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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft04.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die CO2-Emissionen erreichen neuen Rekord +++ Der Erfolg der Genmanipulation bei Babys in China ist zweifelhaft +++ Forscher entwickeln künstliche Neuronen +++ Die Produktion von E-Autos ist umweltfreundlicher geworden +++ Stete Wiederholung senkt die Hürden für die Verbreitung von Fake News

Von Lucian Haas

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Die CO2-Emissionen erreichen neuen Rekord

Auch in 2019 ist der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid in die Atmosphäre weiter angestiegen. Bis Jahresende dürfte der neue Rekordwert von knapp 37 Milliarden Tonnen CO2 erreicht werden. Das geht aus einer Analyse von Wissenschaftlern des Global Carbon Project hervor. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr beträgt demnach 0,6 Prozent. Die Anstiegsrate ist im Vergleich zu 2018 leicht zurückgegangen. Das liegt laut dem Bericht vor allem an einem Rückgang der Kohlenutzung in den USA und Europa. Zugleich ist jedoch der Verbrauch von Erdgas und Erdöl weiter angestiegen. Eine Umkehr des Trends in den globalen Emissionen sei derzeit noch nicht zu erkennen, so die Autoren der Studie. Die aktuelle Klima- und Energiepolitik sei dafür zu wenig zielführend.

Quelle: Global Carbon Project


Der Erfolg der Genmanipulation bei Babys in China ist zweifelhaft

Vor mehr als einem Jahr hatte der chinesische Forscher He Jiankui in einem umstrittenen Experiment das Ergbut von zwei Babys mit Hilfe der Genschere Crispr/Cas manipuliert. Er wollte die im November 2018 geborenen Zwillinge mit den Pseudonymen Lulu und Nana dadurch immun gegen eine HIV-Infektion machen. Allerdings wurden bis heute keine offiziellen Ergebnisse dazu publiziert. Das Fachblatt MIT Technology Review hat nun erstmals Ausschnitte aus einem angeblichen Forschungsbericht He Jiankuis präsentiert, der dem Magazin vorliegt – samt einer Einschätzung durch andere Experten. Demnach liefere der Bericht keine Beweise für den Erfolg der Genmanipulation. Zudem zeigten die Daten, dass der Einsatz der Genschere auch an anderen Stellen des Erbguts von Lulu und Nana Mutationen auslöste. Deren Folgen seien bislang unabsehbar. Bis heute sind keine Details über den Gesundheitszustand der zwei Babys bekannt. Das umstrittene Experiment des chinesischen Forschers hatte international scharfe Kritik ausgelöst und wurde von Wissenschaftlern als ethisch unvertretbar verurteilt.

Quelle: Technology Review


Forscher entwickeln künstliche Neuronen

Es handelt sich um Halbleiterchips, die das Reaktionsmuster von natürlichen Neuronen imitieren. Damit könnte es eines Tages möglich sein, Implantate zu entwickeln, die Funktionen von gestörten Schaltkreisen des Nervensystems übernehmen – etwa nach Verletzungen oder bei neurologischen Erkrankungen. Wie die Forscher im Fachmagazin Nature Communications berichten, ist es ihnen gelungen, das Verhalten verschiedener Neuronen im Zusammenspiel mit anderen Nerven mit komplexen Gleichungen zu modellieren. Tests zeigten, dass entsprechend programmierte Siliziumchips auf die unterschiedlichsten Impulse hin jeweils genauso wie natürliche Neuronen reagieren. Ein mögliches Einsatzfeld sehen die Wissenschaftler in intelligenten Herzschrittmachern. Die künstlichen Neuronen könnten ein Herz nicht nur zum gleichmäßigen Schlagen anregen, sondern auch die Herzleistung auf natürliche Weise in Echtzeit den Anforderungen anpassen.

Quelle: Nature Communications


Die Produktion von E-Autos ist umweltfreundlicher geworden

Vor zwei Jahren noch hatte eine Studie des schwedischen Umweltforschungsinstituts IVL für Aufsehen gesorgt. Sie besagte, dass Elektroautos gegenüber konventionellen Fahrzeugen kaum ökologische Vorteile böten – wegen der aufwendigen Produktion der Batterien. Die gleiche Forschungsgruppe hat jetzt noch einmal nachgerechnet und ist auf Basis neuerer Daten zu einem anderen, deutlich besseren Ergebnis gekommen. Demnach entstehen bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien im Durchschnitt zwischen 61 und 106 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde produzierter Batteriekapazität. Das ist rund halb so viel wie noch bei der ersten Studie vor zwei Jahren. Die geänderten Werte erklären die Forscher damit, dass Batterie-Produktionsstätten größer und effizienter geworden seien. Zudem spielten bei der Energieversorgung der Fabriken regenerative Energien eine wachsende Rolle. Kritiker der E-Mobilität hatten die schwedische Studie aus dem Jahr 2017 häufig noch als Argument gegen den Umstieg auf Elektroautos angeführt.

Quelle: IVL


Stete Wiederholung senkt die Hürden für die Verbreitung von Fake News

Es ist ein alter Propaganda-Trick: Man muss Dinge nur häufig genug wiederholen, damit nach und nach mehr Menschen die entsprechenden Argumente übernehmen. Ein ganz ähnliches Muster haben Psychologen beobachtet, wenn es um die Verbreitung von Fake News in Sozialen Netzen geht. In Experimenten mit mehr als 2500 Probanden zeigte sich: Je häufiger den Teilnehmern bestimmte Beiträge mit Fake News präsentiert wurden, desto weniger schreckten sie davor zurück, diese auf ihren eigenen Seiten zu teilen – auch wenn sie selbst die Informationen anzweifelten oder diese sogar offiziell als falsch gekennzeichnet waren. Nach Ansicht der Forscher sorgt die Wiederholung dafür, dass Menschen ihre moralische Verurteilung zunehmend aufgeben und den Fake News intuitiv auch einen gewissen Wahrheitsgehalt zusprechen. Die Studie ist im Fachjournal Psychological Science erschienen.

Quelle: Psychological Science

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