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Facebook und InstagramPolitiker dürfen mit Influencern werben - Bloomberg setzt auf Memes

Der US-Präsidentschaftsbewerber Bloomberg in einer Menschenmenge; mit einem Smartphone wird ein Foto von ihm gemacht. (dpa / AP Photo / David J. Phillip)
Der US-Milliardär und -Politiker Bloomberg (dpa / AP Photo / David J. Phillip)

Der Facebook-Konzern lässt sogenannten "Branded Content" mit politischem Inhalt auf seinen Plattformen zu. Politiker und Parteien können damit über Postings von sogenannten Influencern auf Instagram und Facebook für sich werben. Vor allem der Milliardär Bloomberg setzt im Vorwahlkampf der US-Demokraten gerade auf diese Strategie.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, versuchte der US-Onlinekonzern, bezahlte politische Postings durch Influencer bisher zu verhindern. Allerdings habe man dort schon seit Längerem über eine Änderung der Regeln nachgedacht, berichtet die US-Plattform "Politico". Sogenannte Meme-Postings gewinnen laut einer Facebook-Sprecherin in politischen Kampagnen an Bedeutung. Dabei handelt es sich um witzige Bilder, mit denen vor allem junge Nutzerinnen und Nutzer angesprochen werden sollen.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bloomberg nutzte zuletzt ein Schlupfloch bei den Facebook-Regeln. Er ließ über Influencer-Accounts mit jeweils mehr als einer Million Followern eine Reihe von Memes veröffentlichen. Im Stil einer Direktnachricht bittet er darum, dass der Influencer verbreite, dass Bloomberg der "coole Kandidat" sei. 

Bloomberg mit Meme-Strategie bei Influencern

Laut einem Bericht der "New York Times" arbeitet Bloomberg dafür mit dem Unternehmen "Meme 2020" zusammen. Allein im vergangenen Jahr habe Bloombergs Kampagne mehr als 70 Millionen Dollar für Werbung bei Facebook und Google ausgegeben. Eine Sprecherin Bloombergs erklärte, eine Meme-Strategie sei zwar neu in der US-Politik rund um Präsidentschaftswahlen. Man rechne aber fest damit, dass es ein effektives Mittel sei, um Leute dort zu erreichen, wo sie sich gerade aufhielten - und dass man damit auch mit der mächtigen Digital-Kampagne von Präsident Trump mithalten könne.

Screenshot vom Twitter-Account von Donald Trump, zeigt den Kopf des US-Präsidenten, der auf dem muskelbepackten Torso des Filmboxers Rocky Balboa montiert wurde (Twitter/RealDonaldTrump)Screenshot vom Twitter-Account des US-Präsidenten: Donald Trump meets Rocky Balboa (Twitter/RealDonaldTrump)

Kritiker führen dagegen an, dass solche Postings über Influencer kaum reguliert sind. Unter anderem müssten die Wahlkampfteams nicht offenlegen, wie viel Geld sie dafür ausgeben, anders als bei normaler Facebook-Werbung. Der US-Konzern erklärte allerdings, dass politische Werbe-Botschaften von Influencern nach den neuen Regeln eindeutig als gesponsorte Botschaften markiert werden müssen.

Facebook verteidigt Politik-Werbung

Facebook-Politikchef Nick Clegg verteidigte zuletzt die Entscheidung, anders als Twitter und Google an Werbung mit politischen Inhalten festzuhalten. Seit der mutmaßlichen Beeinflussung der Präsidentschaftswahl 2016 durch Russland erließ der US-Konzern mehrere Auflagen. Demnach dürfen nur verifizierte Nutzerinnen und Nutzer politische Werbung schalten. Zudem wurde eine Datenbank eingeführt, in der Anzeigen mit politischen Inhalten zusammen mit Informationen über die Auftraggeber sieben Jahre lang gespeichert werden. In dieser Datenbank sind auch Politik-Kampagnen außerhalb der USA zu sehen.

Nick Clegg, Politikchef von Facebook, spricht während der Innovationskonferenz DLD. (dpa / Lino Mirgeler )Facebook-Politikchef Nick Clegg (dpa / Lino Mirgeler )

Studie: sechs Milliarden Euro für Wahlwerbung

Wie die Agentur AFP berichtet, dürften die Ausgaben für Wahlwerbung in den USA einer Studie zufolge wegen der anstehenden Präsidentschaftswahl einen Rekordwert erreichen. Im Zeitraum 2019/2020 könnten demnach mehr als sechs Milliarden Euro für Wahlwerbung ausgegeben werden. Das wäre ein Anstieg von 63 Prozent im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren. Das meiste Geld fließe zwar noch in TV-Werbung. Die Bedeutung des Internets nehme aber zu; Facebook sei dabei der größte Profiteur.

(wes)

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