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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft06.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Chemie-Nobelpreisträgerin zieht Studie zurück +++ Auf der Venus könne es aktive Vulkane geben +++ Eine Stadt in China wird von einer mysteriösen Lungenkrankheit heimgesucht +++ Weitere Sicherheitsrisiken bei der Boeing 737 Max +++ Bio-Kohle als umweltfreundliche Energiequelle

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Chemie-Nobelpreisträgerin Frances Arnold musste eine Studie zurückziehen

Die amerikanische Chemikerin hatte die Arbeit letztes Jahr gemeinsam mit einem Kollegen und einer Kollegin im renommierten Magazin Science veröffentlicht. Es ging um modifizierte Enzyme, die chemische Reaktionen beschleunigen sollen.

Nun teilte Arnold mit, dass sich die damals beschriebenen Ergebnisse nicht reproduzieren ließen. Das Magazin Science hat die Veröffentlichung zurückgezogen und berichtet von Lücken in den Protokollen entscheidender Experimente.

Arnold bat auf Twitter um Entschuldigung. Zu der Zeit, als die Studie bei Science eingereicht worden war, sei sie beschäftigt gewesen und habe ihren "Job nicht gut gemacht".  

Die Chemikerin hatte 2018 zusammen mit zwei weiteren Forschern den Nobelpreis erhalten.

Quelle: dpa | Frances Arnold auf Twitter | Science


Auf der Venus könne es aktive Vulkane geben

Dass es auf unserem Nachbarplaneten Vulkane und Reste von Lavaströmen gibt, wissen Astronomen seit Jahrzehnten. Aber wie alt die Spuren von Ausbrüchen tatsächlich sind, war bislang nicht klar, weshalb auch die Frage nach der Aktivität der Venus-Vulkane unbeantwortet blieb.

Jetzt haben Forscher aus den USA die Atmosphäre der Venus im Labor nachgebildet und das Verhalten von Lava unter diesen Bedingungen studiert. Diese Laborbefunde vergleichen sie sodann mit von Raumschiffen aus gemessenen Lavaspuren auf der Venus.

Das Ergebnis: Die beobachtete Lava auf unserem Nachbarplaneten dürfte erst vor einigen Jahren erstarrt sein. Somit müsste es immer noch aktive Vulkane auf der Venus geben, resümieren die Wissenschaftler im Fachblatt Science Advances.

Quelle: Science Advances


Eine Stadt in China wird von einer mysteriösen Lungenkrankheit heimgesucht

Chinesische Behörden sprechen von 59 infizierten Personen. Sie würden isoliert behandelt werden. Sieben der Patienten befänden sich in einem kritischen Zustand.

Der Ausbruch ereignete sich in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan. Seinen Anfang nahm er wohl auf einem Fischmarkt, der inzwischen geschlossen wurde.

Laut einer Gesundheitskommission gebe es derzeit keine Anzeichen für eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Zudem handele es sich weder und Grippe, Mers, Vogelgrippe noch Sars. Inzwischen hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation eingeschaltet und verfolgt die Situation nach eigenen Angaben aufmerksam.

Der Fall weckt Erinnerungen an eine zunächst vertuschte Sars Pandemie, die 2002 im Süden Chinas gewütet hatte. Damals starben über 700 Menschen.

Quelle: dpa | AP via phys.org


Die Untersuchung der Boeing 737 Max offenbart weitere Sicherheitsrisiken

Das Flugzeugmuster wird derzeit auf Herz und Nieren überprüft, damit es wieder eine Zulassung bekommt. Wie die New York Times berichtet, haben Ingenieure bei diesen Prüfungen ein neues Sicherheitsrisiko identifiziert.

Es handelt sich um zwei Kabelstränge, die nah beieinander verlaufen und einen Kurzschluss verursachen könnten. Ein derartiges Versagen könnte zu einem Absturz führen, wenn die Piloten nicht richtig reagierten, schreibt die Times unter Berufung auf einen Boeing-Ingenieur und drei weitere Personen. Der Flugzeughersteller selbst teilte mit, dass man das Problem – falls nötig – einfach beheben könnte.

Flugzeuge des Typs 737 Max müssen derzeit am Boden bleiben. Grund sind zwei Abstürze, bei denen eine Steuerungssoftware der Auslöser gewesen sein könnte.

Quelle: New York Times


Chinesische Forscher schlagen Bio-Kohle als umweltfreundliche Energiequelle vor

Die Bio-Kohle ließe sich mit einfachen chemischen Prozessen aus nicht essbaren Nebenprodukten wie Reishülsen, Sägespänen oder Stroh herstellen. Man könnte sie wie gewöhnliche Kohle verbrennen. Den Nutzen dieses Brennstoffes haben die Forscher im Magazin Science Advances vorgerechnet. Demnach ließe sich in China allein aus Abfällen genug Bio-Kohle herstellen, um damit 13 Prozent des klassischen Kohlebedarfs zu stillen.

Würde man die Idee in die Tat umsetzen, könnte China im Jahr 2030 sechs Prozent seines CO2 Ausstoßes einsparen. Das Besondere an dem Ansatz ist, dass man Abfallstoffe aus der Landwirtschaft verarbeitet.

Quelle: Science Advances

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