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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft13.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Forschenden finden Antibiotika mit einem neuartigen Wirkmechanismus +++ Weltweit landen mehr Lebensmittel im Müll als bisher vermutet +++ Eine unbekannte Frühmenschen-Art hat genetische Spuren hinterlassen +++ Eine riesige Urzeit-Schildkröte besaß einen gehörnten Panzer

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Forschenden finden Antibiotika mit einem neuartigen Wirkmechanismus

Die neu entdeckten Substanzen Corbomycin und Complestatin wirken, indem sie den Abbau der bakteriellen Zellwand verhindern. Das wird für die Bakterien zum Problem, weil sie sich so nicht mehr ausdehnen oder teilen können, wie Biochemikerinnen aus Kanada herausgefunden haben. Andere, bereits etablierte Antibiotika wie etwa Penicillin machen das genaue Gegenteil- sie stören den Aufbau der Zellwand. Ihre Entdeckung stellen die Forscherinnen in der Fachzeitschrift Nature vor. Bei Tests mit Mäusen konnten die Substanzen Infektionen mit dem Bakterium Staphylococcus aureus deutlich reduzieren.

In der Natur werden Corbomycin und Complestatin von Bodenbakterien produziert.

Quelle: Nature


Weltweit landen mehr Lebensmittel im Müll als bisher vermutet

Zu diesem Schluss kommen Ernährungsökonomen von der Universität Wageningen. Wie die Forschenden in der Fachzeitschrift PLOS One berichten, verderben nach ihren Berechnungen zum Beispiel in Deutschland bis zu einem Drittel aller Nahrungsmittel.

Für ihre Studie legten die Wissenschaftlerinnen ein neues Modell zu Grunde, das auch die wirtschaftliche Situation eines Landes berücksichtigt. Es gibt in Kalorien an, wie viel Lebensmittel in einem Land zur Verfügung stehen. Von diesem Wert wird dann der geschätzte Kalorienverbrauch der jeweiligen Bevölkerung abgezogen. Die Differenz zeigt, wie viele Kalorien nicht verbraucht werden und damit gleichzeitig, wie viel Lebensmittel weggeworfen werden. Dabei hängt das Ausmaß der Verschwendung auch davon ab, wie reich ein Land ist, schreiben die Forschenden.

Quelle: PLOS ONE


Eine unbekannte Frühmenschen-Art hat genetische Spuren hinterlassen

Im Erbgut von modernen Menschen in Europa und Asien finden sich noch heute Gene von Neandertalern beziehungsweise Denisova-Menschen, die zeitgleich mit dem Homo sapiens auf den jeweiligen Erdteilen lebten. Und auch in Afrika hat es wohl eine bisher unbekannte Frühmenschen-Art gegeben, die dort einst mit dem Homo sapiens Nachwuchs bekommen und so einen Teil ihrer Gene weitergegeben hat. Diese Spuren hat jetzt ein Forschungsteam aus den USA nachgewiesen. In der Fachzeitschrift Science Advances stellen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse vor.

Da es keine fossilen Erbgutreste der frühen Menschen gibt, die zum Vergleich herangezogen werden könnten, mussten sich die Wissenschaftler mit indirekten Methoden behelfen. Dazu untersuchten sie die Erbsequenzen von 400 Westafrikanern und stießen dabei auf genetische Spuren, die von Frühmenschen stammen mussten. Die Forschenden konnten zeigen, dass diese Spuren weder zu Neandertalern noch zu Denisova-Menschen passen. Also muss es in Afrika eine weitere, bisher unbekannte Frühmenschen-Art gegeben haben, folgern die Autoren der Studie.

Quelle: Science Advances


Eine riesige Urzeit-Schildkröte besaß einen gehörnten Panzer

Mit bis zu drei Metern Länge und einem Gewicht von mehr als einer Tonne war die Süßwasserschildkröte vermutlich die größte Schildkröte, die es je gab. Das berichtet ein internationales Forschungsteam im Fachmagazin Science Advances.

Die Männchen der Art trugen an der Vorderseite ihres Panzers große Hörner, die sie vermutlich zur Verteidigung einsetzten. Denn trotz ihrer Größe war die Riesenschildkröte ein Beutetier, wie Bissspuren und Löcher an Panzer und Knochen zeigen. Ihren Lebensraum teilten sich die Tiere mit ähnlich großen Exemplaren anderer Urzeit-Tiere wie etwa dem Purussaurus, einem Vorfahren der modernen Krokodile.

Die Überreste des Tieres, das vor fünf bis zehn Millionen Jahren lebte, wurden im Gebiet des heutigen Venezuela gefunden. Es sind die bisher vollständigsten Funde dieser Art und die ersten, die einen Rückschluss auf die wahre Größe der Schildkröte zuließen.

Quelle: Science Advances

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