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ErnährungWWF macht Vorschläge zur Reduzierung des Fleischkonsums

Kartoffeln, Karotten Auslagen auf einem Wochenmarkt in Freiburg (picture alliance / Eibner-Pressefoto / Daniel Fleig)
Gemüse auf einem Wochenmarkt (picture alliance / Eibner-Pressefoto / Daniel Fleig)

Die Umweltschutzorganisation WWF hat eine Studie zu den ökologischen Folgen unserer Ernährungsweise vorgelegt und fordert eine Halbierung des Konsums tierischer Produkte.

"Die Zukunft liegt auf unserem Teller" ist eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte WWF-Studie überschrieben, die sich mit den Folgen der gegenwärtigen Ernährungsweise für den ökologischen Fußabdruck der Deutschen auseinandersetzt. Auf mehr als einem Drittel der bewohnbaren Fläche der Erde wird Landwirtschaft betrieben. Sie ist laut WWF weltweit verantwortlich für 70 Prozent des Verlustes an biologischer Vielfalt und 80 Prozent der Entwaldung. Zwischen 21 und 37 Prozent der gesamten globalen Treibhausgasemissionen seien auf die Ernährung zurückzuführen.

Laut Studie stehen heute jedem Erdenbewohner durchschnittlich rund 2.000 Quadratmeter Ackerfläche zur Verfügung. Davon entfallen 75 Prozent auf die Produktion tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Milch oder Eier. Nur 25 Prozent werden für den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln genutzt, sagte WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran im Deutschlandfunk (Audio-Link). Eine Reduzierung des Fleischkonsums sei nicht nur aus ökologischen Gründen anzuraten, so Dräger de Teran. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle aus gesundheitlichen Gründen, den Fleischkonsum zu halbieren.

Die Einsparungen fürs Klima

Weniger Fleischkonsum würde auch die Treibhausgas-Emissionen deutlich verringern: Der bundesdeutsche Verbrauch von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und Wurst liegt im Schnitt laut WWF bei 817 Gramm pro Woche. Zusammen mit Milch und Milchprodukten verursache das aktuell rund 70 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen.
Halbiere sich der Fleischkonsum der Deutschen auf 470 Gramm pro Woche, sähe die Öko-Bilanz schon wesentlich besser aus: Dies würde zu einer Einsparung an Treibhausgasemissionen von etwa 56 Millionen Tonnen CO2 führen.

Tipps für die Umstellung

Der WWF sieht nicht nur die Verbraucher in der Verantwortung, sondern wünscht sich auch eine stärkere Regulierung durch die Politik, zum Beispiel durch eine Steuer auf tierische Produkte. Aber auch die Gesellschaft müsse umdenken. Als praktisches Beispiel nannte Tanja Dräger de Teran die Präsentation von vegetarischen und veganen Gerichten in Kantinen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass es die Nachfrage beeinflusse, ob diese Gerichte am Anfang des Tresens stünden oder ganz hinten. Zudem forderte Dräger de Teran eine Änderung der Ausbildungsverordnung für Köchinnen und Köche. Sie stamme noch aus dem letzten Jahrhundert und enthalte keine vegane oder vegetarische Ernährung: "Wenn es nicht schmeckt, werden wir die Leute nicht dafür gewinnen, umzudenken."

Diese Nachricht wurde am 07.04.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.