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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft03.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Manche Schlangensterne können auch ohne Augen sehen +++ Indien plant eine dritte Mondmission +++ Ein Teilchenbeschleuniger passt auf einen Chip +++ Frühmenschen in Südafrika kochten schon vor 170.000 Jahren +++ Die Afrikanische Schweinepest rückt Deutschland immer näher +++ Eine künstliche Intelligenz kann bei der Brustkrebsdiagnose helfen

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Manche Schlangensterne können auch ohne Augen sehen

Schlangensterne sind Meereslebewesen aus der Karibik, die mit Seeigeln und Seesternen verwandt sind. Die fünfarmigen Tiere besitzen keine Augen im klassischen Sinn. Ein internationales Forscherteam hat beim Roten Schlangenstern Ophiocoma wendtii aber einen ungewöhnlichen Sehmechanismus entdeckt. Über dessen Haut sind Tausende von lichtempfindlichen Zellen verteilt. Versuche zeigten, dass die Schlangensterne darüber nicht nur Unterschiede der Lichtintensität ihrer Umgebung wahrnehmen. Offenbar können sie damit auch Kontraste und Muster erfassen. Das verleihe den Tieren die Fähigkeit des räumlichen Sehens, wenn auch nur mit einer groben Auflösung, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Current Biology.

Quelle: Current Biology


Indien plant eine dritte Mondmission

Die indische Raumfahrtagentur ISRO hat angekündigt, im Laufe dieses Jahres einen neuen, unbemannten Lander samt Rover zum Mond schicken zu wollen. Die Mission namens Chandrayaan-3 soll jenen Versuch zum Erfolg führen, der mit der Vorgängermission noch scheiterte – nämlich am Südpol des Mondes sanft zu landen, um dort verschiedene Analysen durchzuführen. Der Lander von Chandrayaan-2 war Anfang September 2019 auf dem Mond zerschellt. Chandrayaan-3 soll deutlich günstiger werden als die Vorgängermission. Unter anderem weil sie denselben Orbiter als Kommunikationsrelais nutzen kann, der schon seit Chandrayaan-2 auf einer Umlaufbahn den Mond umkreist.

Quelle: ISRO


Ein Teilchenbeschleuniger passt auf einen Chip

Forschende der Standford University haben den Prototyp eines Halbleiter-Chips aus Silizium konstruiert, in dem sich Elektronen mittels Laserpulsen beschleunigen lassen. Die erreichbaren Energien liegen zwar weit unter denen herkömmlicher, großer  Teilchenbeschleuniger. Doch Modellrechnungen zeigen, dass sich mit der neuen Technik Elektronen bis auf 94 Prozent der Lichtgeschwindigkeit bringen ließen, was einer Million Elektronenvolt entspricht. Solche integrierten Elektronen-Beschleuniger-Chips könnten dann zum Beispiel in der medizinischen Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Der Chip ist so konstruiert, dass dort in einem luftleeren, nano-feinen Kanal Elektronen fliegen können. Durch schnelle Folgen ultrakurzer Pulse eines Infrarotlasers werden diese dann immer wieder angestoßen und beschleunigt. Bei klassischen Teilchenbeschleunigern dienen Mikrowellen als Anschubhilfe. Dank der viel kürzeren Wellenlänge des Laserlichtes funktioniert das auch in den kleinen Dimensionen eines Chips. Die Studie ist im Fachmagazin Science erschienen.

Quelle: Science


Frühmenschen in Südafrika kochten schon vor 170.000 Jahren

Und zwar stärkehaltige Wurzeln. Das berichten Forschende der Universität von Witwatersrand im Fachmagazin Science. Es ist der bislang älteste Nachweis einer gezielten Nahrungszubereitung in der Steinzeit. Die Wissenschaftler fanden bei Ausgrabungen in der Border Höhle in den Lebombo-Bergen Südafrikas verkohlte Überreste der Wurzelknollen der Pflanzenart Hypoxis angustifolia. Offenbar wurden sie einst in die Höhle getragen und dort gekocht. Das lässt aus Sicht der Forscher auf das Kochen als sozialen Akt schließen. Zu den Funden aus der Höhle gehören auch hölzerne Grabstöcke, die den Frühmenschen zum Ausgraben der nahrhaften Wurzeln gedient haben dürften.

Quelle: Science


Die Afrikanische Schweinepest rückt Deutschland immer näher

Der jüngste Fund in Polen eines positiv auf Afrikanische Schweinepestviren getesteten Wildschwein-Kadavers war nur noch 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das gab das Bundesagrarministerium bekannt. Zuvor hatte die kürzeste Entfernung eines bekannten Falles in Polen noch bei 40 Kilometern gelegen. Derweil hat das Land Brandenburg den Bau mobiler Elektrozäune an der Grenze zu Polen fast abgeschlossen. Die Zäune sollen helfen zu verhindern, dass infizierte Wildschweine nach Deutschland einwandern. Die Schutzzäune reichen von Frankfurt (Oder) aus fast 120 Kilometer bis zur sächsischen Grenze. Die Afrikanische Schweinepest kann bei Wild- und Hausschweinen zum Tod führen. Bislang gibt es keine Impfstoffe dagegen. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Die deutschen Bauern sind aber besorgt. Denn würden auch hierzulande bei Wild- oder Hausschweinen Schweinepest-Viren nachgewiesen, verlöre Deutschland den Status als "seuchenfrei". Dann könnte es zu Exportstopps für Schweinefleisch kommen – etwa nach Asien.

Quelle: dpa


Eine künstliche Intelligenz kann bei der Brustkrebsdiagnose helfen

Forschende des Unternehmens Google Health haben eine Künstliche Intelligenz darauf trainiert, in Röntgenaufnahmen weiblicher Brüste Brustkrebs zu erkennen. Am Ende erreichte das Programm bei dieser Aufgabe eine Trefferquote, die sogar leicht über der von erfahrenen Ärzten lag – vor allem mit Blick auf falsch positive oder falsch negative Diagnosen. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Nature erschienen. Nach Ansicht der Studienautoren könnte eine solche Künstliche Intelligenz als zusätzliche Instanz bei Brustkrebs-Screenings dienen. Damit ließe sich vor allem die Arbeitsbelastung von Zweitgutachtern bei der Bewertung von Mammographien reduzieren.

Quelle: Nature

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