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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft17.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Neue Corona-Zahlen +++ Weitere Erklärungen für Beteigeuzes Verdunkelung +++ Mediziner stören die Kommunikation von Tumorzellen +++ Daten eines Lauschangriffs auf Außerirdische öffentlich +++ Blitzer-Marathons wirken etwa einen Tag lang

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

In China ist die Zahl der Infizierungen wie auch die Zahl der Todesfälle gestiegen

Die dortige Gesundheitskommission meldet nun über 70 500 bestätigte Fälle und 1770 Tote auf Chinas Festland. Insgesamt hätten sich dort inzwischen auch über 10 800 Menschen von der Krankheit erholt und durften die Krankenhäuser verlassen.

Auch einige der hierzulande infizierten Deutschen sind wieder genesen: Eine Familie aus dem Landkreis Traunstein in Bayern ist aus dem Krankenhaus in Trostberg entlassen worden. Inzwischen wurden auch drei Corona-Patienten aus der Münchner Klinik Schwabing entlassen. Somit sind sieben der 14 Infizierten in Bayern wieder zu Hause.

Ebenfalls nach Hause durften einige China-Rückkehrer, die bisher in Quarantäne saßen: Nach 14 Tagen ist die Isolation der rund 120 von der Bundeswehr aus den stark betroffenen Regionen in China zurück geholten Deutschen vorbei. Sie durften am Sonntag die Kaserne im Rheinland-Pfälzischen Germersheim verlassen. In Berlin-Köpenick verweilen noch 16 Erwachsene und vier Kinder nach ihrer Rückkehr aus China in Quarantäne.

Quelle: AP | dpa


Beteigeuzes Verdunkelung muss nicht unbedingt auf eine bevorstehende Explosion hindeuten

In den letzten Monaten war der Stern, der die Schulter des Sternbilds Orion bildet, dadurch aufgefallen, dass er schwächelte: Eigentlich ist er eines der hellsten Gestirne am Nachthimmel, doch seit Oktober hat er mehr als die Hälfte seiner Leuchtkraft eingebüßt. Das legte die Vermutung nahe, der Stern habe seinen Brennstoff fast verbraucht und würde bald – wie es sich für einen roten Überriesen gehört – in einer gewaltigen Explosion enden.

Forscher der Europäischen Südsternwarte haben nun jedoch zwei andere Hypothesen geäußert. Sie basieren auf neuen Aufnahmen des Sterns, die verdeutlichen, dass sich neben der Leuchtkraft auch seine Form verändert zu haben scheint.

Der Grund dafür könnte eine Abkühlung der Oberfläche aufgrund einer außergewöhnlichen Sternaktivität sein, so die Forscher. Man könnte die Beobachtung aber auch damit erklären, dass Beteigeuze Staub in Richtung der Erde ausgeworfen hat.

Quelle: ESO


Mediziner stören die Kommunikation von Tumorzellen

Konkret geht es um Stammzellen, die bei der häufigsten Form von Nierenkrebs auftreten. Diese Stammzellen können Metastasten erzeugen, die wiederum dafür sorgen, dass der Krebs nach einem anfänglichen Behandlungserfolg widerkehrt.

Berliner Forscher haben nun erkannt, dass diese Krebsstammzellen von Signalen zweier biochemischer Netzwerke im Körper abhängig sind. Sobald die Forscher diese Signalwege ausschalteten, hörten die Krebsstammzellen in Laborexperimenten auf zu wachsen. Auch bei Mäusen hemmte der Eingriff das Tumor-Wachstum, notieren die Wissenschaftler im Magazin Nature Communications.

Die Erkenntnisse aus der Studie könnten irgendwann bei der Entwicklung von maßgeschneiderten Krebstherapien helfen.

Quelle: Nature Communications


Die Daten eines großen Lauschangriffs auf Außerirdische sind jetzt öffentlich

Die privat finanzierte Initiative "Breakthrough Listen" hat in den letzten vier Jahren verschiedene Daten in unserer Galaxie gesammelt. Astronomen haben dafür etwa mit Radioteleskopen in die Milchstraße hinausgechorcht oder das interstellare Objekt 2I/Borisov untersucht, das letztes Jahr unser Sonnensystem passierte.

So entstanden zwei Petabyte an Daten, in denen Forscher nach Hinweisen auf außerirdische Kommunikation suchen können. Damit das möglichst viele Wissenschaftler tun, hat Breakthrough Listen die Daten nun veröffentlicht.

Die Messungen dienen dabei nicht nur der Suche nach außerirdischem Leben. Sie können auch bei der Analyse natürlicher astronomischer Phänomene helfen.

Quelle: dpa | Breakthrough Listen | UC Berkeley


Blitzer-Marathons wirken etwa einen Tag lang

Zu diesem Ergebnis kommen eine Ökonomin und ein Ökonom in einer Studie für das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit. Die beiden Forscher haben Daten von Radarfallen, Unfallzahlen und Geschwindigkeitsmessungen aus ganz Deutschland analysiert.

Mit diesen Informationen untersuchten sie den Einfluss von Blitzer-Marathons, also von öffentlich angekündigten, intensiven Geschwindigkeitsüberwachungen. Das Ergebnis: Die Autofahrer passten ihr Verhalten nur an den Tagen der Blitzer-Kampagnen an. Nach den Blitzer-Marathons konnten die Forscher keine Änderung der Geschwindigkeiten erkennen.

Sie konnten auch zeigen, dass die Zahl leichter Unfälle während der Blitzer-Aktionen um etwa acht Prozent sank. Bei schweren und tödlichen Unfällen konnten sie zumindest einen ähnlichen Trend erkennen. Die Wissenschaftler untersuchten auch die mediale Aufarbeitung der Blitzer-Marathons, um sicher zu gehen, dass die Öffentlichkeit über die Aktionen informiert war.

Quelle: IZA | Pressemitteilung

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