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StartseiteSternzeitMondgestein – erforscht und unberührt 25.04.2021

Fast 400 Kilogramm auf der Erde Mondgestein – erforscht und unberührt

Seit Dezember letzten Jahres ist der Mond um zwei Kilogramm leichter und die Erde entsprechend schwerer – denn die chinesische Sonde "Chang'e 5" hat eben jene Menge Mondgestein auf die Erde gebracht. Insgesamt sind auf der Erde jetzt also schon knapp 400 Kilogramm Mondgestein.

Von Dirk Lorenzen

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Der Brocken war dann doch zu groß: Apollo-17-Astronaut Harrison Schmitt neben einem Felsen auf dem Mond (NASA)
Der Brocken war dann doch zu groß: Apollo-17-Astronaut Harrison Schmitt neben einem Felsen auf dem Mond (NASA)

Natürlich spielt das für die Gesamtmasse beider Körper überhaupt keine Rolle und die Masse der Erde schwankt aufgrund einschlagender Meteoriten und ins All entweichender Luftteilchen ohnehin viel stärker.

Krümel reichen

Bisher wurden knapp 400 Kilogramm Mondgestein auf die Erde gebracht – fast alles stammt von den Apollo-Missionen, aber auch drei sowjetische Luna-Sonden haben einige Proben geholt. Vom Apollo-Material wurden rund 50.000 Proben an etwa 500 Labore verschickt – meist reichen krümelgroße Mengen für die geplanten Untersuchungen.

Der Geologe Harrison Schmitt beim Einsammeln von Mondgestein  (Apollo 17/NASA)Der Geologe Harrison Schmitt beim Einsammeln von Mondgestein (Apollo 17/NASA)

Nicht Geiz, sondern Weitsicht

Trotzdem sind mehr als drei Viertel der Apollo-Proben noch unberührt. Das ist nicht Geiz, sondern wissenschaftliche Weitsicht. Die Forschung am Mondgestein dauert noch immer an. Ständig gibt es neue Methoden, um das Gestein zu untersuchen. Zudem haben die Forscherinnen und Forscher inzwischen ganz andere Fragen als zu Apollo-Zeiten. Erst vor wenigen Jahren hat man in den Proben Spuren von Wasser gefunden – zuvor hatte man nicht danach gesucht und man hätte es mit früherer Technik auch kaum finden können.

Erst zwei Milliarden Jahre jung

Nun warten alle gespannt, ob die chinesischen Proben etwas Neues bringen. Sie kommen aus der Nähe eines erloschenen Vulkans und sind wohl noch nicht einmal zwei Milliarden Jahre alt – jünger als die meisten anderen. Auf der Erde gibt es nun eine neue Facette aus dem Mondgesicht.

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