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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft06.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Chinesische Behörden testen ein neues Medikament gegen das Coronavirus +++ In 13 Prozent aller Tumore finden sich Virus-Gene +++ Die Erderwärmung beschleunigt Meeresströmungen +++ Drei Astronauten sind von der Internationalen Raumstation zurückgekehrt +++ Aus 2000 Jahre alten Samen haben Forscherinnen Dattelpalmen wachsen lassen

von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Chinesische Behörden testen ein neues Medikament gegen das Coronavirus

Zur Behandlung von Erkrankten haben die chinesischen Behörden das antivirale Medikament Remdesivir zugelassen, das eigentlich gegen das Ebolavirus entwickelt worden war. Es soll ab heute in einer klinischen Studie von 761 Patienten eingenommen werden. Remdesivir hatte in Zellkulturversuchen eine Wirkung gegen das neue Coronavirus gezeigt. Auch ein Patienten in den USA war bereits erfolgreich damit behandelt worden.

In Deutschland wurde das Virus bei einer 13. Person nachgewiesen. Es handelt sich um die Frau eines Mitarbeiters der Firma Webasto in Bayern, der zu den ersten Infizierten gehörte. Die Frau ist laut den behandelnden Ärzten symptomfrei.

Quelle: Agenturen


In 13 Prozent aller Tumore finden sich Virus-Gene

Das berichtet ein Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg im Fachmagazin Nature Genetics. Die Viren können das Erbgut der Zellen so verändern, dass Kontrollmechanismen nicht mehr funktionieren und die Zellen sich ungebremst teilen. Am häufigsten fanden die Wissenschaftler genetische Spuren des Epstein-Barr-Virus, das mit der Entstehung von Lymphomen und Magenkrebs in Verbindung gebracht wird, sowie des Hepatitis-B-Virus, das Leberkrebs mitverursachen kann. Humane Papillomaviren wurden in 19 von 20 untersuchten Fällen von Gebärmutterhalskrebs entdeckt.

Die Arbeit ist Teil eines Mammutprojektes, das helfen soll, die genetischen Grundlagen der Krebsentstehung besser zu verstehen. Dazu hat ein Zusammenschluss internationaler Forschungsgruppen die Genome von 2600 Tumorproben von Patienten mit 38 verschiedenen Krebsarten untersucht.

Quelle: Nature Genetics


Die Erderwärmung beschleunigt Meeresströmungen

Die Energie der Strömungen hat seit 1990 in jedem Jahrzehnt um 15 Prozent zugenommen Das haben Ozeanographen aus den USA berechnet. Bis 1990 gab es keinen derartig klaren Trend. Durch schnellere Winde über der Wasseroberfläche werden demnach Strömungen bis in eine Tiefe von 2000 Metern beeinflusst, berichten die Forschenden im Fachjournal Science Advances. Besonders stark ist der Effekt offenbar in tropischen Gewässern.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Beobachtungen der Meeresströmungen aus, die mit geeigneten Modellen ergänzt wurden. Ein Abgleich mit Messdaten eines globalen Bojen-Messnetzes bestätigte die Ergebnisse.

Die großen Meeresströmungen haben unter anderem Auswirkungen auf Wettermuster. Durch sie wird im Wasser gespeicherte Wärme über die Erde verteilt, etwa wie beim Golfstrom, der warmes Wasser in kalte Gebiete transportiert.

Quelle: Science Advances


Drei Astronauten sind von der Internationalen Raumstation zurückgekehrt

Der Italiener Luca Parmitano, die US-Amerikanerin Christina Koch und der Russe Alexander Skworzow sind heute Morgen in einer Sojus-Kapsel in Kasachstan gelandet. Alle drei sind in guter Verfassung, teilte die Europäische Raumfahrtagentur ESA mit. Christina Koch hatte 328 Tage auf der ISS verbracht. Das ist so lange wie noch keine Frau vor ihr. Jetzt soll untersucht werden, welche Folgen ein derartig langer Aufenthalt in der Schwerelosigkeit auf eine Frau hat.

Luca Parmitano und Alexander Skworzow waren jeweils 201 Tage im All.


Aus 2000 Jahre alten Samen haben Forscherinnen Dattelpalmen wachsen lassen

Die Samen stammen von historischen Fundstätten in Israel und lagerten seit ihrer Entdeckung in Archiven. Israelische Wissenschaftlerinnen suchten die Exemplare heraus, die am besten erhalten waren, und versuchten, sie zum Keimen zu bringen. Dazu weichten sie die Samen zuerst in warmem Wasser und Flüssigdünger ein und säten sie anschließend in steriler Erde aus, wie sie in der Fachzeitschrift Science Advances berichten.

Mit der Radiokarbonmethode untersuchten die Forschenden anschließend die Schalen der Samen, um deren Alter zu bestimmen. Sie konnten zeigen, dass die Samen zwischen 1600 und 2000 Jahre alt sind.

Aus sechs Samen wuchsen junge Dattelpalmen heran, denen die Wissenschaftler Namen gaben: Adam, Jonah, Uriel, Boaz, Judith und Hannah. Als nächstes wollen die Wissenschaftler versuchen, Blüten einer weiblichen Pflanze mit Pollen einer männlichen Pflanze zu bestäuben, um Früchte wachsen zu lassen.

Quelle: Science Advances

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