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StartseiteVerbrauchertippNeue Vorschriften und Regeln am Steuer16.03.2020

FahretiketteNeue Vorschriften und Regeln am Steuer

Im Straßenverkehr geht es schnell und kompliziert zu. Gegen die Regeln verstoßen eigentlich immer die anderen – zumindest führen sich so zahlreiche Autofahrer auf. Viele Vorschriften ändern sich aber auch einfach über die Jahre und Jahrzehnte nach der Fahrschule. Ein kleiner Überblick zum Auffrischen.

Von Philip Raillon

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Ein Mann holt den Verbandkasten aus seinem Auto.  (picture-alliance / dpa / Christin Klose)
Auch wenn er hoffentlich nie genutzt wird – eine regelmäßige Kontrolle des Erste-Hilfe-Sets ist wichtig. (picture-alliance / dpa / Christin Klose)
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Der Erste-Hilfe-Kasten gehört in jedes Auto. Und auch wenn er hoffentlich nie genutzt wird – eine regelmäßige Kontrolle lohnt. Dirk Krüger vom ADAC in Dortmund:

"Wichtig ist nur, dass der noch gültig ist. Auf jedem Kasten ist ein Ablaufdatum verzeichnet. Und das darf auch auf keinen Fall überschritten werden. Dann muss der Kasten ersetzt werden."

Während der Kasten auch im Kofferraum verstaut sein kann, sollte eine Warnweste immer griffbereit in Fahrernähe liegen. Sie ist seit einigen Jahren auch in Deutschland Pflicht. Erst-Helfer an einem Unfallort sollten sie immer tragen, rät der ADAC.

Erste-Hilfe-Kurs ruhig nochmal wiederholen

Was Erst-Helfer im Notfall machen müssen, lernen Autofahrer im entsprechenden Kurs. Viele frischen das Gelernte danach aber für Jahrzehnte nicht mehr auf. Dirk Krüger vom ADAC:

"Es ist auf jeden Fall ratsam, einen Erste-Hilfe-Kurs noch mal zu wiederholen. Es ist genauso, dass ich eben nach einigen Jahren und erst recht nach Jahrzehnten, vergessen habe, was dort in dem Kurs damals gelehrt wurde. Es gibt aber keine Vorschrift, nach der ich einen solchen Kurs nochmal auffrischen muss."

Das Handy kann Leben retten

Bei einem Unfall kann der Notruf über das Handy Leben retten. Ansonsten hat das Mobiltelefon am Steuer aber eigentlich nichts verloren. Seit einer Gesetzesänderung vor wenigen Jahren geht das Verbot aber noch viel weiter. Untersagt ist das "Benutzen" aller elektronischer Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen. Die Vorschrift verbietet also deutlich mehr. Darunter können auch Navigationsgeräte oder gar Taschenrechner fallen. Damit beschäftigte sich vor kurzem das Oberlandesgericht Hamm. Martin Saal, Vorsitzender Richter am OLG Hamm.

"Niemand würde ernsthaft darüber diskutieren, wenn die Funktion eines Smartphones, also die Nutzung als Taschenrechner, erfolgen würde. Warum sollte für einen Taschenrechner dann etwas anderes gelten?"

Nutzung von Ladegeräten nicht verboten

Einen Taschenrechner haben andere Gerichte aber auch schon durchgehen lassen. Nicht verboten ist nach Ansicht des OLG Hamm hingegen die Nutzung von Ladegeräten. Martin Saal zum Urteil des Gerichts.

"Dass weder ein Ladekabel, noch eine Powerbank als solche, unter den Tatbestand zu fassen sind, weil sie als solche nicht der Kommunikation, Information, Organisation dienen. Beides dient lediglich dazu, ein anderes elektronisches Gerät wieder aufzuladen.

Der Autofahrer hatte die Powerbank im beurteilten Fall mit dem Handy verbinden wollen.

Unkenntnis schützt nicht vor Bußgeldern

Auch die in der Fahrschule gepaukte Theorie ist schnell nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Autofahrer müssen sich daher regelmäßig informieren. Unkenntnis schützt nicht vor Bußgeldern oder Führerscheinentzug.

Das gilt auch für neue Verkehrsschilder. Bald gibt es wieder einige neue, wie etwa ein Fahrrad-Überholverbot. Doch auch ältere Schilder sind vielen Autofahrern noch unbekannt, meint ADAC-Fachmann Dirk Krüger. Zum Beispiel das blaue Schild mit einem weißen Fahrrad.

"Das ist eine Fahrradstraße, in die ich zunächst mal nur mit Fahrrädern reinfahren darf. Es gibt aber inzwischen viele, wo dann die Anlieger zusätzlich noch einfahren dürfen. Es gibt aber ein paar Regeln, die ich dann, wenn ich mit dem Auto reinfahren darf, berücksichtigen muss."

Grüner Pfeil auf schwarzem Grund

Von Autofahrern auch häufig missachtet: Der grüne Pfeil auf schwarzem Grund. Er ist neben roten Ampeln angebracht. Dort dürfen Rechtsabbieger nach einem kurzen Halten an der Sichtlinie abbiegen – auch bei Rot.

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