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StartseiteVerbrauchertippAlte Führerscheine gelten nicht unbegrenzt23.03.2020

Fahrerlaubnis behaltenAlte Führerscheine gelten nicht unbegrenzt

Alte Passfotos im Führerschein sorgen meist für einen Lacher, haben sie doch mit dem Besitzer äußerlich nur noch wenig gemein. Allerdings verlieren Papiere, die vor 2013 ausgestellt wurden, nach und nach ihre Gültigkeit. Die Betroffenen müssen selbst aktiv werden und ihren "Lappen" rechtzeitig umtauschen.

Von Stefan Römermann

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Drei Führerscheine verschiedener Generationen liegen am 23.06.2010 in Köln auf dem Tisch. (dpa / picture-alliance / Oliver Berg)
Führerscheine verschiedener Generationen (dpa / picture-alliance / Oliver Berg)
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Es ist schon etwas schräg: Theoretisch gelten heute wohl noch Führerscheine aus der der Nazi-Zeit, sagt Helmut Loris, Leiter des Leipziger Ordnungsamtes und damit auch oberster Aufseher über die örtliche Kfz-Behörde.

"Denn es gab keine Frist, in der Führerscheine zu verfallen hatten. Und demzufolge kann es durchaus möglich sein, dass Über-Hundertjährige noch im Besitz von solchen Führerscheinen sind."

Millionen Führerscheine verlieren ihre Gültigkeit

Auch Millionen Führerscheine aus DDR-Zeiten sind nach wie vor gültig. Doch damit ist bald Schluss. All diese Uralt-Führerscheine verlieren in den nächsten Jahren nach und nach ihre Gültigkeit - genauso wie die grauen und rosa Papierführerscheine aus dem Westen. Später soll auch die erste Generation der Plastik-Führerscheine im Scheckkarten-Format ungültig werden – also alle Führerscheine, die zwischen 1998 und Anfang 2013 ausgestellt worden sind, erklärt Loris.

"Die Gesetzessystematik erstreckt sich von alt nach neu: Zuerst sind die Papierführerscheine dran und dann die Kartenführerscheine."

Vom "Lappen" zum neuen EU-Führerschein

Der Umtausch bei den Papierführerscheinen ist dabei nach Geburtsjahren gestaffelt. Die ersten sollen in knapp zwei Jahren ungültig werden, am 19. Januar 2022. Betroffen sind dann Autofahrer, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden. Zumindest dann, wenn sie tatsächlich noch einen Papierführerschein besitzen. Im Gegenzug bekommen sie einen neuen EU-Führerschein ausgestellt, ergänzt ADAC-Sprecher Johannes Boos.

"Das ist also ein europaweit einheitliches Format, was es eben zum Beispiel bei Verkehrskontrollen im Ausland einfacher für die dortigen Behörden macht, einen Führerschein auf Gültigkeit etc. zu überprüfen."

Behörden verschicken keine Erinnerungsbriefe

Führerschein-Besitzer müssen dafür allerdings selbst aktiv werden. Die Behörden verschicken keine Erinnerungsbriefe, dass die Führerscheine bald ihre Gültigkeit verlieren.

Und obwohl der Stichtag zum Umtausch erst in knapp zwei Jahren ist: ADAC-Sprecher Johannes Boos rät Autofahrern dazu, sich rechtzeitig zu kümmern.

"Sicherlich ist es sinnvoll, den Führerschein möglichst frühzeitig umzutauschen. Erfahrungsgemäß ist es dann doch so: Je näher der Stichtag rückt, desto mehr Leute gehen auf die Führerscheinstelle zu und desto länger sind natürlich die Bearbeitungszeiten und die Wartezeiten auf den neuen Führerschein."

Es ist einiges zur Führerscheinstelle mitzubringen 

Für den Umtausch müssen die Betroffenen persönlich zur Führerscheinstelle kommen. Mitbringen sollte man dann den Personalausweis oder Reisepass, den alten Führerschein und ein neues, biometrisches Passfoto. Wer zwischenzeitlich umgezogen ist, braucht unter Umständen außerdem noch eine so genannte Karteikarten-Abschrift. Das ist ein Auszug aus der Führerschein-Kartei der Behörde, die den bisherigen Führerschein ausgestellt hat, erklärt ADAC-Experte Boos.

"Die Karteikartenabschrift, die lässt sich telefonisch häufig beantragen. In manchen Fällen sogar online. Und die wird einfach dann per Post verschickt – und zwar an die Behörde in der Regel, die jetzt für den Führerscheintausch, den Umtausch an Ihrem Wohnort zuständig ist."

Sonderleistungen sind teuer

Der neue Führerschein kostet rund 25 Euro – und kann in der Regel nach vier Wochen abgeholt werden. Gegen Aufpreis wird er in vielen Kommunen auch direkt per Post nach Hause geschickt. Teuer wird es auch, wenn zusätzlich auch ein LKW-Führerschein verlängert werden soll oder eine Express-Bestellung des neuen Führerscheins gewünscht wird. Ach ja: Und wer möchte, darf seinen alten "Lappen" auch behalten. Er wird allerdings vorher als ungültig gekennzeichnet.

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