Sonntag, 25.10.2020
 
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Nächste Sendung: 01.11.2020 09:30 Uhr

Essay und Diskurs
Denken über 1.000 Generationen
Über das menschliche Zeitverständnis und seine Überwindung
Von Benedikt Schulz

Das menschliche Zeitverständnis ist begrenzt. Wer kann sich Zeiträume von 10.000 Jahren und mehr vorstellen? Frank Herbert ließ in seinen „Wüstenplanet”-Romanen die Mensch­heit den nächsten Schritt tun. Er erfindet den Menschen, der die Erinnerungen von 1.000 Generationen in sich trägt. Wie können die Geschicke der Menschheit gelenkt werden - wenn die Herausforderungen für die Menschen die Generationen überdauern? Vor fast 60 Jahren revolutionierte Frank Herbert damit ein ganzes Literaturgenre - die Science-Fiction war nach seinen „Wüstenplanet”-Romanen eine andere. Der erfolgreichste Science-Fiction-Roman aller Zeiten schaute Tausende von Jahren in die Zukunft und eine fantastische Welt: in der die Menschen es schaffen, sich einer lebensfeindlichen Umwelt anzupassen. Ein zentraler Gedanke in diesen sechs Büchern ist das begrenzte menschliche Zeitverständnis - und seine Überwindung. Das individuelle Zeitverständnis, das kommunikative Gedächtnis reicht vielleicht fünf Generationen, das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft vielleicht 20 Generationen - und verschwimmt in weit entfernten Mythen. Wer kann sich allen Ernstes einen Zeitraum von 10.000 Jahren und mehr vorstellen, wenn vor über 11.000 Jahren überhaupt erst die Menschheit das Jagen und Sammeln hat sein lassen. Frank Herbert ließ die Menschheit in seinen Romanen den nächsten Entwicklungsschritt machen. Benedikt Schulz fragt in seinem Essay, ob der Held, der die Grenzen des menschlichen Individuums sprengt, noch ein Mensch ist? Benedikt Schulz lebt in Köln und arbeitet unter anderem für die drei Programme des Deutschlandradios als Moderator, Redakteur und Autor.
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