anatomische Anpassungen auf, die den Zugang zu Blütenpflanzen ermöglichten, zudem haftete am Körper des Käfers Pollen an. Die Analysen der Pollenkörner zeigten, dass es sich um einen Vertreter einer Gruppe der Bedecktsamer handelt. Die Pollenkörner zeigen zudem bereits eindeutige Anpassungen an die Verbreitung durch Insekten. Der bisher früheste Beweis einer Pflanzenbestäubung durch Insekten lag bei rund 48 Millionen Jahren.

Quelle: PNAS           

           

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