Donnerstag, 26.11.2020
 
Seit 16:35 Uhr Forschung aktuell
StartseiteSport AktuellBundesliga-Teams verweigern Abstellung der Nationalspieler22.10.2020

Eskalation im HandballBundesliga-Teams verweigern Abstellung der Nationalspieler

Kurz vor Austragung der EM-Qualifikationsspiele verweigern die Handball-Bundesligisten die Abstellung ihrer Nationalspieler aufgrund der Corona-Pandemielage. Als Arbeitgeber trügen sie "eine gesetzliche Fürsorgepflicht für die Gesundheit" der Vertragsspieler - und eine wirtschaftliche Verantwortung.

Von Erik Eggers

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Handball liegt auf den Hallenboden (dpa/Kohring /Eibner-Pressefoto)
Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf den Handball (Symbolbild) (dpa/Kohring /Eibner-Pressefoto)
Mehr zum Thema

Sport und Corona Staatshilfen für Sportvereine noch nicht ausgeschöpft

Handball-Bundesliga Das Coronavirus als Titelfaktor?

Breitensport in der Coronapandemie Lockerungsübungen mit Abstand

Coronahilfen für den Profisport Wer gut wirtschaftet, wird "bestraft"?

Rückkehr der Zuschauer 20 Prozent sind in vielen Sportarten nicht genug

Die Eskalation hatte sich angedeutet. Bereits am 18. Oktober hatte der Geschäftsführer des THW-Kiel, Viktor Szilagyi, dem NDR gesagt, dass es ein Problem mit der Abstellung von Spielern für die kommenden EM-Qualifikationsspiele Anfang November geben könnte: "Wir haben aktuell den Standpunkt, dass wir natürlich unsere Nationalspieler grundsätzlich abstellen wollen. Wir behalten uns aber auch das Recht vor, das neu zu bewerten, das heißt vor dem Lehrgang neu zu bewerten."

Drei Tage später haben die Geschäftsführer der Bundesligaklubs tatsächlich in einer konzertierten Aktion allen europäischen Dachverbänden mitgeteilt, die angeforderten Nationalspieler aufgrund der Pandemielage vorerst nicht abstellen zu können. Man werde darüber kommenden Mittwoch befinden, heißt es in dem Schreiben. Das ist ein einmaliger Vorgang.

Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

"Fürsorgepflicht für die Gesundheit"

Zwar erkenne man die Abstellpflicht zwar grundsätzlich an, so die Klubs. Daneben aber trage man als Arbeitgeber "eine gesetzliche Fürsorgepflicht für die Gesundheit und Aufrechterhaltung der Arbeitskraft" der Vertragsspieler sowie wirtschaftliche Verantwortung gegenüber den eigenen Gesellschaftern. Die Klubs fordern von den Verbänden eine Garantie, so Szilagyi: 

"Das muss definitiv klar sein: Dass unsere Spieler nicht in Quarantäne müssen. Sollte da irgendwo eine Gefahr bestehen, dass sie in Quarantäne müssten, werden wir da reagieren müssen."

Getec Arena unter Corona-Bedingungen beim ersten Testspiel in der Halle waehrend der Saison-Vorbereitung 2020-2021 in der 1. Handball Bundesliga (Herren) zwischen SC Magdeburg - Dessau-Rosslauer HV 06 in der GETEC Arena am 19.09.2020 in Magdeburg (imago images / Hartmut Bösener) (imago images / Hartmut Bösener)Handball-Bundesliga: Vorsichtiger Optimismus nach dem Saisonstart
Die Handball-Bundesliga läuft wieder - mit Publikum in der Halle. Die Testphase mit Fans laufe bisher erfolgreich, sagt der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, Frank Bohmann. 

Diese Garantien dürften die Verbände angesichts der unübersichtlichen Lage freilich kaum geben können. Die Europäische Handball Föderation als Veranstalter hat derweil erklärt, eine Absage oder Verlegung der Partien sei keine Option. Falls es eine keine gütliche Lösung gibt, drohen Sperren.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk