Montag, 01.06.2020
 
Seit 10:05 Uhr Gottesdienst
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft26.03.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Über der Arktis hat sich ein Ozonloch gebildet +++ Zähne sind ein Archiv des Lebens +++ Marburger Forscher entwickeln einfache Beatmungsgeräte +++ Zu viel Salz hemmt die Immunabwehr +++ Das Coronavirus wird wohl nicht über Tränenflüssigkeit übertragen +++ Bei großer Trockenheit werfen Buchen ihre Früchte zu früh ab

Von Magdalena Schmude

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Über der Arktis hat sich ein Ozonloch gebildet

Das haben Forschende vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beobachtet. Es ist das erste Mal, dass eine solch starke Veränderung der Ozonschicht über der Arktis auftritt, schreiben die Wissenschaftler.
Von einem Ozonloch spricht man, wenn die schützende Schicht in der unteren Stratosphäre so dünn wird, dass sie ein Drittel weniger von der schädlichen UV-Strahlung absorbiert als gewöhnlich.

Die Forschenden vermuten, dass der Ozonabbau durch eine außergewöhnliche Wettersituation und eine hohe Chlorkonzentration in der Atmosphäre begünstigt wurde. In den letzten zwei Monaten gab es lang anhaltende und starke Polarwinde. Da zu diesem Zeitpunkt noch Polarnacht herrschte, in der die Sonne nicht scheint, sanken die Temperaturen in der Stratosphäre stark ab, was die Bildung von sogenannten Perlmuttwolken begünstigt. An diesen Wolken laufen zahlreiche chemische Prozesse ab, auch der Ozonabbau.

Quelle: DLR


Zähne sind ein Archiv des Lebens

Der Wurzelzement, der den unteren Bereich des Zahnes umgibt, wird fortlaufend neu gebildet. Ähnlich wie die Jahresringe eines Baumes, geben die neu gebildeten Schichten Auskunft über prägende körperliche Lebensereignisse, die im jeweiligen Zeitraum eintraten. Das berichten Forschende aus New York in der Fachzeitschrift Scientific Reports.
Durch besondere Ereignisse wie Krankheiten verändert sich die Mikrostruktur des Zementes dauerhaft. Diese Veränderungen sind dann unter dem Mikroskop sichtbar. Bei Frauen konnten die Forschenden auch die Geburt eines Kindes oder die Wechseljahre im Wurzelzement nachvollziehen.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler 47 Zähne von 15 Personen untersucht, die bei ihrem Tod zwischen 25 und 69 Jahre alt waren. Da die entsprechenden Lebensdaten und -umstände der Menschen bekannt waren, konnten die Forschenden diese mit den Eigenschaften des Wurzelzements vergleichen und so Zusammenhänge erkennen.

Quelle: Scientific Reports


Marburger Forscher entwickeln einfache Beatmungsgeräte

Damit soll ein möglicher Mangel an Beatmungsplätzen in Krankenhäusern vermieden werden. Das Team, das aus Forschenden verschiedener Fachrichtungen von der Universität Marburg und den Universitätskliniken Marburg und Gießen besteht, arbeitet an zwei Modellen. Zum einen könnten sogenannte CPAP-Geräte, die bisher für die Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt werden und in vielen privaten Haushalten vorhanden sind, entsprechen umgebaut und erweitert werden. Dann könnten die Apparate bei Patienten verwendet werden, die sich bereits von einer CoViD-19-Erkrankung erholt haben und weniger intensiv beatmet werden müssen.

Diese Möglichkeit ist nur in Ländern denkbar ist, in denen CPAP-Geräte verbreitet sind. Deshalb arbeiten die Forschenden außerdem an einer Lösung, die auf Beatmungsbeuteln basiert. Da diese normalerweise immer wieder mit der Hand zusammengedrückt werden müssen, entwickelt das Team mechanische Apparaturen, die diese Aufgabe übernehmen könnten.

Quelle: Uni Marburg


Zu viel Salz hemmt die Immunabwehr

Zu diesem Schluss kommen Forschende aus Bonn. Sie konnten zeigen, dass eine übermäßige Aufnahme von Speisesalz, also Natriumchlorid, die Funktion der Granulozyten hemmt. Dieser Zelltyp macht bis zu drei Viertel der Immunzellen im Blut aus und bekämpft eingedrungene Bakterien. Der immun-hemmende Effekt wird laut der Studie über Salz-Sensoren in den Nieren vermittelt, die hauptsächlich die Ausscheidung von Natriumchlorid steuern. Werden die Sensoren aktiviert, sorgen sie außerdem dafür, dass sich im Blut Steroidhormone anreichern. Diese Stoffe hemmen die Aktivität der Granulozyten und schwächen damit die Immunabwehr.

Den beschriebenen Effekt konnten die Forschenden an Probanden beobachten, die für eine Studie statt der empfohlenen fünf Gramm Salz pro Tag elf Gramm zu sich nahmen. Schon nach einer Woche wurden ihre Immunzellen deutlich schlechter mit Bakterien fertig. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftlerinnen im Fachmagazin Science Translational Medicine vor.

Quelle: Science Translational Medicine


Das Coronavirus wird wohl nicht über Tränenflüssigkeit übertragen

Im Gegensatz zu den Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen ausgestoßen werden, enthielten die Tränen von CoViD-19-Patienten keine nachweisbaren Mengen des SARS-Coronavirus2, das die Erkrankung auslöst. Forschende aus Singapur hatten bei 17 Patienten zu verschiedenen Zeitpunkten der Erkrankung Proben der Tränenflüssigkeit gewonnen und diese untersucht. Sowohl beim Auftreten der ersten Symptome als auch zwanzig Tage später waren die Tränen nicht infektiös, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Ophthalmology.

Quelle: Ophthalmology


Bei großer Trockenheit werfen Buchen ihre Früchte zu früh ab

Die Bucheckern, die eigentlich erst im Herbst von den Bäumen fallen, landeten im Jahr 2018 stattdessen schon im Sommer auf der Erde. Und das, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig entwickelt waren. Wissenschaftler von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in der Schweiz beschreiben das zuvor unbekannte Phänomen im Fachjournal Scientific Reports. Die Forschenden vermuten, dass der Abwurf ihrer unreifen Früchte eine Art Notstopp für die Bäume darstellt. Um bei Wasserknappheit Ressourcen zu sparen, verzichten die Bäume auf die Reifung der Bucheckern und stecken ihre Kraft vor allem in lebenswichtige Strukturen wie Blätter, Holz und Wurzeln.

Quelle: Scientific Reports

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk