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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft19.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Junk-Food beeinflusst das Gehirn +++ In Ostafrika droht eine zweite Heuschrecken-Welle +++ Die EU setzt bei Künstlicher Intelligenz auf Vertrauenswürdigkeit +++ Historische Helme boten guten Schutz +++ Russland lässt keine Chinesen mehr ins Land – wegen des Coronavirus +++ Ein Falke kommt in die Top-Ten

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Junk-Food beeinflusst das Gehirn

Junk-Food stört die Appetitregulation, die vom Hippocampus im Gehirn ausgeht. Das berichten Forschende aus Australien im Fachmagazin Royal Society Open Science. Ihrer Studie nach lässt bei einer ungesunden Ernährungsweise mit sehr energiereicher und auch zuckerhaltiger Nahrung die Kontrollfunktion des Hippocampus nach. Dadurch steigt das Verlangen nach mehr, auch wenn man eigentlich schon satt ist. Die Forscher machten Versuche mit insgesamt 105 Probanden, aufgeteilt in zwei Gruppen. Die eine ernährte sich gesund mit frischen und ballaststroffreichen Produkten. Die andere bekam vor allem Fastfood. Schon nach einer Woche zeigten sich deutliche Unterschiede bei der Selbstkontrolle: Wenn die Junk-Food-Gruppe nach einer eigentlich schon sättigenden Mahlzeit noch ungesunde Schokoriegel als Snacks angeboten bekam, war ihr Appetit darauf wesentlich größer.

Quelle: Royal Society Open Science


In Ostafrika droht eine zweite Heuschrecken-Welle

Seit Monaten fressen Schwärme aus Millionen Wüstenheuschrecken ganze Landstriche in Ostafrika kahl. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist schon jetzt die Nahrungsmittelversorgung von 13 Millionen Menschen stark gefährdet. In den kommenden Monaten könnte sich die Lage noch dramatisch verschlimmern. Experten befürchten eine zweite Ausbreitungswelle der Wüstenheuschrecken. Die Insekten hätten entlang ihrer Zugwege Eier gelegt, berichtete das ostafrikanische Umwelt-Monitoring-Zentrum ICPAC. Voraussichtlich zwischen März und April würden daraus Tiere in solchen Massen schlüpfen, dass sie gleich wieder neue Riesenschwärme bilden könnten. Damit steige auch das Risiko, dass sie in wichtige regionale Kornkammern einfallen – und das während der für die Ernte wichtigen Regenzeit. Betroffen von der Heuschrecken-Plage sind bereits jetzt Regionen in den Ländern Äthiopien, Eritrea, Somalia, Sudan, Kenia, Uganda und Tansania.

Quelle: Agenturen, ICPAC


Die EU setzt bei Künstlicher Intelligenz auf Vertrauenswürdigkeit

Die EU-Kommission hat heute in Brüssel ihre Digital- und Datenstrategie vorgestellt. Ein Schwerpunkt davon ist ein Weißbuch mit Vorschlägen zur Förderung, aber auch für mehr Kontrolle von Künstlicher Intelligenz, kurz: KI. Nach den Plänen der EU-Kommission soll Europa zu einem weltweit führenden Standort für – so wörtlich – "vertrauenswürdige" KI-Anwendungen werden; und damit zugleich auch international Standards setzen. Besonders risikobehaftete Einsatzfelder von Künstlicher Intelligenz – etwa im Verkehr, der Medizin oder bei automatischen Erkennungssystemen von Polizei und Justiz – sollen künftig besonderen Kontrollen und Regeln unterliegen. Solche Hochrisiko-KI sollen nur dann im europäischen Binnenmarkt eingesetzt werden, wenn sie zuvor getestet und zertifiziert wurden.

Quelle: Agenturen


Historische Helme boten guten Schutz

Forscher der Duke University haben Soldatenhelme aus dem Ersten Weltkrieg mit dem heutigen Advanced Combat Helmet der US-Armee verglichen. Bei ihren Versuchen ging es um die Frage, wie gut die Helme die schädliche Wirkung von Schockwellen naher Explosionen auf das Gehirn dämpfen. Messungen mit einem Dummy, dem verschiedene Helm-Modelle aufgesetzt wurden, ergaben: Schon die historischen Helme waren überraschend effektiv. Der besonders breitkrämpige, sogenannte Adrian-Helm der französischen Armee im Ersten Weltkrieg bot im Vergleich zur modernen Hightech-Helmvariante sogar einen besseren Schutz vor Hirnblutungen durch Schockwellen. Weitere Helme in der Testreihe waren ein britischer Brodie und ein deutscher Stahlhelm. Die Studie ist im Fachmagazin PLoS One erschienen.

Quelle: PLoS One


Russland lässt keine Chinesen mehr ins Land – wegen des Coronavirus

Die Einreisesperre wurde aus Sorge vor der Einschleppung des neuartigen Coronavirus verhängt. Das Verbot gilt allerdings nur für chinesische Staatsbürger, nicht für andere Reisende, die aus China nach Russland kommen. Die russische Regierung begründete das ungewöhnliche Vorgehen damit, dass die Behörden nicht für Tausende Reisende aus China Einrichtungen zur Quarantäne und zur medizinischen Versorgung vorhalten könnten. In China hat die offizielle Zahl der an der Viruskrankheit Covid-19 Gestorbenen erstmals die Marke von 2000 überschritten. Weltweit gibt es über 75.000 Fälle einer nachgewiesenen Infektion mit dem Sars-Coronavirus-2.

Quelle: Agenturen


Ein Falke kommt in die Top-Ten

Am Höchstleistungsrechenzentrum HLRS in Stuttgart ist heute ein neuer Supercomputer eingeweiht worden. Die Rechenanlage mit dem Projekt-Namen Hawk (übersetzt: Falke) erreicht eine Spitzenleistung von 26 Petaflops, das sind 26 Billiarden komplexe Rechenschritte pro Sekunde. Damit steht Hawk aktuell auf Platz 10 in der weltweiten Top-Ten der Supercomputer – und auf Platz 2 in Deutschland, knapp hinter dem SuperMUC-NG in München. Hawk soll vor allem für komplexe Simulationen eingesetzt werden, unter anderem von Strömungen um Flugzeugflügel- und Windradprofile. Die Wissenschaftler am HLRS wollen mit Hawk künftig aber auch von Menschen beeinflusste Entwicklungen wie Pandemien und Flüchtlingsströme berechnen. Das gilt als besonders anspruchsvoll, weil menschliches Verhalten in Gruppen schwer vorhersehbar ist.

Quelle: Agenturen, HLRS

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