Informationen am Morgen 05.11.2019

Ergebnisse des AutogipfelsHöhere Kaufprämien und schnell mehr Ladestationen für E-AutosVon Katharina Hamberger

Beitrag hören E-Ladestation vor einer Behoerde in Freiburg (Baden-Württemberg) . Foto: Winfried Rothermel | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Winfried Rothermel)Zusagen gab es beim Autogipfel unter anderem über eine schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur (picture alliance / dpa / Winfried Rothermel)

Lange besprachen sich Politik, Verbände und Wirtschaft beim Autogipfel am Montag im Kanzleramt. Die Bundesregierung setzt sich ambitionierte Ziele: Bis 2030 sollen in Deutschland sieben bis zehn Millionen E-Autos fahren. Die Wirtschaft will ihren Anteil zum Ausbau der Ladeinfrastruktur leisten.

Zwei Stunden länger als vorab angekündigt saß man beim sogenannten Autogipfel im Kanzleramt zusammen. Ein Ergebnis: Noch im November soll die Kaufprämie für Elektroautos erhöht werden.

Für Autos bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro soll es dann 6.000 anstatt 4.000 Euro geben – beim Kauf eines reinen Elektroautos, für einen Plugin-Hybrid soll es statt bisher 3.000 nun 4.500 Euro geben. Wer ein Auto kauft, das mehr als 40.000 Euro kostet, für den soll der Zuschuss um 25 Prozent steigen. 50 Prozent dieser Prämie wollen zudem, so hieß es nach dem Gipfel, die Autohersteller übernehmen. Ebenfalls soll die Deckelung angehoben werden. Bislang lag diese bei 60.000 Euro Listenpreis.

"Der Vorschlag der Bundesregierung ist, hier bei 65.000 die Obergrenze zu ziehen. Die Fahrzeuge sind teurer geworden, die Fahrzeuge haben sich weiterentwickelt", sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie Bernhard Mattes nach dem Gipfel. Zudem soll diese Prämie, die bereits einmal bis Ende kommenden Jahres verlängert worden ist, bis 2025 ausgezahlt werden. Damit soll es für noch einmal 650.000 bis 700.000 Elektroautos einen Zuschuss geben.

Ziel eine Million E-Autos bis 2020 wurde nicht erreicht

Ziel der Bundesregierung ist es, dass es bis 2030 sieben bis zehn Millionen Elektroautos in Deutschland geben soll. Bislang – Stand August 2019 – sind nur rund 220.000 Elektroautos zugelassen. Das frühere Ziel der Bundesregierung, eine Million E-Autos bis 2020 wird damit nicht mehr erreicht. Damit auch das Ziel 2030 nicht wieder verfehlt wird, soll nun die Ladeinfrastruktur entsprechend ausgebaut werden.

dpatopbilder - 04.11.2019, Berlin: Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, kommt zum Spitzentreffen von Bundesregierung und Autobranche zur Elektromobilität im Bundeskanzleramt. Bei dem Treffen von zahlreichen Vorstandsvorsitzenden deutscher Autohersteller und Bundeskanzlerin Merkel soll es unter anderem um den Ausbau der Lade-Infrastruktur gehen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)Spät war es, als der Verkehrsminister und die die anderen Teilnehmer zum Gipfel zusammenkamen (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

"Es soll 50.000 neue Ladestationen bis zum Jahr 2022 geben", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil nach dem Autogipfel. "Das ist gut, das ist ein Schritt vorwärts. Ich verhehle allerdings nicht, dass ich persönlich der Auffassung bin, dass man die Ziele an dieser Stelle durchaus noch höher hätte schrauben sollen, denn in diesen Jahren sollen tatsächlich auch wesentlich mehr Elektroautos verkauft werden, als es bislang der Fall gewesen ist."

Wirtschaft will Ladeinfrastruktur mitfördern

Zufrieden zeigte sich hingegen der Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der auch nochmal hervorhob, wie viel Geld die Bundesregierung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in die Hand nehmen will: "Über drei Milliarden Euro fördern wir, investieren wir in die Ladeinfrastruktur." Allerdings kommt dieses Geld nicht nur vom Staat: "Ab diesem heutigen Abend haben die Automobilindustrie und auch die Netzbetreiber für die Energie zugestimmt, dass ein Eigenanteil auch erbracht wird."

VDA-Präsident Mattes nannte dazu konkrete Zahlen: "Wir haben uns als Automobilindustrie klar bekannt, bis 2022 15.000 zusätzliche Ladepunkte zu errichten, bis 2030 sollen es 100.000 werden, Wir wollen auch schauen, dass ein Teil davon öffentlich ist."

Die Bundesregierung hat in ihrem sogenannten Masterplan Ladeinfrastruktur, der bereits vor dem Autogipfel bekannt geworden war, das Ziel formuliert, dass es bis 2030 eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland geben soll.

Weiteres Thema: Strukturwandel der Branche

Ein weiteres Thema des Autogipfels war unter anderem auch der Wandel der Automobilbranche. Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagte, man habe sich darüber verständigt, weiter auch über Änderungen des Arbeits- und Sozialrechtes zu sprechen und nannte als konkretes Stichwort die Flexibilisierung des Kurzarbeitergeldes.

Mehr zum Thema

Empfehlungen