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StartseiteInformationen am MorgenWieder mehr Flüchtlinge in Griechenland und Spanien08.05.2018

EU-AußengrenzeWieder mehr Flüchtlinge in Griechenland und Spanien

Einige Orte in Südeuropa verzeichnen wieder steigende Flüchtlingszahlen, etwa in Griechenland und in Spanien. Dabei weiten sich besonders in Spanien die Zuwanderungsrouten aus. Die EU reagiert - und stockt Budget und Personal der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auf.

Von Karin Bensch-Nadebusch

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Rettungskräfte der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée nähern sich einem überfüllten Schlauchboot im Mittelmeer. Die Menschen wurden auf das Rettungsschiff "Aquarius" gebracht.  (dpa / Lena Klimkeit)
Die Überfahrt von Marokko nach Spanien ist etwa 40 Kilometer lang - nun weitet sich die Route auch auf die Atlantikküste um Cádiz aus (dpa / Lena Klimkeit)
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Die Sonne scheint, es ist warm. Im Frühling steigt erfahrungsgemäß die Zahl der Flüchtlinge, die sich auf den Weg nach Europa machen. Auch, wenn insgesamt deutlich weniger Migranten kommen als noch vor Jahren, gibt es einige Orte, an denen der Zustrom wieder steigt. Zum Beispiel in Griechenland. Seit einigen Wochen sind 17 Prozent mehr Menschen aus der Türkei auf den griechischen Inseln angekommen, sagte Fabrice Leggeri, der Direktor der EU-Außengrenzschutzagentur Frontex, in einem Zeitungsinterview. Grund dafür ist, dass aus dem Iran, dem Irak und aus Syrien wieder mehr Migranten in der Türkei ankommen. Auf den griechischen Inseln sind Klagen zu hören, dass Mitarbeiter fehlen, die die Asylanträge bearbeiten.

Über den Grenzfluss Evros

Auch über den Grenzfluss Evros kommen seit einiger Zeit wieder deutlich mehr Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland. Immer wieder ertrinken Menschen bei der Überfahrt über den breiten Fluss, weil die kleinen Schlauchboote überladen sind und kentern. An der griechisch-türkischen Landgrenze werden hunderte Migranten in Polizeigewahrsam festgehalten. Viele müssten neben den Zellen auf dem Boden schlafen, und es gebe für mehr als 500 Menschen nur einen Arzt und vier Krankenschwestern, kritisiert das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Es bezeichnet die Lage vor Ort als erbärmlich und fordert von den griechischen Behörden, mehr Personal für die Registrierung der Menschen und eine bessere Unterbringung, vor allem für unbegleitete Flüchtlingskinder.

Mittelmeer bleibt Fluchtweg

Das Mittelmeer wird auch in diesem Jahr ein lebensgefährlicher Fluchtweg bleiben. Nach Angaben der Vereinten Nation kamen seit Jahresbeginn bereits gut 22.000 Migranten auf diesem Weg nach Europa. Etwa ein Fünftel von ihnen erreichte Spanien.

"Fast die Hälfte der irregulären Migranten, die jetzt in Spanien landen, kommen aus Marokko und auch aus Algerien. Die Gründe dafür sind Unruhen in Marokko und auch die wirtschaftliche Situation in Marokko. Die andere Hälfte kommt aus anderen afrikanischen Ländern, aus Westafrika."

Über 8.000 neue Mitarbeiter für Frontex

Sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri dem ARD-Studio Brüssel. Bei der etwa 40 Kilometer langen Überfahrt von Marokko nach Spanien kentern immer wieder Boote, Flüchtlinge ertrinken. Die spanische Polizei hatte vor kurzem 19 Männer festgenommen, denen Menschenschlepperei vorgeworfen wird. Sie sollen für die Fahrt über die Straße von Gibraltar Jet-Skiers oder kleine Schlauchboote benutzt und dafür rund 4.000 Euro verlangt haben. Mittlerweile hat sich die Route in Südspanien ausgeweitet, sagt Frontex-Chef Leggeri.

"Früher war das auf der Seite des Mittelmeeres, aber nun hat es seit ein paar Monaten auch in der Gegend von Cádiz, an der spanischen Atlantikküste begonnen."

Trotz der EU-Türkei-Vereinbarung und der Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache suchen sich Flüchtlinge Wege, um nach Europa zu kommen. Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex soll mit dem neuen EU-Haushalt von jetzt 1.200 auf dann 10.000 Mitarbeiter aufgestockt werden und ein deutlich höheres Budget bekommen. In Zukunft soll also jedes Land immer weniger seinen heimischen Gartenzaun bewachen. Der Schutz der Außengrenzen soll Sache der EU werden.

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