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StartseiteWirtschaft am MittagErklärwerk "Rückversicherung"03.01.2013

Erklärwerk "Rückversicherung"

Naturkatastrophen können Milliardenschäden anrichten. Wenn ein Großteil dieser Schäden bei einer Versicherung abgesichert ist, wird es brenzlig. Im schlimmsten Fall übersteigt die Summe der Schäden das Kapital. Damit das nicht passiert, gibt es Rückversicherer - die Versicherung hinter der Versicherung.

Von Stefan Beuting

"Sandy" hat zugeschlagen: Zerstörte Strandpromenade in Seaside Heights, New Jersey. (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)
"Sandy" hat zugeschlagen: Zerstörte Strandpromenade in Seaside Heights, New Jersey. (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)
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Eine Woche nach Wirbelsturm „Sandy“

1842 wütet in Hamburg ein Großbrand, ein Drittel der Stadt liegt danieder. Ebenso: die Hamburger Feuerkasse. Deren Reserven von 500.000 Mark reichen nicht, um die Schäden zu decken. Infolgedessen entsteht die Idee einer Versicherung für Versicherungen, also einer Institution, die bei unerwartet schlechten Schadensverläufen einspringt. Heute, 170 Jahre später, sorgen Rückversicherer dafür, dass die Versicherungsprämien der Erstversicherer nicht durch die Decke gehen. Um statistische Ausreißer und unerwartet hohen Schäden abzudecken, haben sie ja die Rückversicherer hinter sich.

Die benötigen viel Kapital, um Schwankungen durch Großkatastrophen auszugleichen. Die Munich Re beispielsweise verfügt über Kapitalanlagen in Höhe von 202 Milliarden Euro.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell der Rückversicherer
Deutschlandfunk-Wirtschaftskorrespondent Stefan Wolff

"Die Beiträge, die die Rückversicherer einnehmen, werden angelegt. Die Rückversicherer gehören zu den ganz großen Spielern an den Finanzmärkten, außerdem werden die versicherten Risiken weitergegeben. In Form von Anleihen werden sie aufgeteilt. Anleger tragen also einen Teil des Risikos, wie hoch diese Prämien sind. Das bemisst sich natürlich an der Wahrscheinlichkeit, mit der eine Katastrophe eintritt. Die Rückversicherer beschäftigen Forschungsabteilungen, die sich darum kümmern auszurechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit es zu Hurricanes und anderen Katastrophen kommen kann."

Zahl: 62,2 Milliarden US-Dollar
Auf diese Summe beläuft sich der versicherte Schaden des Wirbelsturms Katrina in 2005, der bislang teuersten Naturkatastrophe Nordamerikas. Der gesamtwirtschaftliche Schaden war mit 125 Milliarden US Dollar etwa doppelt so hoch.

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