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StartseiteNachrichten vertieftEduard Schewardnadse ist tot07.07.2014

Ex-Aussenminister der SowjetunionEduard Schewardnadse ist tot

Der ehemalige Präsident Georgiens und frühere Außenminister der Sowjetunion, Eduard Schewardnadse, ist im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in Tiflis gestorben. Das teilte sein Pressedienst mit. Schewardnadse gilt als einer der Väter der Deutschen Einheit.

Schwarz-Weiß-Porträtbild von Eduard Schewardnadse aus dem Jahr 2009 (picture alliance / dpa/ Karl-Heinz Schindler)
Der frühere sowjetische Außenminister und spätere georgische Präsident Eduard Schewardnadse ist tot. (picture alliance / dpa/ Karl-Heinz Schindler)
Weiterführende Information

Schewardnadse - Der weiße Fuchs des Kaukasus (Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 10.03.2012)

Korruptionsvorwürfe - ''Schewardnadse bekommt keine Sonderbehandlung in Sachen Asyl'' (Deutschlandfunk, Interview mit Claudia Roth, 25.11.2003)

Genscher würdigt Verdienste Schewardnadses (Deutschlandfunk, Interview, 24.11.2003)

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und Russlands Präsident Wladimir Putin würdigten Schewardnadse als großen Politiker: "Er hat einen bedeutenden Beitrag zur Außenpolitik der Perestroika geleistet, war ein ehrlicher Verfechter eines neuen Denkens in der Welt", sagte Gorbatschow der Agentur Interfax. "Er war in der Lage, mit unterschiedlichen Menschen schnell in Kontakt zu treten - mit der Jugend und mit der älteren Generation", so Gorbatschow weiter. Putin sprach den Angehörigen des früheren sowjetischen Außenministers sowie dem georgischen Volk sein Beileid aus, wie der Kreml mitteilte. 

Eduard Ambrosewitsch Schewardnadse wurde am 25. Januar 1928 in Mamati/Georgien unweit des Schwarzen Meeres geboren. 1948 trat er der Kommunistischen Partei der Sowjetunion bei. Seine politische Karriere begann er als Funktionär in der sowjetischen Staatsjugendorganisation Komsomol.

Wegbereiter der Wiedervereinigung

Im Juli 1985 berief Gorbatschow Schewardnadse zum Außenminister der Sowjetunion. "In diplomatischen Fragen bis dahin unerfahren, gewann Schewardnadse unerwartet rasch Statur und prägte in den folgenden fünfeinhalb Jahren die neue Außenpolitik der Sowjetunion", heißt es in der Online-Ausgabe des Munzinger-Archivs.

Der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse (links) mit Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher 1988 im Auswärtigen Amt in Bonn.Der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse (links) mit Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher 1988 im Auswärtigen Amt in Bonn.

In dieser Zeit unterstützte er auch den Prozess der deutschen Wiedervereinigung: Schewardnadse war im September 1990 einer der Unterzeichner des Zwei-Plus-Vier-Vertrags zwischen der BRD, der DDR, der Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und den USA. Damit wurde 45 Jahre nach Kriegsende Deutschlands Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten wiederhergestellt und der Wiedervereinigung der Weg geebnet.

Von 1995 bis 2003 war Schewardnadse der zweite Präsident Georgiens. Der Vorwurf der Wahlmanipulation und der Korruption kostete ihn sein politisches Amt.

(nin/dk)

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