Sonntag, 24.03.2019
 
Seit 18:00 Uhr Nachrichten
StartseiteAtelier neuer MusikHespos‘ Orgel-Organismus16.03.2019

Experimentelle OrgelmusikHespos‘ Orgel-Organismus

Geigenspiel sei: "Pferdehaare, gezogen über Katzendarm" - so sagt der Komponist Hespos. Und was ist die Orgel für ihn? Knöchern klappert die Mechanik, unberechenbar schwanken die Töne, gewalttätig attackiert der Organist das Manual, Holz kracht – aus dem starren Mechanismus bricht Leben hervor.

Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
(T. Kujawinski/ Deutschlandradio)
(T. Kujawinski/ Deutschlandradio)
Mehr zum Thema

Hespos, Komponist "Die Musik wird von den Musikern so langsam verlassen"

80. Geburtstag des Komponisten Hespos "Klang, Stille, Schrei. Mehr haben wir nicht"

Die Orgel ist ein komplexer, hochtechnisierter Apparat: Bei keinem konventionellen Instrument ist so viel Technik zwischen den Spieler und die von ihm verursachten Töne geschaltet – Tasten, Trakturen, Motoren. Einen Komponisten wie Hans-Joachim Hespos (*1938) muss das herausfordern. Ihm geht es ja immer um das Elementare, das Kreatürliche des Klanges. Doch die Energien dieser Musik werden planvoll freigesetzt: Aus intimer Kenntnis des Instrumentes, seiner Möglichkeiten und Grenzen, im spannungsgeladenen Bezug zur Tradition oder auch in scharfer Abgrenzung.

Vom Interpreten wird viel Eigeninitiative gefordert: Durch Aktionen, deren Ergebnis er nicht kontrollieren kann. Durch bildhaft-lautmalerische Vortragsanweisungen, die nicht exakt umzusetzen sind. Dominik Susteck hat Hespos‘ Orgelwerke an der Orgel für Neue Musik in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk im Frühjahr 2018 komplett eingespielt.

Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung 30 Tage lang in unserer Mediathek.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk