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StartseiteVerbrauchertippDas richtige Pflaster für kleine Wunden20.04.2018

Erste Hilfe im AlltagDas richtige Pflaster für kleine Wunden

Wenn kleine Wunden schnell versorgt werden sollen, leistet ein Pflaster meist gute Dienste. Es kann sogar die Wundheilung beschleunigen, denn der alte Spruch, "Ich lasse da Luft daran und dann wird alles gut", stimmt nicht unbedingt. Für schwierigere Wunden gibt es Spezialpflaster.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Ein Pflaster wird auf einen Daumen geklebt (Picture alliance / dpa - Jens Kalaene)
Ein Pflaster wird auf einen Daumen geklebt (Picture alliance / dpa - Jens Kalaene)
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In den Finger geschnitten, aufs Knie gefallen, den Arm aufgeschürft; meist hilft dann ein sogenannter Wundschnellverband: Ein Pflaster mit Wundauflage, rät Tobias Görge, Hautarzt an der Uniklinik in Münster:  

"Pflaster kann man immer da anwenden, wo sie mit ihrer Klebeeigenschaft hinkommen, das kann an der Größe liegen, aber auch an der Oberflächenbeschaffenheit, oder ob Sie da mit einem Verband besser versorgt sind."

Durch eine Verletzung verliert die Haut ihre schützende Funktion und Keime können eindringen. Deshalb sollte die Wunde vor dem Aufkleben des Pflasters in der Regel gereinigt werden:

"Wichtig ist, wenn eine frische Verletzung vorliegt, wenn es ein gerader Schnitt ist, haushaltsüblich mit einem Obstmesser oder so etwas, dass man erst die Wunde unter fließendem Wasser ausspült und dann die sich bildende Kruste von Natur aus mit der Zeit abfällt."

Spezialpflaster, die jede Bewegung mitmachen

Am besten ein Wunddesinfektionsmittel verwenden, das nicht auf der Haut brennt und als kleine Sprühflasche in jede Hausapotheke passt: 

"Man weiß inzwischen, dass die Wundheilung, dass dieser Prozess am besten funktioniert in einem feuchten Wundmilieu und dass der alte Spruch: Ich lasse da Luft daran und dann wird alles gut, so wissenschaftlich nicht ganz zu halten ist. Wir empfehlen eher, die Wunde in einem feuchten Milieu zu halten. Da gibt es Wundgele, und die beschleunigen dann auch die Wundheilung."

Bei Verletzungen an Hautstellen, die viel bewegt werden, können neu gebildete Zellen allerdings schnell wieder aufreißen, zum Beispiel an den Fingern. Für solche Verletzungen gibt es deshalb Spezialpflaster, unter anderem lange Fingerstrips, die jede Bewegung mitmachen und individuell zugeschnitten werden können.

Die gängigsten Pflastertypen sind Standard-, Elastik-, Sensitiv- und Kinderpflaster sowie Wasser abweisende Pflaster, meist einzeln verpackt, erklärt Apothekerin Imke Düdder aus Münster:

"Pflaster unterscheiden sich schon in den Klebeeigenschaften und auch in der Klebstoffmasse. Die bestehen dann meistens aus Kautschuk wie Universalpflaster, und es gibt natürlich auch Pflaster, die aus Polyacrylaten bestehen; und dann sind da die Sensitiv-Pflaster. Diese Pflaster sind dann hypoallergen und hautfreundlich."

Preis ist nicht unbedingt eine Garantie für Qualität

Bei Meterware kann man die Pflastergröße je nach Wunde individuell anpassen. Sie müssen aber möglichst staub-und schmutzfrei und in nicht zu feuchten Räumen gelagert werden; ansonsten verschmutzt die Wundauflage und sie kleben schlecht.

"Pflaster haben auf jeden Fall auch ein Verfallsdatum und nach Ablauf sollte man die Pflaster dann auch austauschen, weil einfach bei sterilen Pflastern die Sterilität nicht mehr gewährleistet werden kann und die Klebeeigenschaft beeinflusst sein kann."

Silikon-Soft-Pflaster haben eine atmungsaktive Klebemasse, hinterlassen keine Rückstände auf der Haut und können schmerzfrei entfernt werden. Wasserabweisende Pflaster bieten einen ganz besonderen Schutz: Ärzte empfehlen für die Hausapotheke eine Mischung aus Standard- und Sensitiv-Pflastern für Allergiker und ein paar Spezialpflaster.

"Die Silberionen in der Wundauflage wirken antibakteriell. Sprühpflaster können bei der Anwendung brennen. Der Vorteil von Sprühpflastern ist, dass sie einfach in der Handhabung sind und natürlich auch wirken auf Stellen, die Bewegung ausgesetzt sind, wie Gelenke zum Beispiel." 

Der Preis ist nicht unbedingt eine Garantie für Qualität. Ausprobieren hilft aber, die richtige Mischung für die Hausapotheke zusammenzustellen.

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