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StartseiteVerbrauchertippEs reicht nicht, das Rad nur abzuschließen14.08.2019

Fahrraddiebstahl verhindernEs reicht nicht, das Rad nur abzuschließen

292.015 Fahrraddiebstähle wurden laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2018 angezeigt. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Zwar gibt es keinen 100-prozentigen Schutz gegen Fahrradklau, es gibt aber Mittel und Wege, um es Dieben schwer zu machen. Dabei kommt es nicht nur auf ein gutes Schloss an.

Von Anke van de Weyer

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Ein Mann versucht mit einem Bolzenschneider ein Fahrradschloss aufzubrechen. (dpa/picture-alliance/Andreas Gebert)
Ein massives Schloss kann einen Fahrraddiebstahl zumindest erschweren (dpa/picture-alliance/Andreas Gebert)
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Die schlechte Nachricht vorweg: Einen 100-prozentigen Schutz gegen Diebstahl geht es nicht. Man kann es dem Dieb oder der Diebin nur so schwer wie möglich machen. Das erklärt Roland Huhn, er ist Sicherheitsexperte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club ADFC.

"Es geht da um die Frage, kann ein Dieb das auf der Straße, in wenigen Minuten, die Polizei geht da auch von drei Minuten aus, öffnen. Wenn er das nicht schafft, dann wird er meist davon ablassen. Wenn er das Fahrrad mit Schloss nach Hause tragen kann, in seinen Keller, oder in seine Garage, dann wird er dort Werkzeuge haben, mit denen er jedes Schloss öffnen kann. Genauso, wie man einen Tresor öffnen könnte." 

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Fahrrad nicht nur ab-, sondern auch anschließen

Das Fahrrad nur ab- aber nicht anzuschließen kann eine schnelle Lösung für einen kurzen Einkauf sein, aber nicht, wenn das Fahrrad länger unbeaufsichtigt steht. Sonst geht es einem wie Tinka Koch:

"Also, ich hab mein Fahrrad über Nacht stehen lassen, vor der Bibliothek und ich hatte es nicht angeschlossen, sondern ich hatte es nur abgeschlossen. Und am nächsten Tag war nicht nur mein Fahrrad weg, sondern quasi die ganze Reihe Fahrräder. Also, die haben da richtig viele Fahrräder auf einmal mitgenommen. Und unter anderem auch meins."

Massive Schlösser bieten den besten Schutz

Die gute Nachricht ist aber: Es gibt Fahrradschlösser, die nur sehr schwer zu knacken sind. Wenn man einen guten Platz zum Anschließen findet.

"Den besten Schutz bieten massive Schlösser. Zum Beispiel die U-förmigen Bügelschlösser, oder auch ganz massiv die Faltschlösser aus Stahl-Stäben, die durch Gelenke verbunden sind.

Sehr wenig Schutz bieten sehr flexible Schlösser. Zum Beispiel Kabelschlösser, denn solche Kabel kann ein Dieb mit einfachen Werkzeugen sehr leicht durchtrennen." 

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Fahrrad-Codierungen helfen beim Wiederfinden

Zusätzlich kann man ein Fahrrad auch codieren lassen. Bei der Codierung wird eine Kombination aus Name, Wohnort und Jahreszahl in den Fahrradrahmen eingestanzt oder graviert. Wird ein gestohlenes Fahrrad gefunden, ist für die Polizei eindeutig zuzuordnen, wem das Fahrrad wirklich gehört. In der Kritik steht die Codierung immer wieder, weil nicht eindeutig belegbar ist, wie sehr sie Diebstahl tatsächlich auch verhindert. Roland Huhn sagt aber: ein codiertes Fahrrad erschwert immerhin den Verkauf.

"Profi-Fahrraddiebe wissen das. So ein Fahrrad ist schlechter zu verkaufen. Zumindest an jemand, der sich Gedanken darüber macht, was für ein Fahrrad er da kauft. Denn der Code muss dann ja auch zu dem Verkäufer passen."

Zwischen zehn und 25 Euro kostet die Codierung in der Regel und wird unter anderem vom ADFC und der Polizei durchgeführt. Viele Hausratversicherungen gelten auch für den Diebstahl des Fahrrades – allerdings mit Einschränkungen. Für teure Fahrräder lohnt sich unter Umständen eine zusätzliche Fahrradversicherung. Den ideellen Wert des Rades bringt auch sie allerdings nicht zurück.

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