Samstag, 24.10.2020
 
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft02.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

In der Antarktis gab es einst einen Regenwald +++ Forschenden legen eine Empfehlung vor, ab wann gesundende COVID19-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden könnten +++ Lucy hatte ein affen-artiges Gehirn +++ Die meisten Diäten wirken nur kurzfristig +++ Die Zwanziger Jahre waren für Frauen in der Filmindustrie alles andere als golden +++ Mehr als 12.000 Personen wollen NASA-Astronaut*Innen werden

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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In der Antarktis gab es einst einen Regenwald

Fossile Spuren am Meeresgrund nahe dem Südpol zeigen, dass es dort in der Kreidezeit eine Vegetation gab, die den sumpfigen Wäldern im heutigen Neuseeland ähnelt. Ein internationales Forschungsteam mit Wissenschaftlern vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven fand die Überreste von Wurzeln, Blütenpollen und Sporen, die zeigen, dass es in der Region vor etwa 90 Millionen Jahren deutlich wärmer gewesen sein muss. Das berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature.

Die gut erhaltenen pflanzlichen Überreste wurden in einem Eisbohrkern gefunden, der im Jahr 2017 am Grund der Amundsensee entnommen wurde. Schon bei der Entnahme sei die ungewöhnliche Färbung der entsprechenden Sedimentschicht aufgefallen, berichten die Wissenschaftler. Untersuchungen mit dem Computertomographen enthüllten dann den genauen Inhalt.

Quelle: Nature


Forschenden legen eine Empfehlung vor, ab wann gesundende COVID19-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden könnten

Anhand der Daten von 9 SARS-CoV2-Infizierten, die Anfang Februar in der München Klinik Schwabing betreut worden waren, haben Forschende aus München und Berlin entsprechende Empfehlungen abgeleitet. Dieses Vorgehen könnte nötig werden, wenn die Betten in den Krankenhäusern knapp werden. Regelmäßige Untersuchungen von Rachenabstrichen und Schleim-Proben aus den Lungen der Patientinnen und Patienten zeigten, wie sich die Infektiosität im Verlauf der Erkrankung verschiebt. Als erstes steigt die Virenzahl im Rachen stark an, was zu einer frühen Ansteckungsfähigkeit führt. Etwa eine Woche nach Beginn der Symptome wird dann der Husten-Auswurf zum Hauptübertragungsweg, weil die Virenzahl im Rachen bereits abnimmt. Das berichten die Forschenden im Fachmagazin Nature.

Nach Meinung der Wissenschaftler könnten mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Personen aus dem Krankenhaus deshalb in häusliche Quarantäne entlassen werden, wenn sich weniger als 100.000 Kopien des Virus-Erbgutes in ihrem Husten-Auswurf nachweisen lassen. Denn ab dieser Grenze ließen sich keine infektiösen Viren mehr im Auswurf nachweisen.

Quelle: Nature


Lucy hatte ein affen-artiges Gehirn

Unter dem Namen Lucy ist das fossile Skelett eines weiblichen Urmenschen bekannt geworden, der vor etwa 3 Millionen Jahren in der Region des heutigen Äthiopien lebte und zur Art Australopithecus afarensis gehörte. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat die Schädel von insgesamt acht Individuen dieser Art untersucht und Hinweise darauf gefunden, dass deren Gehirne ähnlich organisiert waren wie die heutiger Schimpansen. Das lässt Rückschlüsse auf ihre geistigen Fähigkeiten zu. Gleichzeitig konnten die Forschenden zeigen, dass das Gehirnwachstum der Homininen bis ins Kleinkindalter anhielt. Insgesamt waren die Gehirne von Lucy und ihren Verwandten wohl 20 Prozent größere als die Gehirne von Affen.

Ein längeres Gehirnwachstum spricht dafür, dass die Kinder von Australopithecus afarensis lange auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen waren, dadurch aber auch mehr Zeit hatten, um zu lernen.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.

Quelle: Science Advances


Die meisten Diäten wirken nur kurzfristig

Zu diesem Schluss kommen kanadische Forschende in einer Übersichts-Studie im British Medical Journal. Die Wissenschaftler hatten Daten von mehr als 21.000 Personen ausgewertet, die an verschiedenen wissenschaftlich begleiteten Diät-Programmen teilgenommen hatten. Darunter solche, bei denen wenig Kohlenhydrate oder wenig Fette gegessen werden durften. Nach einem halben Jahr hatten die meisten Probanden zwischen vier und fünf Kilogramm Gewicht verloren. Auch ihr allgemeiner Gesundheitszustand hatte sich verbessert, wie im Schnitt gesunkenen Blutdruckwerte zeigten. Doch schon ein Jahr nach der Diät waren diese Effekte verpufft, berichten die Wissenschaftler. Statt kurzfristiger, teils einseitiger Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel nach einem vorgegeben System empfehlen die Wissenschaftler deshalb, eine langfristig ausgewogene Ernährung, um ein niedrigeres Körpergewicht zu halten.

Quelle: British Medical Journal


Die Zwanziger Jahre waren für Frauen in der Filmindustrie alles andere als golden

Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftlerinnen, die im Fachjournal PLOS ONE erschienen ist. Die Forschenden wollten wissen, wie sich der Anteil von Frauen in der Filmindustrie in den 100 Jahren zwischen 1910 und 2010 verändert hatte. Dazu werteten sie die Zusammensetzung von Filmteams aus, die an mehr als 26.000 Produktionen beteiligt waren, die in diesem Zeitraum in den USA entstanden. Es wurde sowohl die Anzahl der Darstellerinnen als auch der Regisseurinnen, Produzentinnen oder Drehbuchautorinnen berücksichtigt. Das Ergebnis: Während es bis zum Jahr 1920 einen Anstieg der Beteiligung von Frauen gab, sank deren Präsenz im Filmbusiness in den Jahren nach 1922 stark ab. Erst ab etwa 1950 nahm ihr Anteil wieder zu, blieb bis heute aber konstant unter 50 Prozent.

Die Wissenschaftlerinnen vermuten, dass die Entstehung der großen Filmstudios in den Zwanziger Jahren zum Rückgang der weiblichen Akteure beigetragen hat. Denn diese wurden von wenigen einflussreichen Männern geführt, die kleinere und diversere Produktionsfirmen verdrängten.

Quelle: PLOS ONE


Mehr als 12.000 Personen wollen NASA-Astronaut*Innen werden

Das berichtet die US-Raumfahragentur auf ihrer Webseite. Im Februar hatte die NASA eine Ausschreibung für ihr Ausbildungsprogramm veröffentlicht. Der Bewerbungsschluss war der 31. März. Die Einsendungen werden jetzt geprüft, und nach einem Auswahlverfahren sollen dann im Sommer 2021 die Namen der Ausgewählten bekannt gegeben werden.

Wer sich bei der NASA bewirbt, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören eine US-amerikanische Staatsbürgerschaft sowie ein Master-Abschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach und zwei Jahre Berufserfahrung oder mindesten 1000 Stunden Flugtraining. Vor der Aufnahme in das Trainingsprogramm müssen die Kandidaten außerdem einen Fitnesstest bestehen.

Bei der letzten Bewerbungsrunde hatten sich mehr als 18.000 Menschen beworben. Seitdem sind die Bewerbungsregeln jedoch verschärft worden.

Quelle: NASA

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