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EuroparatImmer massivere Angriffe auf Journalisten

Menschen trauern vor dem slowakischen Konsulat in der polnischen Stadt Krakau um den ermordeten Journalisten Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova. (imago stock&people)
Menschen trauern vor dem slowakischen Konsulat in der polnischen Stadt Krakau um den ermordeten Journalisten Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova. (imago stock&people)

Der Europarat hat sich alarmiert über zunehmend massive Angriffe auf Journalisten geäußert.

Die Pressefreiheit in Europa sei derzeit so gefährdet wie nie zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges, heißt es in einem Bericht der Organisation. Demnach wurden dem Europarat im vergangenen Jahr 140 gravierende Übergriffe auf Journalisten in 32 seiner 47 Mitgliedsländer gemeldet. Beispiele seien ein Bombenanschlag auf eine Reporterin in Montenegro, ein Messerangriff auf einen Journalisten in Mailand und ein versuchter Giftanschlag auf Mitarbeiter einer ukrainischen Nachrichtenwebseite. 130 Journalisten befanden sich laut dem Bericht Ende 2018 in Haft, davon allein 110 in der Türkei. Damit sei die Türkei das "weltweit größte Gefängnis für Journalisten".

Die Erhebung basiert auf Meldungen, die von Partnerorganisationen wie Reporter ohne Grenzen oder dem Pen-Club stammen. Der Europarat fordert die betreffenden Staaten dann zu einer Stellungnahme auf. Eine Antwort bekommt er aber in weniger als der Hälfte der Fälle. Russland, die Türkei, Italien, Bosnien-Herzegowina und Aserbaidschan reagierten demnach im vergangenen Jahr auf keine einzige Nachfrage.