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StartseiteKultur heute"Kein ganz großes Kino"29.08.2019

Eröffnung Filmfestspiele Venedig"Kein ganz großes Kino"

Ein Familiendrama zum Auftakt: Mit "La verité" - die Wahrheit - des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda wurden die Filmfestspiele in Venedig eröffnet. Ein schöner Film, aber nicht nachhaltig beeindruckend, sagte Filmkritiker Rüdiger Suchsland im Deutschlandfunk.

Rüdiger Suchsland im Gespräch mit Anja Reinhardt

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Filmregisseur Hirokazu Koreeda (mitte) mit den Schauspielerinnen Juliette Binoche (L) und Catherine Deneuve bei der Eröffnung der 76. Filmfestspiele Venedig. 28. August 2019 (imago images / Xinhua)
Filmregisseur Hirokazu Koreeda (Mitte) zeigt sich mit den Schauspielerinnen Juliette Binoche (links im Bild) und Catherine Deneuve den Fotografen auf dem roten Teppich in Venedig (imago images / Xinhua)
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In Venedig haben die Filmfestspiele begonnen, im Wettbewerb sind unter anderem Filme von Steven Soderbergh, Olivier Assayas oder Noah Baumbach  – viele große Namen und vor allem viele Männer. Nur zwei Regisseurinnen sind im Wettbewerb vertreten. Es gebe aber Porträts von Frauen, die eine ganz neue Sensibilität aufwiesen, auch wenn sie von Männern gemacht wurden, sagte Festivaldirektor Alberto Barbera.

"Kein ganz großes Kino, für das Kore-eda ja durchaus steht"

Zu diesen Filmen von Männern über Frauen gehört auch "La verité", die Wahrheit, von Hirokazu Kore-eda. Catherine Deneuve und Juliette Binoche spielen darin Mutter und Tocher. Ein schöner Eröffnungsfilm, aber auch schnell zum Vergessen, Unterhaltungskino, sagte Filmkritiker Rüdiger Suchsland im Dlf. Der Film von Kore-eda sei nicht nachhaltig beeindruckend: "Kein ganz großes Kino, für das Kore-eda ja durchaus steht."

Brad Pitt auf dem Weg zum Neptun - und womöglich zum Oscar

Die USA sind mit vier Filmen vertreten, einer davon ist "Ad Astra" – zu den Sternen. Brad Pitt spielt hier einen Astronauten auf dem Weg zum Neptun. Es geht um nichts weniger als das Überleben der Menschheit. Der Film von James Gray scheine sehr stark das Unterbewusste Amerikas zu thematisieren, sagte Rüdiger Suchsland im Dlf, "ein Abschied von den Vätern, der hier vollzogen wird". Der Film sei visuell starkes Kino: "Ich kann mir schon vorstellen, dass der Film für Brad Pitt in jedem Fall einen Oscar bringen könnte, denn es ist von ihm selbst eine große Schauspielleistung."

Ein Horrorfilm über Elternschaft

Die deutsche Produktion "Pelikanblut" von Katrin Gebbe läuft in der Nebenreihe "Orizzonti", mit Nina Hoss in der Hauptrolle. Sie spielt eine alleinstehende Frau, die einen Reiterhof leitet, eine Kümmerin, so Rüdiger Suchsland.

Ein Filmstill aus dem Film 'Pelikanblut', dem deutschen Beitrag der Filmfestspiele in Venedig von der Regisseurin Katrin Gebbe. Die Hauptdarstellerin Nina Hoss steht auf einer Wiese und hält zwei Kinder im Arm und schaut in die Ferne. Sie trägt einen Cowboyhut und ein Karohemd. (Junafilm / Miramar Film / Temelko Temelkov)Nina Hoss spielt die Hauptrolle im Film "Pelikanblut" der Regisseurin Katrin Gebbe (Junafilm / Miramar Film / Temelko Temelkov)

Diese Frau möchte ein zweites Kind adoptieren und dieses Mädchen entpuppt sich als "Teufelskind", das mit seinen fünf Jahren richtig gewalttätig ist. Eine Schamanin soll das Problem lösen. "Ein ganz merkwürdiger, ein schräger Film, eine Reise durch verschiedene ästhetische Zustände, in dem Sinne aber auch genau das, was ja Kino sein soll", sagte Filmkritiker Rüdiger Suchsland, "nämlich eine Achterbahnfahrt der Bilder und der Nerven der Zuschauer - von sehr hoher Qualität."

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