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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft20.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Vorläufige Ergebnisse von Remdesivir-Studie +++ Chef des Instituts für Virologe in Wuhan wehrt sich +++ Haustiere und multiresistente Keime +++ Käfer löst 150 Jahre altes Rätsel +++ Luftverschmutzung und COVID-19 +++ SpaceX soll Astronauten ins All bringen +++ Streit um Corona-App +++ Balzrufe von Mäusen

Von Piotr Heller

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Vorläufige Ergebnisse einer Corona-Studie mit einem Ebola-Medikament sind positiv, werfen jedoch Fragen auf

In Chicago wurden 125 Corona-Patienten mit dem Mittel Remdesivir behandelt. Die leitende Wissenschaftlerin sagte in einer internen Video-Konferenz: "Die beste Nachricht ist, dass die meisten unserer Patienten aus dem Krankenhaus entlassen wurden, nur zwei sind gestorben."

Die Wissenschaftlerin wollte ihre Aussagen laut dem Portal Statnews.com nicht kommentieren. Andere Forscher äußerten sich aber hoffungsvoll. Es ist jedoch unklar, wie viele Patienten tatsächlich genesen sind. Außerdem gab es bei der Studie keine Placebo-Gruppe, was die Interpretation der Ergebnisse erschwert.

Remdesivir wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt. Es wird derzeit an über 150 Krankenhäusern zur Behandlung schwerer COVID-19 Fälle getestet. Bei einer US-Studie mit zwölf Rhesusaffen zeigte das Medikament jüngst ebenfalls Wirkung gegen das neuartige Corona-Virus.
           
Quelle: AFP | Statnews.com


Der Chef des Instituts für Virologe in Wuhan wehrt sich gegen Vorwürfe

Er sagte im Staatsfernsehen, dass Sars-CoV-2 "auf keinen Fall" aus seinem Labor gekommen sei. Er wisse genau, welche Virus-Forschung an dem Institut vorgehe und wie mit Viren und Proben umgegangen werde.

In der letzten Woche waren Berichte aufgetaucht, wonach amerikanische Diplomaten bereits vor zwei Jahren vor mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in dem Labor gewarnt hatten. Das nährte den Verdacht, das Virus könnte aus dem Labor stammen.
Wissenschaftlich ist der Ursprung des Virus noch nicht geklärt. Es wird weithin angenommen, es sei von einer Fledermaus über eine andere Spezies auf einem Markt in Wuhan auf den Menschen übertragen worden.
 
Quelle: dpa | tagesschau.de  | Washington Post


Forscher haben untersucht, welche Rolle Haustiere bei multiresistenten Keimen spielen

Wissenschaftler der Berliner Charité haben knapp 300 Tierbesitzer und deren Katzen und Hunde auf vier bekannte Bakterien untersucht, gegen die gängige Antibiotika machtlos sind. In nur zwei Fällen fanden sie bei Mensch und Tier den gleichen Keim. Dieses vorläufige Ergebnis lege nahe, dass Hunde und Katzen keine signifikanten Risikofaktoren für einen Befall mit multiresistenten Keimen seien, heißt es von den Forschern.

Welches Risiko das Hundefutter darstellt, hat ein Team von portugiesischen Forscher in einer weiteren Studie untersucht. Die Wissenschaftler haben 46 kommerzielle Hundefutter-Sorten untersucht. In Trockenfutter fanden sie gar keine antibiotikaresistenten Bakterien. Von 22 Nassfutter-Proben war eine kontaminiert. Zudem entdeckten die Forscher in allen neun untersuchten Sorten von rohem Hundefutter multiresistente Keime.

Die Studien sollten eigentlich auf einem europäischen Kongress für Infektionskrankheiten präsentiert werden. Der wurde zwar wegen der Corona-Pandemie abgesagt, aber die Arbeiten sind im Internet verfügbar.
 
Quelle: Pressemitteilung I  | Pressemitteilung II


Ein neu entdeckter Käfer hat ein 150 Jahre altes Rätsel gelöst

Die Familie der Laufkäfer umfasst 40.000 Arten. Fast alle besitzen spezielle Organe, um ihre Fühler zu reinigen. Doch eine Gattung aus Südamerika hat diese Organe nicht. Oder besser gesagt: Wahrscheinlich nicht, denn das einzige Exemplar wurde vor 157 Jahren entdeckt und ist stark beschädigt.

Jetzt haben Forscher einen zweiten Käfer aus dieser seltenen Gattung gefunden und im Magazin ZooKeys beschrieben. Siehe da: Das Tier hat doch Organe, mit denen es seine Fühler reinigt. Aber sie sehen ungewöhnlich aus – statt dicker, unbeweglicher Härchen haben sie filigrane.

Das Rätsel um die vermeidlich fehlenden Fühler-Reiniger ist damit geklärt. Doch die Forscher stehen vor einem neuen: Die Organe des neu entdeckten Käfers sehen aus, als würde das Tier sie nutzen, um seine Fühler mit einem Sekret zu benetzen. Wäre das so, würde man eigentlich Drüsen für dieses Sekret erwarten. Doch die suchten die Forscher bei ihrem Exemplar vergebens.

Quelle: Pressemitteilung | ZooKeys 


Es könnte einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und schweren COVID-19-Verläufen geben

Das legen die Daten eines Forschers der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nahe. Er hat Regionen in Europa untersucht, die eine hohe Stickstoffdioxid-Belastung aufweisen und gleichzeitig Windverhältnisse haben, durch die das Gas lange Zeit in Bodennähe bleibt.

Fast 80 Prozent der Corona-Todesfälle in Spanien und Italien hätten sich in Regionen zugetragen, auf die beides zutrifft. Der Wissenschaftler hat seine Ergebnisse im Magazin Science of The Total Environment veröffentlicht.

Er gibt jedoch zu bedenken, dass es sich lediglich um einen ersten Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und schweren Corona-Verläufen handelt. 
 
Quelle: Science of The Total Environment | Pressemitteilung 


Am 27. Mai soll eine SpaceX Rakete erstmals Astronauten ins All bringen

Diesen Termin hat die Nasa veröffentlicht. Die zwei Astronauten sollen mit einer Falcon-9-Rakete von Florida aus abheben und zur ISS fliegen. Bisher hat das Raumfahrtunternehmen SpaceX lediglich unbemannte Versorgungsflüge zur ISS unternommen.

Seit dem Ende der Space-Shuttle-Ära im Jahr 2011 hatten die USA keine eigene Möglichkeit, Astronauten ins All zu befördern, und waren auf russische Sojus-Raketen angewiesen.
           
Quelle: Nasa


Um die europäische Corona-App ist ein offener Streit ausgebrochen

Es geht um die Initiative PEPP-PT. Dort arbeiten europäische Wissenschaftler und Unternehmen gemeinsam an einer Art Standard, auf dessen Grundlage Corona-Tracking-Apps entwickelt werden sollen.

Der Schweizer Epidemiologe Marcel Salathé ist am Freitag aus dem Projekt ausgestiegen. Nun gaben auch das deutsche Helmholtz Institut für Informationssicherheit sowie Einrichtungen aus Italien und Belgien an, sich ebenfalls zurückziehen zu wollen.

Hintergrund sollen eine mangelnde Debattenkultur und ein Streit über den Datenschutz sein. Die Kritiker ziehen eine dezentrale Lösung vor. Jedoch sollen einige der Apps, die auf Grundlage von PEPP-PT entstehen, Daten auf einem zentralen Server speichern. Die Idee einer dezentralen Tracking-App wollen die Wissenschaftler nun im Projekt DP3T weiterführen. DP3T war bislang eines der vielen Protokolle unter dem Schirm von PEPP-PT.
           
Quelle: faz.net  | heise.de


Bei der Fortpflanzung von Mäusen kommt es auch auf die Stimme an

Das haben österreichische Veterinärmediziner herausgefunden, indem sie Hausmäuse paarweise zusammenbrachten. Dann zeichneten sie die im Ultraschall liegenden Balzrufe der Männchen auf.

Die Balzrufe klangen komplexer, wenn die Paare nicht miteinander verwandt waren. Außerdem erwiesen sie sich als ein Vorboten des Fortpflanzungserfolgs: Je aufwendiger die Rufe, desto eher kam Nachwuchs, notieren die Forscher in den Frontiers in Zoology. Die Arbeit könnte sich etwa bei der Zucht von Mäusen als hilfreich erweisen.

Quelle: Frontiers in Zoology
 
 
 

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