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StartseiteCampus & KarriereQuante-Brandt: Wir haben unser Ziel erreicht17.06.2016

ExzellenzstrategieQuante-Brandt: Wir haben unser Ziel erreicht

Die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt zeigt sich zufrieden mit der neuen Exzellenzstrategie. Auch wenn die Verhandlungen mit Hamburg etwas schwierig gewesen seien, halte sie das Prinzip der Einstimmigkeit weiterhin für richtig, sagte sie im DLF.

Eva Quante-Brandt im Gespräch mit Jörg Biesler

Die Bund-Länder-Vereinbarung zur Spitzenforschung in Deutschland steht. Im Bild Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und die Bremer Senatorin für Wissenschaft  Eva Quante-Brandt (SPD). (picture alliance/dpa/Sophia Kembowski)
Im Bild Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und die Bremer Senatorin für Wissenschaft Eva Quante-Brandt (SPD). (picture alliance/dpa/Sophia Kembowski)
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Jörg Biesler: Eva Quante-Brandt ist Bremer Wissenschaftssenatorin. Sie habe ich vor der Sendung gefragt, wie schwierig die Verhandlungen waren.

Eva Quante-Brandt: Na ja, Verhandlungen, das sagt ja schon das Wort, das heißt, man hat etwas zu verhandeln. Und wenn man etwas verhandelt, gibt es unterschiedliche Interessen. Und das ist ein Prozess, der hat Höhen und Tiefen. Und insofern würde ich einfach mal sagen, das ist das Wesen von solchen Prozessen, dass es mal schwieriger und mal leichter ist. Also, für mich ist das eigentlich ein ganz normaler Vorgang, dass man eben auch in solche Situationen geraten kann, auf die Sie ja ein bisschen auch abheben, dass wir auf einmal den Eindruck vermittelt hätten oder haben, dass wir nicht mehr beieinander sind, also auf der Seite der Länder.

Biesler: Konnten Sie denn mit der etwas störrischen Haltung Hamburgs was anfangen?

Quante-Brandt: Ach, ob das eine störrische Haltung war, das will ich jetzt gar nicht bewerten. Hamburg hat sehr prononciert, aus meiner Sicht hätte man das ein bisschen einfacher einfangen können, einarbeiten können, sich positioniert. Aber im Grunde ist doch das Entscheidende, dass wir das Ziel, was wir gehabt haben, zum 16.6. einen gemeinsamen Vorschlag vorzulegen, das ist uns gelungen. Und insofern war es ja nicht zu spät, sondern es war noch zu einem Zeitpunkt, dass man das gut auch in die weiteren Verhandlungen dann mit einbringen konnte.

Biesler: Nun ist ja vereinbart, dass es zunächst bei den elf Exzellenzuniversitäten bleibt und dann nach sieben Jahren evaluiert wird. Dann kann sich die Zahl möglicherweise erhöhen auf bis zu 15. Man könnte sagen, der Bund hat sich die Zustimmung gekauft, mit einer Ausweitung sozusagen der Exzellenzförderung. Kann denn Wissenschaftsförderung eine Proporzfrage sein, ist die Einstimmigkeit, die notwendig ist bei den Beschlüssen, jetzt der richtige Weg?

Quante-Brandt: Also, ich denke, die Einstimmigkeit ist insofern ein richtiges Prinzip, weil man natürlich immer sehen muss: Bund und Länder tragen im föderalen System gemeinsam die Weiterentwicklung, in diesem Fall den Wissenschaftsstandort Deutschland. Und insofern, glaube ich, ist das eine kluge und vernünftige Entscheidung, das auch einstimmig miteinander zu praktizieren, weil, am Ende muss man es gemeinsam wollen. Das ist eine Frage des Geldes, das ist eine Frage auch der unterschiedlichen Entwicklungsperspektiven, die sich in den Ländern zeigen. Also, insofern ist es zwar dadurch ein bisschen anstrengender, weil, einstimmig heißt eben, es müssen alle einer Meinung sein mit dem Bund zusammen; aber es kann glaube ich auch richtig dafür sein, dass man beieinander bleibt.

Biesler: Das klingt aber wie eine zufriedene Bremer Wissenschaftssenatorin, was Sie sagen.

Quante-Brandt: Ja, ich bin auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich fand den GWK-Beschluss, den wir am 22.4. getroffen haben, richtig, das, was wir danach noch weitererarbeitet haben, das hat sozusagen die Beschlussgrundlage ja nicht verändert, sondern es hat sie an zwei Stellen etwas vertieft. Und insofern ist das aus meiner Sicht für die Wissenschaftslandschaft Deutschland ein sehr gutes Ergebnis.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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