Mittwoch, 28. September 2022

Ukraine
Erste Berichte über Zwang bei "Referenden" in russisch besetzten Gebieten

In den vier weitgehend russisch besetzten Gebieten der Ukraine haben Scheinabstimmungen über einen Beitritt zur Russischen Föderation begonnen. In den Regionen Luhansk und Donezk sowie Cherson und Saporischschja waren die Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der ukrainische Gouverneur von Luhansk bestätigte Befürchtungen, dass die russischen Besatzungsbehörden Zwang anwenden.

23.09.2022

    In Luhansk wirbt ein Plakat mit der Aufschrift "Für immer mit Russland, 27. September" für das Schein-Referendum, das den Anschluss an Russland zum Ziel hat.
    In Luhansk wirbt ein Plakat mit der Aufschrift "Für immer mit Russland, 27. September" für das Schein-Referendum, das den Anschluss an Russland zum Ziel hat. (AP)
    Funktionäre sollen demnach erklärt haben, wer nicht abstimme, werde gemeldet und verliere seine Arbeit. In Starobilsk sei den Menschen verboten worden, die Stadt bis zum Ende des Referendums am Dienstag zu verlassen. Bewaffnete Gruppen würden Wohnungen durchsuchen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bisher nicht.
    Zahlreiche Staaten haben bereits erklärt, dass sie die Ergebnisse der sogenannten Referenden nicht anerkennen werden. Russland will auf ihrer Basis Gebiete im Osten und Süden der Ukraine in das russische Staatsgebiet eingliedern. Ähnlich wurde bereits 2014 bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verfahren.

    Weiterführende Informationen

    In unserem Newsblog zum Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen, den wir laufend aktualisieren.
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.