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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft23.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Der Starliner ist gelandet +++ Britische Physiker spielen mit extrem kalten Legosteinen +++ Römische Kaiser starben nach einem bestimmten zeitlichen Muster +++ Chinesische Forscher haben entschlüsselt, wie das Zika-Virus sich in Zellen einnistet +++ Die Oper könnte das Leben verlängern

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Das Raumschiff Starliner ist nach einem missglückten Start wieder gelandet

Die Landung gelang am Sonntag im US-Bundesstaat New Mexico. Die Kapsel bremste mit drei Fallschirmen und setzte dann auf speziellen Luftkissen auf.

Das von der Nasa und Boeing gemeinsam entwickelte Raumschiff soll künftig Astronauten ins All befördern. Am Freitag startete es von Cape Canaveral aus zu einen unbemannten Testflug zur Internationalen Raumstation. Dort kam es aber nie an.

Vermutlich war eine Uhr an Bord nicht richtig eingestellt, wie die beiden Projektpartner mitteilen. Dadurch sei es zu Problemen mit der automatischen Zündung gekommen. In der Folge hat das Raumschiff so viel Treibstoff verbraucht, dass es die ISS nicht mehr erreichen konnte.

Quelle: dpa


Britische Physiker haben mit extrem kalten Legosteinen gespielt

Sie haben vier Legosteine – und übrigens auch eine Lego-Figur – in einen so genannten Mischungskryostaten gepackt. Diese Geräte dienen in Laboren dazu, extrem niedrige Temperaturen zu erzeugen. So kühlten die Forscher das Spielzeug auf nur 70 Tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt herunter.

Sie haben damit die wohl kältesten Legosteine im Universum erschaffen, aber auch ernsthafte Forschung betrieben. Denn sie untersuchen unter diesen Extrembedingungen die Wärmeleitfähigkeit des Kunststoffs der Legosteine.

Das Material entpuppte sich als guter Isolator und war gleichzeitig mechanisch  stabil, notieren die Physiker in den Scientific Reports. Es würde sich daher gut als Ausgangsmaterial für Labortechnik eignen, die extrem kalt sein muss.

Quelle: Scientific Reports


Römische Kaiser starben nach einem bestimmten zeitlichen Muster

Das ist einem Forscher aus den USA aufgefallen. Er betrachtete das Leben und Sterben von 69 Kaisern seit Augustus. Mehr als 60 Prozent von ihnen starben eines gewaltsamen Todes. Sei es, weil sie ermordet wurden, in der Schlacht fielen oder Suizid begingen.

Die Todeszeitpunkte waren nicht zufällig verteilt. Im ersten Jahr ihrer Regentschaft hatten die Kaiser ein hohes Risiko, gewaltsam umzukommen. Dieses Risiko sank danach stetig, während sich die Kaiser etablierten, stieg nach zwölf Jahren an der Macht jedoch wieder an.

Dieses Muster spiegelt ein Phänomen aus den Ingenieurswissenschaften wieder: Die "Betriebsdauer bis zum Ausfall". Mechanische Bauteile versagen häufig zu Beginn ihres Betriebs, etwa, weil sie fehlerhaft sind. Überstehen sie die erste Phase, halten sie meistens längere Zeit durch, bis sie verschleißen.

Der Autor der Studie ist Flugzeugingenieur. Im Fachblatt Palgrave Communications gibt er zu bedenken, dass man mit Daten aus dem alten Rom vorsichtig umgehen müsse. Zumindest zeige die Arbeit aber, dass scheinbar zufällige Ereignisse manchmal doch klaren statistischen Modellen folgen.

Quelle: Palgrave Communications


Chinesische Forscher haben entschlüsselt, wie das Zika-Virus sich in Zellen einnistet

Das Virus nutzt ein Eiweiß, um damit das endoplasmatische Retikulum in den Zellen zu manipulieren. Dabei handelt es sich um ein Kanalsystem, das in den Zellen vieler Lebewesen vorkommt und von Membranen umschlossen ist. Das Zika-Virus manipuliert diese Membranen so, dass sie kleine Taschen bilden, in denen das Virus sich vermehren kann, ohne von Immunprozessen der Zelle behelligt zu werden.

Diesen Angriff auf das Kanalsystem in der Zelle zu unterbrechen, könnte ein möglicher Therapieansatz gegen Zika, aber auch andere Krankheiten wie das Gelbfieber oder das Dengue Fieber sein. So beschreiben es die Wissenschaftler im Journal of Cell Biology.

Quelle: Journal of Cell Biology | Pressemitteilung


Besuche im Museum und in der Oper könnten das Leben verlängern

Das legt zumindest eine Studie aus Großbritannien nahe. Forscher haben dafür vor 16 Jahren über 6700 Senioren zu ihren kulturellen Aktivitäten befragt. Danach zeichneten sie auf, wie lange die Menschen noch lebten.

Jetzt haben sie die Ergebnisse ausgewertet und im Magazin BMJ veröffentlicht. Demnach war das Sterberisiko bei denjenigen geringer, die häufig Konzerte oder Museen besuchten. Die Forscher geben an, Einflüsse sozioökonomischer Faktoren wie das Einkommen oder den Bildungsgrad der Teilnehmer aus den Ergebnissen herausgerechnet zu haben.

Quelle: BMJ

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