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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft02.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

46 Prozent der in Deutschland erzeugten Energie kamen im Jahr 2019 aus erneuerbaren Quellen +++ Gallensäure erleichtert es dem Norovirus, Darmzellen zu infizieren +++ Den Nanotyrannosaurus gab es nicht +++ Eine intravenöse Impfung schützt deutlich besser vor Lungen-Tuberkulose +++ Auch Papageientaucher benutzen Werkzeug

von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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46 Prozent der in Deutschland erzeugten Energie kamen im Jahr 2019 aus erneuerbaren Quellen

Das haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme berechnet. Damit lag der Anteil von Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse an der Nettostromerzeugung erstmals über dem von Kohle, Öl und Gas, die zusammen etwa 40 Prozent ausmachen. Dazu kommt die Kernenergie, die im vergangenen Jahr noch knapp 14 Prozent der insgesamt erzeugten Strommenge lieferte.

Die stärkste Einzel-Energiequelle war mit knapp 25 Prozent erstmals die Windkraft. Gefolgt von Braunkohleverstromung mit einem Anteil von knapp 20 Prozent. Die beiden Bereiche hängen eng zusammen, denn die Kohleverstromung wird immer dann gedrosselt, wenn genug Energie aus alternativen Quellen zur Verfügung steht.

Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2019 516 Terawattstunden Strom erzeugt.

Quelle: Fraunhofer ISE


Gallensäure erleichtert es dem Norovirus, Darmzellen zu infizieren


Um in die Zellen zu gelangen, nutzt das Virus einen Mechanismus, der im Körper nach jeder Mahlzeit abläuft. Dabei gibt die Leber Gallensaft ab, der im Darm die Verdauung von Fetten aus der Nahrung  erleichtert. Gleichzeitig sorgen Stoffe in der Galle dafür, dass die Darmzellen ihre Zellwände durchlässig machen, um Nährstoffe aufnehmen zu können. Diesen Effekt nutzt das Norovirus, um ebenfalls in die Zellen zu gelangen. Dort kann es sich vermehren und die typischen Symptome einer Magen-Darm-Infektion auslösen. Das berichtet ein Forscherteam aus den USA in der Fachzeitschrift PNAS.

Da das Norovirus häufig über verunreinigte Nahrung in den Körper gelangt, ist dieser Weg besonders effizient, um die Schutzmechanismen der Darmschleimhaut zu überwinden.

Quelle: PNAS


Den Nano-Tyrannosaurus gab es nicht

Denn die fossilen Knochen von deutlich kleineren Exemplaren des Tyrannosaurus Rex gehörten wohl zu noch nicht ausgewachsenen Tieren und nicht zu einer eigenen Art. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam aus den USA im Fachmagazin Science Advances. Die Jungtiere waren etwa so hoch und doppelt so lang wie Pferde. Weil ihr Kopf und die Zähne noch nicht die typische Form von ausgewachsenen Artgenossen aufweisen, hielt man sie lange für eine eigene Art. Doch Untersuchungen der Knochen von "Jane" und "Petey", zwei kleinen Tyrannosauriern zeigten, dass sie ihr Wachstum noch nicht abgeschlossen hatten. Die Forschenden vermuten, dass die Tiere später in ihrer Entwicklung noch einen deutlichen Wachstumsschub durchlaufen hätten, um ihre volle Größe zu erreichen.

Nach Schätzungen waren Jane und Petey zum Zeitpunkt ihres Todes etwa 13 und 15 Jahre alt und damit im Teenager-Alter.

Quelle: Science Advances


Eine intravenöse Impfung schützt deutlich besser vor Lungen-Tuberkulose

Bisher wird der Impfstoff Kindern direkt in die Haut gespritzt, um sie vor Tuberkulose-Erregern zu schützen. Die Impfung kann auf diese Weise zwar bestimmte Formen der Krankheit abwenden, doch den Ausbruch einer Lungen-Tuberkulose, der häufigsten und gefährlichsten Form, kann sie nicht verhindern.

Nordamerikanische Forschende konnten jetzt zeigen, dass eine intravenöse Gabe des Impfstoffes deutlich wirkungsvoller ist. Rhesusaffen, die so behandelt worden waren, waren ein halbes Jahr nach der Injektion auch vor der Lungen-Tuberkulose geschützt. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature vor.

Quelle: Nature


Auch Papageientaucher benutzen Werkzeug

Und zwar zur Körperpflege. Wissenschaftlerinnen haben zwei der Vögel dabei beobachtet, wie sie sich mit Stöcken, die sie im Schnabel hielten, am Rücken oder am Bauch kratzen. Das berichten die Forschenden im Fachjournal PNAS. Sie vermuten, dass die Tiere Ungeziefer aus ihrem Gefieder entfernen wollten und das mit den Stöcken besser funktioniert als mit dem Schnabel.

Ein Papageientaucher wurde an der Atlantikküste in Wales beim Benutzen eines Stockes beobachtet, der andere auf Island.Weil  beide Orte rund 1.700 Kilometer voneinander entfernt sind, schlussfolgern die Wissenschaftlerinnen, dass ein solches Verhalten unter den Tieren weit verbreitet ist.

Es ist das erste Mal, dass Seevögel beim Werkzeuggebrauch beobachtet wurden. Bisher war nur bekannt, dass Wildvögel an Land Stöcke zur Futtersuche benutzen, um damit Ameisen aus ihren Nestern zu angeln. Die Beobachtungen deuten auch darauf hin, dass die geistigen Fähigkeiten der Vögel ausgeprägter sind, als bisher vermutet, schreiben die Forschenden.

Quelle: PNAS

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