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StartseiteMusikjournalKrimkrieg in Frauenkleidern 16.12.2019

"Fatinitza" an der Bühne BadenKrimkrieg in Frauenkleidern

Die Aufführung der turbulenten Operette "Fatinitza" an der Bühne Baden zeige ein grandioses Spiel mit den Geschlechterrollen, sagte Franziska Stürz im Dlf. Die leicht gekürzte und modernisierte Fassung transportiere die Geschichte auf verständliche und witzige Weise.

Franziska Stürz im Kollegengespräch mit Marie König

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Szenenbild aus der Operette "Fatinitza" von Franz von Suppé mit Regina Riel, Bea Robein, Chor der Bühne Baden (Bühne Baden / Christian Husar)
Im Cabaret-Stil der 20er Jahre: turbulente Verwechslungen mit Happy End in "Fatinitza" (Bühne Baden / Christian Husar)
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Die Operette "Fatinitza" von Franz von Suppés wurde 1876 in Wien uraufgeführt. Sie schildert ein ein turbulentes Verwirrspiel in den Wirren des Krimkriegs zwischen Türkei und Russland 1854/55. Nun wurde die Operette an den Bühnen Baden bei Wien aufgeführt.

Erinnerung an die Verwirrungen in "Der Rosenkavalier"

Ein grandioses Spiel mit den Geschlechterrollen, sagte Franziska Stürz im Deutschlandfunk. Sie habe sich ganz stark an die Verwirrungen in "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss erinnert gefühlt, in der es eine ganz ähnliche Situation gebe.

Über das damals anrüchige Geschlechterspiel hinaus stecke auch viel Kritik am Militär in der Operette.

Die Textfassung sei gekürzt und überarbeitet worden, denn Choreograf Leonard C. Prinsloo wolle die Handlung in einer heutigen Sprache witzig und verständlich vermitteln - ohne den Inhalt und die eigentliche Geschichte dadurch zu zerstören.

Viele Farben im Orchester

Auch die Inszenierung sei modernisiert worden, das Bühnenbild im Stil der 1920er Jahre gehalten.

Besonders gut hätten die vier Solisten gesungen, in den Rollen der Lydia, des Wladimir, des Generals Kantschukoff und des Journalisten Julian von Golz. Der Musikalische Leiter Franz Josef Breznik habe aus dem Orchester "unglaublich viele Farben" herausgeholt: "Mich hat es sehr überrascht, die Feinheiten in der Musik wiederzufinden."

Das Fazit von Franziska Stürz: Ein sehr abwechslungsreicher und gelungener Abend, sowohl auf der musikalischen Ebene als auch szenisch.

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