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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft19.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Auf Java hat der Homo erectus noch bis vor gut 100.000 Jahren gelebt +++ Schon in der Jungsteinzeit versuchten Menschen, sich mit Dämmen vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen +++ Erst das Zusammenleben in Paaren ermöglichte die Entstehung von größeren sozialen Gruppen +++ Der neue Mars-Rover hat seine erste Testfahrt erfolgreich absolviert +++ Über die Hälfte der Deutschen ordnet sich aktuell der politischen Mitte zu

von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Auf Java hat der Homo erectus noch bis vor gut 100.000 Jahren gelebt

Das berichtet ein internationales Forschungsteam in der Fachzeitschrift Nature. Die fossilen Knochen von zwölf Individuen dieser Frühmenschenart waren schon in den 1930er Jahren auf der indonesischen Insel ausgegraben worden. Die genaue Fundstelle und damit auch die Erdschicht, in der die Knochen lagen, waren nicht mehr bekannt. Deshalb war es bisher schwierig, ihr Alter genau einzuordnen. Die Spanne der Datierungen reichte von 40.000 bis zu 546.000 Jahren.

Mit Hilfe von Fotos und Aufzeichnungen von der ursprünglichen Ausgrabung ist es den Wissenschaftlern jetzt gelungen, den genauen Fundort zu identifizieren und die Knochen zu datieren. Demnach lebten die letzten Vertreter des Homo erectus vor etwa 100.000 Jahren auf der Insel.

Überall sonst auf der Erde war der Homo erectus schon deutlich früher verschwunden.

Quelle: Nature


Schon in der Jungsteinzeit versuchten Menschen, sich mit Dämmen vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen

Einen solchen Schutzwall haben Forschende aus Israel vor der Karmelküste im Norden des Landes entdeckt. Der Damm wurde vermutlich vor rund 7.000 Jahren von den Bewohnern der Siedlung Tel Hreiz gebaut, um ihr Dorf vor dem ansteigenden Wasser des Mittelmeeres zu sichern. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin PLOS ONE.

Der Schutzwall bestand aus großen Steinen, die aus dem Bett eines nahegelegenen Flusses stammen. Er ist etwa 100 Meter lang und lag zwischen dem damaligen Ufer des Meeres und der Siedlung, die ursprünglich etwa drei Meter über dem Meeresspiegel lag.

Gegen den Anstieg des Wassers in Folge der Eisschmelze am Ende der vergangenen Eiszeit konnte der Damm aber nichts ausrichten. Das Dorf wurde später von den Bewohnern aufgegeben und vom Meer überflutet.

Quelle: PLOS ONE


Erst das Zusammenleben in Paaren ermöglichte die Entstehung von größeren sozialen Gruppen

Zu diesem Schluss kommt ein Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Primatenforschung zusammen mit einem Kollegen der Universität Texas. Wie die Forscher im Fachjournal Science Advances schreiben, stellt das Paarleben bei Primaten eine Art Übergangsform vom Einzelgängertum hin zum Leben in Gruppen dar. Die unterschiedlichen Lebensformen sind eine Möglichkeit, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Welche Faktoren diese Übergänge beeinflussen, haben die Wissenschaftler mit Genanalysen und Verhaltensbeobachtungen von 362 Primatenarten untersucht.

Auf den ersten Blick ist es für Männchen kein Vorteil, mit nur einem Weibchen zusammenzuleben. Denn es könnte mit mehreren Weibchen deutlich mehr Nachwuchs zeugen. Doch die Fürsorge durch einen Vater, der nur mit einer Partnerin Nachwuchs bekommt, erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit der Nachkommen und ist damit auch für das Männchen erstrebenswert. Das wiederum stärkt die Paarbindung.

Quelle: Science Advances


Der neue Mars-Rover hat seine erste Testfahrt erfolgreich absolviert

Im Jet Propulsion Laboratory der Nasa im kalifornischen Pasadena rollte das ferngesteuerte Fahrzeug zehn Stunden lang hin und her und überwand dabei Hindernisse. Das hat die US-Raumfahrtbehörde mitgeteilt.

Der neue Rover soll mehr Entscheidungen über seine Bewegungen selbst treffen können als alle Vorgängermodelle. Dafür ist er mit verbesserter Kamera- und Navigationstechnik ausgerüstet. Das Material seiner sechs Räder wurde ebenfalls verändert, um sie haltbarer zu machen.

Der Rover soll im kommenden Sommer zum Mars gebracht werden und dort ab voraussichtlich Februar 2021 Daten über den Planeten sammeln.

Quelle: NASA


Über die Hälfte der Deutschen ordnet sich aktuell der politischen Mitte zu

Das geht aus einem Artikel hervor, den Wissenschaftler der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer im Informationsdienst Soziale Indikatoren veröffentlich haben. Für ihren Beitrag hatten die Autoren Daten aus dem Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen ausgewertet.

60 Prozent der Befragten stuften sich selbst im mittleren Bereich des politischen Spektrums ein. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Der größere Teil außerhalb der Mitte orientiert sich nach eigenen Angaben eher nach links. Im rechten Spektrum ist dagegen eine leicht abnehmende Tendenz zu verzeichnen.

Die Auswertung zeige, dass es aktuell keinen Rechtsruck in Deutschland gebe, schlussfolgern die Forscher.

Quelle: GESIS

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