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StartseiteVerbrauchertippWas in die Schultüte gehört - und was nicht10.08.2018

ErstklässlerWas in die Schultüte gehört - und was nicht

Jedes Kind freut sich über Süßigkeiten zum Schulanfang, aber auch nützliche Utensilien sollten in der Schultüte landen - etwa Federmäppchen, eine Brotdose und Hefte. Von teuren Geschenken wie Smartphones raten Experten allerdings ab.

Von Lisa von Prondzinski

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Vier Kinder mit Schultüten auf dem Weg zur Einschulung (dpa / picture alliance / Frank Leonhardt)
In die Schultüte sollte ein guter Mix aus Süßigkeiten und Nützlichem gepackt werden (dpa / picture alliance / Frank Leonhardt)
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Die Kölnerin Gunda Moritz hat die Schultüte für ihre Tochter gedanklich schon gepackt.

"Uns ist es wichtig, dass da nicht zu viel reinkommt und auch nicht nur Süßes reinkommt. Zum Beispiel möchten wir da ein Freundebuch reintun. Dann haben wir uns überlegt, für die Schule wären auch Buchstabenkekse auch ganz schön. Ein Shirt und eine Hose für Shirt soll mit rein."

Süßigkeiten und Nützliches

Gunda Moritz macht es richtig. Denn bei der Schultüte kommt es auf den richtigen Mix an. Süßigkeiten und Nützliches soll rein. Zum Beispiel Schulutensilien wie Federmäppchen und Lineal, oder etwas für die Pausen wie Brotdose und Trinkflasche. Vielleicht auch ein Wecker, damit das Kind lernt, früh aufzustehen. Auch sehr schön: Ein kleiner selbst geschriebener Brief der Eltern mit Wünschen für den ersten Schultag und vielleicht ein Glücksbringer oder ein Hüpfseil. Die Eltern wissen am besten, worüber sich ihr Kind freut.

Was nichts in der Schultüte zu suchen hat, sind lauter Markenartikel und teure Geschenke wie ein Smartphone, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung.

"Wenn die Kinder ja neu zusammen kommen, sollte man nicht selbst dazu beitragen, dass gleich Ungleichheiten geschaffen werden, sondern man sollte gucken, dass das ein schöner Tag für alle Kinder wird, ohne dass es jetzt da schon drauf ankommt, das man sich gegenüber den anderen abgrenzen will durch besonders teure Geschenke."

Möglichst Bio-Süßigkeiten

Zu viel von allem? Damit tut man dem Kind eben doch keinen Gefallen. Das gilt auch für die kleinen Dinge wie Süßigkeiten – die nur in überschaubarer Menge in die Tüte packen. Aus Sicht von Verbraucherschützern wie Friederike Farsen von der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen sollten Schokoriegel, Bonbons und Gummibärchen möglichst auch aus fairem Handel und bio sein.

"Und wenn man nicht so viel Zucker haben möchte, kann man auch eine Studentenfuttermischung nehmen oder auch getrocknete Obstsachen wie Apfelringe oder Mangostücke. Die sind dann nicht nur süß, sondern auch noch gesund."

Wer schon ans Schreiben oder Lernen denkt, sollte bei den Geschenken auf umweltfreundliches und für Kinder gesundheitlich unbedenkliches Material achten. Also etwa auf Bleistifte aus naturbelassenem Holz statt lackiert. Denn Lacke können giftige Schwermetalle enthalten und Kinder nehmen Stifte eben gerne in den Mund. In Bunt- und Faserstifte wiederum können Konservierungsstoffe drin sein, die Allergien auslösen.

"Hier empfehlen wir auf die wasserlöslichen Fasermaler zu gehen, denn die können in der Regel auch nachgefüllt werden. Aber auch da eben darauf achten, ob Konservierungsstoffe drin sind. Es ist jetzt keine akute Gesundheitsgefahr, aber man kann sie vermeiden, indem man eben schadstoffarme Produkte kauft."

Auf Umweltzeichen "Blauer Engel" achten

Aktuelle Testergebnisse dazu gibt es bei der Stiftung Warentest. Bei Heften garantiert das Umweltzeichen "Blauer Engel", dass es sich umweltfreundliches Papier handelt.

Ein weiterer Tipp, damit sich das Kind am ersten Schultag wohl fühlt: Eltern sprechen vorher mit Großeltern und Paten ab, was alles der Erstklässler bekommt. So geht man auf Nummer sicher, dass das Kind nicht womöglich mit zwei Tüten dasteht; und sich damit überfordert oder nicht dazu gehörig fühlt. Als Gesamtausgabe für den Schultüten-Inhalt hält Udo Beckmann vom Verband Bildung und Erziehung 30 Euro für angemessen.

"Wenn es hinterher 40 Euro wird, ist es auch nicht so schlimm. Aber ich denke, man sollte sich so eine Marke setzen, damit dass alles auch im Rahmen bleibt."

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