Dienstag, 18.06.2019
 
StartseiteInterviewVerheugen: Mehrheit will starke, handlungsfähige Union26.05.2019

EuropawahlVerheugen: Mehrheit will starke, handlungsfähige Union

Der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) sieht die Zwischenergebnisse der Europawahl positiv: Nicht nur sei die Wahlbeteiligung gestiegen, auch werde es eine stabile pro-europäische Mehrheit im Parlament geben, sagte er im Dlf.

Günter Verheugen im Gespräch mit Jörg Münchenberg

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Der frühere EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen während einer öffentlichen Anhörung im Europaparlament in Brüssel (picture alliance / dpa / Stephanie Lecocq)
Der frühere EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen (picture alliance / dpa / Stephanie Lecocq)

Verheugen sieht in den Zwischenergebnissen der Wahl zwei positive Entwicklungen: Die gestiegene Wahlbeteiligung zeige, dass den Menschen das Schicksal der EU wichtig sei. Zudem sei die "Welle am rechten Rand" nicht so hoch wie befürchtet. Klar sei: Es gebe eine stabile Mehrheit der Parteien, die sich eine starke, handlungsfähige Union wünschen.

Mit Blick auf die Wahl des EU-Kommissionspräsidenten sagte Verheugen, das Wahlergebnis sei nicht so ausgefallen, dass irgendjemand für sich einen klaren Sieg reklamieren könnte. Am Ende werde es darauf ankommen, wer im Parlament eine Mehrheit zusammenbringe.

Zum Prinzip der Spitzenkandidatinnen sagte der ehemalige EU-Kommissar: "Falls damit eine Demokratisierung der EU erreicht werden sollte, hat das nicht funktioniert." Die Frage, wer Spitzenkandidat war, sei für die Wähler und Wählerinnen nicht entscheidend gewesen.

Gewinner und Verlierer der Wahl

Die Grünen sind laut ersten Ergebnissen die großen Gewinner der Europawahl in Deutschland. Die CDU verliert ebenso wie die SPD in historischem Ausmaß. In Frankreich dürften die Rechtspopulisten von Marine Le Pen stärkste Kraft vor der Partei von Staatspräsident Macron werden. Alle Entwicklungen lesen Sie in unserem Liveblog.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.
 
 

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